ROUNDUP, Bayerns

Bayerns Baufirmen bauen Personal ab

18.11.2024 - 13:54:50

Bayerns Baufirmen reduzieren in der anhaltenden Flaute ihr Personal.

Im Juni beschĂ€ftigte die Baubranche nach neuen Zahlen des Landesamts fĂŒr Statistik 174 789 Menschen, das waren knapp zwei Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig hatten die Firmen auch erheblich weniger zu tun: Die Betriebe meldeten 17,28 Millionen Arbeitsstunden an die amtlichen Statistiker, 5,6 Prozent weniger als im Juni 2023. Zwar zĂ€hlte der Juni in diesem Jahr einen Arbeitstag weniger als der Vorjahresmonat, doch das allein erklĂ€rt nicht einen so ausgeprĂ€gten RĂŒckgang der Arbeitsstunden.

UmsÀtze brechen ein

Die UmsĂ€tze sanken nominal - also nicht um die Inflation bereinigt - um 4,9 Prozent. Die Zahl der Betriebe blieb jedoch mit 12 256 konstant. In der bayerischen Baubranche hatte es schon Anfang 2023 Sorgen gegeben, dass die Unternehmen mit Personalabbau auf fehlende AuftrĂ€ge reagieren wĂŒrden. Die Krise trifft vor allem den Wohnungsbau, im Tiefbau ist die Lage wegen zahlreicher öffentlicher AuftrĂ€ge weniger schlecht.

"Vor einem Personalabbau bei den Baufirmen hat die Wohnungswirtschaft schon lĂ€nger gewarnt", kommentierte Hans Maier, der Direktor des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen. Die Herausforderungen fĂŒr Wohnungsunternehmen seien aktuell riesig. "FĂŒr den Bau der dringend benötigten Wohnungen und den Klimaschutz im Wohnungsbestand sind sie auf zuverlĂ€ssige und leistungsstarke Bauunternehmen angewiesen."

Personalabbau geht schneller als -aufbau

Das bezieht sich auf die verbreitete Sorge vor einer strukturellen SchwĂ€chung der Baubranche. Da die Babyboomer-Generation das Rentenalter erreicht, lĂ€sst sich Personal derzeit vergleichsweise schnell abbauen. Die Ausbildung neuer FachkrĂ€fte hingegen dauert sehr viel lĂ€nger. Weniger Personal bedeutet aber auch, dass die Baufirmen weniger KapazitĂ€ten fĂŒr neue AuftrĂ€ge haben werden, wenn der Wohnungsbau eines Tages wieder in Gang kommt, so eine verbreitete EinschĂ€tzung in der Bauwirtschaft. "Wohnungsunternehmen und Bauunternehmen brauchen Planungssicherheit", sagte Maier, und forderte mit Blick auf die Bundestagswahl im Februar stabile Rahmenbedingungen fĂŒr den Wohnungsbau und die Sanierung von Bestandswohnungen.

@ dpa.de