Söder, Erbschaftsteuer

Söder bleibt dabei: Erbschaftsteuer gehört regionalisiert

03.09.2025 - 06:30:37

Bayerns MinisterprÀsident Markus Söder (CSU) hÀlt an seiner Forderung nach einer Regionalisierung der Erbschaftssteuer fest, obwohl Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bereits Ablehnung signalisiert hat.

Die Frage der FreibetrÀge bei der Erbschaftsteuer sei ein Riesenproblem, sagte Söder am Dienstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". Er wolle das Thema auch beim schwarz-roten Koalitionsausschuss an diesem Mittwoch ansprechen.

Wer in Bayern etwas erbe, mĂŒsse immens hohe BetrĂ€ge zahlen, sagte Söder. "Das fĂŒhrt dazu, dass bei uns reihenweise Familienangehörige ihre HĂ€user (...) verkaufen mĂŒssen, um die Erbschaftsteuer zu bezahlen. Das ist einfach unfair." Da es sich um eine reine LĂ€ndersteuer handele, könne man einen Steuerwettbewerb in Deutschland initiieren. Die SPD-regierten LĂ€nder wie Rheinland-Pfalz könnten die Erbschaftsteuer verdoppeln. "Wir halbieren sie. Dann mal sehen, wer am Ende mehr Steuern hat", meinte Söder.

Merz gegen Regionalisierung der Erbschaftsteuer

Bundeskanzler Merz hatte am Montag erklĂ€rt, er sehe derzeit keine Realisierungschancen fĂŒr Söders Forderung. Die Erbschaftsteuer sei eine LĂ€ndersteuer, die in einem Bundesgesetz geregelt sei. Eine Änderung mĂŒsste auch im Bundesrat beschlossen werden. "Und ganz ehrlich: Wir haben im Augenblick andere Sorgen, als uns mit steuerpolitischen Themen in dieser Art zu beschĂ€ftigen", sagte der Regierungschef.

LĂ€nderfinanzausgleich "grĂ¶ĂŸte Sauerei und Riesenscheiß"

Söder wandte sich abermals gegen die derzeitige Form des LĂ€nderfinanzausgleichs. "Der LĂ€nderfinanzausgleich ist die grĂ¶ĂŸte Sauerei und ein Riesenscheiß (...), was es in Deutschland gibt", sagte der CSU-Chef. "Drei, maximal vier LĂ€nder, zahlen fĂŒr die anderen, und wir in Bayern zahlen fast alles."

Der Freistaat hatte im Jahr 2023 Klage gegen den Finanzausgleich beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Söder drohte auch bereits einen Ausstieg seines Bundeslandes aus dem System an, wenn es keine Einigung mit den LĂ€ndern ĂŒber eine Reform geben sollte.

@ dpa.de