Bayer Aktie: Trump droht 200-Prozent-Zoll auf Generika
Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 13:26 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Trump greift erneut in den globalen Pharmamarkt ein. Diesmal trifft die Drohung nicht nur Markenpräparate, sondern auch Generika. Die Bayer-Aktie zählte am Mittwoch zu den größten Verlierern im DAX 40.
Ab 2028 sollen Strafzölle greifen
Trump kündigte auf seiner Plattform Truth Social an: Ab Sommer 2028 sollen für ein Jahr Sonderabgaben von 100 Prozent auf Generika fällig werden. Danach steigt der Satz auf 200 Prozent.
Generika sind Nachahmermedikamente ohne Patentschutz. Sie ähneln teureren Markenpräparaten, kosten aber deutlich weniger. Rund 90 Prozent der weltweiten Generika-Produktion stammt aus China und Indien.
Bemerkenswert: Bis 2028 sollen zunächst keine Zölle anfallen. Trump will Pharmafirmen damit Zeit geben, ihre Produktion in die USA zu verlagern. Wer das nicht tut, dem drohe die Bestrafung – Details dazu nannte er nicht. Auch die gesetzliche Grundlage für die Zölle blieb offen.
Zweite Zollrunde in diesem Jahr
Die neue Ankündigung ist nicht die erste ihrer Art. Bereits im Frühjahr hatte Trump einen 100-Prozent-Zoll auf patentgeschützte Markenmedikamente angekündigt, gestaffelt ab Ende Juli. Ausnahmen soll es dabei für Firmen geben, die bereits in den USA produzieren oder von speziellen Handelsabkommen profitieren.
Das Ziel bleibt gleich: Trump will die hohen US-Arzneimittelpreise drücken. Er wirft Herstellern vor, mit billigerer Auslandsproduktion amerikanische Firmen zu benachteiligen. Sein Druckmittel: Zölle.
Kursreaktion trifft mehrere Pharmakonzerne
Die Ankündigung belastete nicht nur Bayer. Auch Novo Nordisk gab im Heimathandel in Dänemark 1,4 Prozent nach. Die Bayer-Aktie notiert aktuell bei 45,98 Euro, ein Minus von 1,35 Prozent im laufenden Handel.
Auf Wochensicht steht ein Verlust von 3,4 Prozent zu Buche. Der Blick auf die längere Frist zeigt trotzdem ein anderes Bild: Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit 24,24 Prozent im Plus, auf Zwölfmonatssicht sogar mit 60 Prozent. Vom 52-Wochen-Hoch bei 53,86 Euro, erreicht am 3. Juli, trennen den Titel aktuell noch knapp 15 Prozent.
Die Zollandrohung reiht sich in eine Serie protektionistischer Maßnahmen der US-Regierung gegen die internationale Pharmaindustrie ein. Für Bayer mit seinem bedeutenden US-Geschäft bleibt die Handelspolitik aus Washington damit ein wiederkehrender Belastungsfaktor – auch wenn die konkreten Zölle erst mit mehrjährigem Vorlauf greifen sollen. Am 4. August legt der Konzern seine Quartalszahlen vor. Sie dürften erste Hinweise liefern, wie stark sich das politische Umfeld bereits operativ bemerkbar macht.
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