BayWa Aktie: Aufsichtsrat senkt Schwelle auf 50 Millionen
24.06.2026 - 04:44:21 | boerse-global.de
Die BayWa AG kĂ€mpft an mehreren Fronten. Der MĂŒnchner Agrarriese arbeitet intensiv an seinem eigenen Sanierungsplan. Parallel dazu sorgt nun die Hellweg-Gruppe fĂŒr Unruhe. Sie hat fĂŒr die BayWa Bau- und GartenmĂ€rkte Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt.
Nebenschauplatz mit Strahlkraft
Das Verfahren betrifft rund 46 Standorte mit etwa 4.000 BeschĂ€ftigten. Hellweg nennt ein schwaches Konsumklima und den Einbruch im Wohnungsbau als HauptgrĂŒnde. FĂŒr die börsennotierte BayWa AG ist dies operativ ein Nebenschauplatz. Der Konzern hat sein BaumarktgeschĂ€ft bereits 2012 an Hellweg verkauft.
Hellweg nutzt den Namen BayWa lediglich ĂŒber eine Lizenzvereinbarung. Die verbliebene Minderheitsbeteiligung von 15 Prozent hat der Agrarkonzern bereits 2024 vollstĂ€ndig abgeschrieben. Die Folge: Vorerst flieĂen die Mieteinnahmen fĂŒr die konzerneigenen Immobilien weiter. Hellweg will die Standorte vorerst offen halten.
KĂŒrzere Leine fĂŒr den Vorstand
Abseits der BaumĂ€rkte greift der Aufsichtsrat der BayWa AG hart durch. Das Kontrollgremium senkt die Schwelle fĂŒr zustimmungspflichtige GeschĂ€fte radikal. Bisher brauchte der Vorstand erst ab einem Volumen von 200 Millionen Euro grĂŒnes Licht. Nun liegt diese Grenze bei 50 Millionen Euro.
Ein Gericht hat zudem drei neue Mitglieder in den Aufsichtsrat berufen. Dr. Ines Kapphan, Solveig Menard-Galli und Christine Rittner-Koch verstĂ€rken das Gremium. Die AktionĂ€re sollen diese Mandate auf der ordentlichen Hauptversammlung 2026 formal bestĂ€tigen. Ein genauer Termin fehlt hierfĂŒr noch.
Verzögerungen und Kursverluste
Die operative Lage verlangt dem Management viel ab. Im ersten Quartal 2026 sank der Konzernumsatz planmĂ€Ăig auf 2,3 Milliarden Euro. VerkĂ€ufe wie die Cefetra Group erklĂ€ren diesen RĂŒckgang teilweise. Das bereinigte EBITDA ĂŒbertrifft laut Management die Vorgaben des Sanierungsplans.
Der Konzern wechselt obendrein den WirtschaftsprĂŒfer. Die Aufsichtsstelle Apas untersucht den bisherigen PrĂŒfer PwC. Der Aufsichtsrat schlĂ€gt deshalb KPMG fĂŒr den nĂ€chsten Jahresabschluss vor. Den Bericht fĂŒr 2025 veröffentlicht das Unternehmen voraussichtlich erst im vierten Quartal.
An der Börse spiegelt der Aktienkurs die anhaltende Unsicherheit wider. Das Papier schloss gestern bei 10,80 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf gut 35 Prozent.
Eine hohe annualisierte 30-Tage-VolatilitÀt von rund 76 Prozent zeigt die NervositÀt der Anleger. Der Blick richtet sich nun auf den Herbst. Dann lÀuft die Stillhaltevereinbarung mit den GlÀubigerbanken aus. Bis dahin muss das finale Sanierungskonzept stehen.
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