BBC, Trump

BBC: Trump muss bei Milliardenklage im Dezember aussagen

Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 19:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Im milliardenschweren Rechtsstreit um einen sekundenlangen Ausschnitt der britischen Rundfunkanstalt BBC muss US-PrÀsident Donald Trump unter Eid aussagen.

Eine Richterin in Miami habe eine entsprechende Vernehmung des Republikaners bis zum 11. Dezember angeordnet, berichtete die beklagte Rundfunkanstalt.

UrsprĂŒnglich sollte Trump Gerichtsunterlagen zufolge bereits vergangene Woche aussagen. Seine AnwĂ€lte argumentierten jedoch, dass der PrĂ€sident "aufgrund anderer Angelegenheiten von nationaler Bedeutung" nicht mehr zur Zeugenaussage am 16. Oktober zur VerfĂŒgung stehe. Sie stellten einen Ersatztermin in Aussicht, allerdings schlugen die KlĂ€ger laut BBC keinen Alternativtermin vor. Stattdessen trat Trump am Freitag vergangener Woche bei einem Wahlkampfauftritt in Georgia auf, um im Vorfeld der US-Parlamentswahlen Anfang November fĂŒr seinen Parteikollegen Mike Rogers zu werben.

Die eigentliche Klage soll frĂŒheren Angaben zufolge erst im Februar 2027 verhandelt werden. Bei der jetzigen Vorladung geht es vor allem um die Beweisaufnahme.

Was Trump so stört

Trump hatte die BBC im Dezember auf insgesamt zehn Milliarden Dollar verklagt. Hintergrund der Klage, die bei einem Gericht im US-Bundesstaat Florida einging, ist ein Streit um den Zusammenschnitt einer Rede Trumps vom 6. Januar 2021, den der Sender fĂŒr die Sendung "Panorama" verwendet hatte. An diesem Tag war in der US-Hauptstadt Washington das Kapitol gewaltsam gestĂŒrmt worden. Ausgestrahlt wurde die Sendung kurz vor der US-PrĂ€sidentschaftswahl im November 2024.

Dem Sender zufolge fehlt dem Gericht in Florida die "persönliche ZustĂ€ndigkeit" gegenĂŒber der BBC. Der Gerichtsstand sei nicht zulĂ€ssig, und Trump habe keine hinreichende BegrĂŒndung fĂŒr eine Klage dargelegt.

BBC: Keine Grundlage fĂŒr Klage

In der Dokumentation hatte die BBC unterschiedliche Teile der Rede Trumps zusammengeschnitten und diesen Fehler spĂ€ter auch eingerĂ€umt. Der Fall wurde als maßgeblicher Grund fĂŒr den RĂŒcktritt von Senderchef Tim Davie und der fĂŒrs NachrichtengeschĂ€ft verantwortlichen Journalistin Deborah Turness im November angegeben. Der US-PrĂ€sident warf der BBC vor, ihn in der Dokumentation "falsch und diffamierend" dargestellt zu haben. Der Sender habe "böswillig" versucht, seine Zuschauer zu tĂ€uschen.

FĂŒr eine Verleumdungsklage sah die BBC von Anfang an aus mehreren GrĂŒnden keine Grundlage. Sie argumentiert, dass Trump nicht - wie in der Klage dargelegt - habe nachweisen können, dass ihm die Sendung tatsĂ€chlich geschadet habe. Auch die Behauptung, die Sendung sei in den USA ausgestrahlt worden, sei falsch. Bei dem betroffenen Ausschnitt handle es sich zudem nur um 15 Sekunden einer einstĂŒndigen ausgewogenen Sendung.

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