Bayerische, Immobilienpreise

Bayerische Immobilienpreise steigen nach Korrektur wieder

23.03.2026 - 01:01:16 | boerse-global.de

Stabile Zinsen und ein massiver Mangel an Neubauten treiben die Kaufpreise fĂŒr Bestandsimmobilien in Bayern nach oben. Besonders das MĂŒnchner Umland und frĂ€nkische StĂ€dte verzeichnen starke ZuwĂ€chse.

Bayerische Immobilienpreise steigen nach Korrektur wieder - Foto: ĂŒber boerse-global.de
Bayerische Immobilienpreise steigen nach Korrektur wieder - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Der bayerische Immobilienmarkt hat die Talsohle durchschritten. Eine Kombination aus stabilisierten Zinsen, massivem Angebotsmangel und wiedererstarkter Nachfrage treibt die Kaufpreise aktuell nach oben. Besonders das MĂŒnchner Umland und frĂ€nkische Metropolregionen profitieren von dieser neuen Dynamik.

Aktuelle Daten des Immobilienverbands IVD SĂŒd belegen den positiven Trend. Der Markt reagiert verzögert, aber bestimmt auf die Leitzinssenkungen der EuropĂ€ischen Zentralbank aus dem Vorjahr. WĂ€hrend die Preise fĂŒr Bestandsimmobilien in fast allen Regierungsbezirken zulegen, bleibt der Druck auf dem Mietmarkt hoch. Das steigert die AttrivitĂ€t von EigentumskĂ€ufen weiter.

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Franken und MĂŒnchner Umland als neue Preistreiber

Die aktuelle Auswertung zeigt eine bemerkenswerte Verschiebung der Wachstumszentren. MĂŒnchen hĂ€lt zwar das höchste Preisniveau, doch andere Regionen legen prozentual stĂ€rker zu. In Aschaffenburg stiegen die Preise fĂŒr bestehende Eigentumswohnungen um 2,7 Prozent, in Schweinfurt um 2,6 Prozent und in WĂŒrzburg um 2,3 Prozent.

KĂ€ufer weichen verstĂ€rkt in gut angebundene MittelstĂ€dte aus. Dort bewerten sie das Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis als attraktiver. Ein besonderer Fokus liegt auf dem MĂŒnchner Umland. Prognosen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln bestĂ€tigen: Fast das gesamte Einzugsgebiet der Landeshauptstadt profitiert von kontinuierlichen Preissteigerungen.

In der Stadt MĂŒnchen selbst haben sich die Quadratmeterpreise fĂŒr Eigentumswohnungen bei durchschnittlich 8.100 Euro stabilisiert. In den letzten sechs Quartalen war eine durchgehende AufwĂ€rtsbewegung zu beobachten. Im Gegensatz dazu steht Regensburg: Dort verzeichnet der Marktbericht einen leichten RĂŒckgang um 0,7 Prozent.

Stabile Zinsen geben Planungssicherheit zurĂŒck

Ein wesentlicher Faktor fĂŒr die Belebung ist die verĂ€nderte Zinslandschaft. Nach der Leitzinssenkung im Juni 2025 haben sich die Bauzinsen auf einem Niveau zwischen 3,1 und 3,7 Prozent eingependelt. Diese StabilitĂ€t gibt Kaufinteressenten die notwendige Planungssicherheit zurĂŒck, die in den volatilen Jahren 2022 bis 2024 fehlte.

Die Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten in Bayern ist sprunghaft angestiegen. Die bayerischen Sparkassen verzeichneten einen Zuwachs bei den Darlehenszusagen von fast 25 Prozent. AuffÀllig ist der hohe Anteil an jungen KÀufern. Mehr als die HÀlfte der 20- bis 29-JÀhrigen in Deutschland plant den Erwerb von Wohneigentum.

In Bayern ist dieser Trend aufgrund der starken wirtschaftlichen Lage besonders ausgeprĂ€gt. Analysten beobachten zudem, dass KĂ€ufer heute einen höheren Eigenkapitalanteil einbringen. Das erhöht die StabilitĂ€t der Finanzierungen im Vergleich zu frĂŒheren Boomphasen.

Neubaukrise verschÀrft den Angebotsmangel

Trotz der gestiegenen Nachfrage bleibt das Angebot an neuen Wohnimmobilien kritisch knapp. Das ifo-Institut prognostiziert fĂŒr dieses Jahr einen weiteren RĂŒckgang der Fertigstellungen. In Bayern fĂŒhrt dies dazu, dass viele BauantrĂ€ge nicht umgesetzt werden. Die Baukosten sind seit Ende 2024 inflationsbereinigt um ĂŒber ein Prozent gestiegen.

Dieser Mangel an Neubauten wirkt als indirekter Preistreiber fĂŒr den Bestand. Da kaum neue FlĂ€chen auf den Markt kommen, konzentriert sich der Wettbewerb auf Bestandsimmobilien in guten Lagen. Besonders ReihenhĂ€user und DoppelhaushĂ€lften verzeichnen eine erhöhte Dynamik.

Branchenexperten warnen: Ohne eine signifikante Beschleunigung der Baugenehmigungsverfahren wird der Druck auf die Kaufpreise weiter zunehmen. Die LĂŒcke zwischen Wohnungsbedarf und tatsĂ€chlichem Angebot klafft im Freistaat weiter auseinander.

Energieeffizienz wird zum zentralen Preisfaktor

Ein neues Merkmal des Immobilienmarktes ist die „energetische Zweiteilung“. KĂ€ufer in Bayern achten heute akribischer denn je auf den energetischen Zustand einer Immobilie. Hochwertig sanierte Objekte oder Neubauten mit modernen WĂ€rmepumpensystemen erzielen Spitzenpreise und lassen sich deutlich schneller vermarkten.

Im Gegensatz dazu stehen unsanierte Bestandsimmobilien mit schlechten Energieklassen unter Druck. Bei solchen Objekten besteht zwar ein grĂ¶ĂŸerer Verhandlungsspielraum. KĂ€ufer ziehen jedoch die potenziellen Sanierungskosten direkt vom Kaufpreis ab.

Die Energieeffizienz ist somit vom reinen Nebenaspekt zu einem der zentralen Preisfaktoren avanciert. In manchen lÀndlichen Regionen stagnieren deshalb die Durchschnittspreise, wÀhrend hocheffiziente Immobilien in denselben Regionen im Wert steigen.

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Fundamentale StĂ€rke stĂŒtzt das Preisniveau

Der aktuelle Aufschwung muss im Kontext der massiven Verwerfungen der Jahre 2022 bis Ende 2024 gesehen werden. Nach fast einem Jahrzehnt ununterbrochenen Wachstums hatte die Zinswende im MĂ€rz 2022 zu einem deutlichen PreisrĂŒckgang gefĂŒhrt. Im FrĂŒhjahr 2026 zeigt sich nun, dass dieser RĂŒckgang lediglich eine Marktbereinigung darstellte.

Das Transaktionsvolumen in Bayern stieg im Jahr 2025 bereits um 9 Prozent. Dass dieses Volumen unter deutlich höheren Zinsen als im Rekordjahr 2021 erreicht wurde, werten Marktbeobachter als Zeichen fĂŒr die fundamentale StĂ€rke des Standorts. Die Kombination aus hoher BeschĂ€ftigungsquote, Zuzug in die BallungsrĂ€ume und einer tief verwurzelten PrĂ€ferenz fĂŒr Wohneigentum stĂŒtzt das Preisniveau nachhaltig.

Im Vergleich zum Vorquartal legten insbesondere MehrfamilienhÀuser und Eigentumswohnungen im bayerischen Durchschnitt wieder zu. Das spiegelt auch das Vertrauen institutioneller Investoren in den Markt wider.

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