Befesa, LU1704650164

Befesa S.A.-Aktie (LU1704650164): Bewertung und Fundamentaldaten im Fokus

17.06.2026 - 07:20:28 | ad-hoc-news.de

Die Befesa-Aktie steht aktuell ohne neue Unternehmensmeldungen vor allem ĂŒber ihre Fundamentaldaten und die Bewertung im Fokus. Privatanleger blicken auf Margen, Verschuldung und Dividendenprofil des Recyclingspezialisten.

Befesa, LU1704650164
Befesa, LU1704650164

Verantwortlich: ad hoc news Fachredaktion MĂ€rkte & Bewertung. Vor der Veröffentlichung am 17.06.2026, 07:18:27 Uhr geprĂŒft. Details im Impressum.

Die Befesa S.A.-Aktie steht zur Wochenmitte ohne frische Unternehmensnachrichten vor allem mit Blick auf ihre Bewertung und Fundamentaldaten im Fokus. Da aktuell keine neuen ad hoc-Mitteilungen oder Quartalsdaten veröffentlicht wurden, rĂŒckt der Blick der Anleger auf Bilanzkennzahlen, Margenprofil und das GeschĂ€ftsmodell des industriellen Recyclingspezialisten. An ruhigen Handelstagen entscheidet hĂ€ufig die EinschĂ€tzung dieser Kennziffern darĂŒber, wie Marktteilnehmer den Titel im Vergleich zu anderen Industrie- und Recyclingwerten einordnen.

GeschÀftsmodell von Befesa: Recycling als industrieller Kern

Befesa ist ein spezialisierter Dienstleister fĂŒr das Recycling von metallhaltigen Reststoffen aus der Stahl- und Aluminiumindustrie. Das Unternehmen betreibt Anlagen, in denen vor allem staubförmige und schlackenartige AbfĂ€lle aus Elektrolichtbogenöfen sowie RĂŒckstĂ€nde aus der Aluminiumproduktion behandelt und in wiederverwendbare Materialien wie Zinkkonzentrate oder Aluminiumlegierungen ĂŒberfĂŒhrt werden. Damit ist der Konzern an einer sensiblen Schnittstelle zwischen Schwerindustrie, Kreislaufwirtschaft und Umweltauflagen positioniert.

Das GeschĂ€ftsmodell basiert darauf, dass Stahlwerke und Aluminiumhersteller ihre gefĂ€hrlichen oder schwer verwertbaren Reststoffe gegen Entgelt an Befesa liefern. Befesa ĂŒbernimmt die logistische Abholung, die Behandlung in spezialisierten Hochtemperatur- und chemischen Prozessen und verkauft die daraus gewonnenen SekundĂ€rrohstoffe anschließend an weiterverarbeitende Industrien. Die Erlösquellen teilen sich daher im Kern in zwei Ströme: Entsorgungs- und BehandlungsgebĂŒhren der Industriekunden einerseits und Verwertungserlöse aus dem Verkauf der recycelten Materialien andererseits.

In der Praxis bedeutet dies, dass Befesa operativ stark von der Auslastung der Stahl- und Aluminiumindustrie abhĂ€ngt. Je höher die Stahlproduktion in Elektrolichtbogenöfen, desto mehr zinkhaltiger Filterstaub fĂ€llt an. Gleichzeitig beeinflussen die Weltmarktpreise von Zink, Aluminium und anderen Non-Ferrous-Metallen die Erlöse auf der Produktseite. Das Unternehmen ist damit zyklisch geprĂ€gt: In Phasen hoher Industrieproduktion und stabiler Metallpreise können Margen steigen, wĂ€hrend niedrigere Produktionsvolumina oder schwache Metallpreise auf die ProfitabilitĂ€t drĂŒcken.

Ein wesentlicher Teil des GeschĂ€fts von Befesa liegt im Bereich der Behandlung von zinkhaltigen Stahlstaubströmen. Diese StĂ€ube gelten als gefĂ€hrliche AbfĂ€lle und unterliegen in vielen LĂ€ndern strengen Umweltauflagen. Befesa profitiert dadurch von regulatorischen Rahmenbedingungen, die Stahlhersteller dazu verpflichten, diese Reststoffe in entsprechend zertifizierten Anlagen zu entsorgen. Daneben betreibt das Unternehmen Recyclinganlagen fĂŒr die Aluminiumindustrie, etwa zur Aufbereitung von Salzschlacken, KrĂ€tzen und anderen ProduktionsrĂŒckstĂ€nden.

Geografisch ist Befesa traditionell stark in Europa verankert, hat seine Reichweite in den vergangenen Jahren jedoch ausgebaut und ist auch in Regionen wie Asien und Nordamerika aktiv. FĂŒr Anleger ist relevant, dass die Diversifikation ĂŒber mehrere LĂ€nder hinweg einerseits Risiken reduziert, andererseits aber auch unterschiedliche regulatorische und konjunkturelle Rahmenbedingungen in den ZielmĂ€rkten berĂŒcksichtigt werden mĂŒssen. Die Expansion in WachstumsmĂ€rkte fĂŒr Stahl- und Aluminiumproduktion bietet Chancen, geht jedoch oft mit Investitions- und Anlaufkosten einher.

Fundamentaldaten: Umsatzstrukturen und Kostenbasis

Ohne aktuelle Quartalsmitteilung rĂŒcken die zuletzt veröffentlichten Jahres- und Zwischenberichte in den Mittelpunkt der Fundamentalanalyse. Typischerweise erzielt Befesa einen wesentlichen Teil seiner UmsĂ€tze im Bereich Steel Dust Recycling, also dem ZinkstaubgeschĂ€ft, wĂ€hrend der Bereich Aluminium Salt Slags und andere RecyclingaktivitĂ€ten den Rest beitragen. FĂŒr Anleger ist dabei zentral, wie sich die Bruttomarge und die operative Marge (EBIT- oder EBITDA-Marge) in den einzelnen Segmenten entwickeln.

In Phasen hoher Metallpreise können die Umsatzanteile aus der Verwertung der recycelten Rohstoffe steigen, wĂ€hrend EntsorgungsgebĂŒhren in der Regel stabilere, stĂ€rker vertraglich fixierte Erlösströme darstellen. FĂŒr die Bewertung der Aktie ist wichtig, wie robust die Margen ĂŒber den Zyklus hinweg sind. Eine hohe AbhĂ€ngigkeit von Metallpreisen erhöht die VolatilitĂ€t, wĂ€hrend langfristige EntsorgungsvertrĂ€ge mit großen Industriepartnern die Planbarkeit verbessern.

Auf der Kostenseite spielen Energiepreise, Logistikkosten und Instandhaltungsausgaben fĂŒr die Recyclinganlagen eine wesentliche Rolle. Recyclingprozesse fĂŒr metallhaltige Reststoffe sind energieintensiv, insbesondere dort, wo Hochtemperaturöfen und komplexe chemische Aufbereitungsverfahren erforderlich sind. Steigende Energiepreise können daher auf die ProfitabilitĂ€t drĂŒcken, wenn sie nicht ĂŒber Preisanpassungen oder Effizienzsteigerungen kompensiert werden. Zugleich wirken Investitionen in moderne Anlagentechnik mittelfristig oft kostenmindernd, schlagen aber kurzfristig in Form höherer Abschreibungen zu Buche.

In den vergangenen Jahren haben viele Industrie- und Recyclingunternehmen ihre Kostenstrukturen optimiert, um auf volatilere Energie- und RohstoffmĂ€rkte zu reagieren. FĂŒr Befesa ist aus Investorensicht insbesondere interessant, in welchem Umfang langfristige StromliefervertrĂ€ge, Hedging-Strategien oder Prozessinnovationen helfen, die EBITDA-Marge zu stabilisieren. Je stĂ€rker es gelingt, KostenvolatilitĂ€t zu dĂ€mpfen, desto besser ist die visuelle Vergleichbarkeit der Fundamentaldaten ĂŒber verschiedene Konjunkturphasen hinweg.

Ein weiterer Baustein der Fundamentaldaten ist der Investitionsbedarf. Recyclinganlagen erfordern regelmĂ€ĂŸige WartungsstillstĂ€nde, Modernisierungsprogramme und gelegentlich Neubauten, um zusĂ€tzliche KapazitĂ€ten zu schaffen oder neue geografische MĂ€rkte zu erschließen. Der jĂ€hrliche Kapitalaufwand (Capex) ist daher eine Kennziffer, auf die analytisch fokussierte Anleger achten. Ein ausgewogenes VerhĂ€ltnis von Investitionen zu operativem Cashflow ist wichtig, damit das Unternehmen Wachstum finanzieren kann, ohne die Verschuldung unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig auszuweiten.

Verschuldung, Cashflow und BilanzqualitÀt

Bei der Bewertung von Industrie- und Recyclingwerten spielt die Verschuldung eine zentrale Rolle. Befesa finanziert einen erheblichen Teil seiner Anlagen ĂŒber langfristige Kredite und Ă€hnliche Instrumente. Kennziffern wie Net Debt zu EBITDA geben Investoren einen Eindruck, wie hoch der Leverage im VerhĂ€ltnis zur Ertragskraft ist. Werte im Bereich von zwei- bis dreifachem EBITDA gelten in vielen Industrien als noch moderat, wĂ€hrend deutlich höhere Werte die Bilanz anfĂ€lliger machen, insbesondere in Abschwungphasen.

Wichtig ist auch die FĂ€lligkeitenstruktur der Finanzverbindlichkeiten. Langfristig gestreckte Laufzeiten und diversifizierte Finanzierungsquellen reduzieren das Refinanzierungsrisiko. Steigende Zinsen der vergangenen Jahre erhöhen allerdings die Kosten fĂŒr Neuverschuldung oder fĂŒr die VerlĂ€ngerung bestehender Kreditlinien. FĂŒr Befesa ist daher relevant, in welchem Umfang variable ZinssĂ€tze abgesichert wurden und zu welchen Konditionen kĂŒnftige Refinanzierungen möglich sind.

Der operative Cashflow ist ein weiterer SchlĂŒsselindikator. FĂŒr einen Recyclingdienstleister zeigt er, wie effizient das GeschĂ€ftsmodell in ZahlungsmittelzuflĂŒsse ĂŒbersetzt wird. Ein vergleichsweise stabiler operativer Cashflow ĂŒber mehrere Jahre kann darauf hinweisen, dass die Kombination aus Entsorgungsentgelten und Rohstoffverwertung auch bei wechselnden Metallpreisen trĂ€gt. Gleichzeitig ist der freie Cashflow nach Investitionen entscheidend, wenn es um die finanzielle SpielrĂ€ume fĂŒr Dividendenzahlungen, Schuldenabbau oder Akquisitionen geht.

BilanzqualitĂ€t umfasst zudem die Bewertung der Anlagen und immateriellen Vermögenswerte. GrĂ¶ĂŸere Akquisitionen können zu einem nennenswerten Goodwill-Anteil fĂŒhren, der bei nachhaltigen Ergebnisverschlechterungen potenziell wertberichtigt werden mĂŒsste. Analysten betrachten daher bei Unternehmen wie Befesa nicht nur die nominelle Eigenkapitalquote, sondern auch deren Zusammensetzung und mögliche Risiken aus ĂŒberhöhten Buchwerten einzelner Vermögensposten.

Dividendenpolitik und AusschĂŒttungsprofil

FĂŒr viele Privatanleger ist die Dividende ein zentrales Element der Investmentstory. Befesa hat in der Vergangenheit regelmĂ€ĂŸig AusschĂŒttungen vorgenommen, orientiert an der Ertragslage und der Bilanzstruktur. Die konkrete Höhe und die AusschĂŒttungsquote können dabei von Jahr zu Jahr variieren, abhĂ€ngig von Gewinnentwicklung, Investitionsbedarf und Verschuldungsniveaus.

Im Fokus steht hĂ€ufig die Frage, ob die Dividende aus dem laufenden Cashflow gedeckt ist oder ob AusschĂŒttungen an die AktionĂ€re durch steigende Verschuldung erkauft werden. Eine nachhaltige Dividendenpolitik setzt voraus, dass nach den Investitionen in Wartung und Wachstum ausreichend freie Mittel verbleiben. FĂŒr Befesa ist zudem relevant, wie das Management die Balance zwischen Dividende, Schuldenabbau und möglichen Wachstumsinvestitionen definiert.

In zyklischen Branchen passen Unternehmen ihre Dividenden gelegentlich an das Umfeld an. In Jahren mit besonders hoher Ertragskraft sind Sonderdividenden oder leicht erhöhte AusschĂŒttungsquoten möglich, wĂ€hrend in Phasen schwĂ€cherer Ergebnisse eine stabil gehaltene oder reduzierte Divende im Interesse einer vernĂŒnftigen Bilanzpolitik stehen kann. Anleger beobachten daher, wie verlĂ€sslich sich die Dividende ĂŒber den Zyklus entwickelt und ob das Unternehmen an einer klar kommunizierten AusschĂŒttungsstrategie festhĂ€lt.

Die Dividendenrendite im VerhĂ€ltnis zum aktuellen Aktienkurs ist ein wichtiger, aber nicht alleiniger Bewertungsparameter. Ein vermeintlich hoher Prozentsatz kann Ausdruck eines gefallenen Kurses oder einer aus Investorensicht unsicheren Nachhaltigkeit der AusschĂŒttung sein. Umgekehrt kann eine moderate Rendite bei gleichzeitig robuster Bilanz und Wachstumsperspektiven attraktiv erscheinen, wenn die AusschĂŒttung regelmĂ€ĂŸig und gut finanzierbar ist.

Bewertung im Branchen- und Peervergleich

Ohne frische KurssprĂŒnge oder Unternehmensmeldungen rĂŒckt bei Befesa der Vergleich mit Wettbewerbern und Peer-Gruppen in den Vordergrund. Bewertungskennziffern wie Kurs-Gewinn-VerhĂ€ltnis (KGV), Unternehmenswert zu EBITDA (EV/EBITDA) oder Kurs-Buchwert-VerhĂ€ltnis (KBV) helfen, die Befesa-Aktie in Relation zu anderen Industrie- und Recyclingunternehmen einzuordnen. FĂŒr den Peervergleich herangezogen werden typischerweise Unternehmen aus den Bereichen Metallrecycling, Umweltservices und industrielle Dienstleistungen.

Das KGV spiegelt wider, welchen Multiplikator der Markt auf den bereinigten oder berichteten Jahresgewinn je Aktie ansetzt. In zyklischen Branchen berĂŒcksichtigen Investoren hĂ€ufig nicht nur den letzten berichteten Gewinn, sondern auch durchschnittliche Gewinne ĂŒber mehrere Jahre oder durch Analysten prognostizierte Werte. Eine Bewertung deutlich unterhalb des Peerschnitts kann auf Skepsis bezĂŒglich der Nachhaltigkeit der Gewinne oder spezieller Risiken hindeuten. Eine höhere Bewertung wiederum kann Ausdruck eines besonderen Vertrauens in Wachstumschancen oder StabilitĂ€t des GeschĂ€ftsmodells sein.

Das EV/EBITDA-Multiple ist fĂŒr KapitalgĂŒter- und Industrieunternehmen oft aussagekrĂ€ftiger, weil es die Verschuldung mit berĂŒcksichtigt. Es setzt den Unternehmenswert, also die Summe aus Marktkapitalisierung und Nettofinanzverbindlichkeiten, ins VerhĂ€ltnis zum operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Bei einem kapitalintensiven GeschĂ€ftsmodell wie dem von Befesa ist diese Kennziffer besonders relevant, da hohe Abschreibungen das Ergebnis nach Steuern beeinflussen, ohne unmittelbar die LiquiditĂ€t zu verĂ€ndern.

Das Kurs-Buchwert-VerhÀltnis gibt einen Eindruck davon, wie der Markt den bilanziellen Eigenkapitalstock bewertet. Werte nahe 1 deuten darauf hin, dass die Börse dem bilanziellen Vermögen ungefÀhr den Buchwert beimisst, wÀhrend deutlich höhere Werte eine optimistischere EinschÀtzung von Ertragskraft und immateriellen Faktoren widerspiegeln. Bei Unternehmen, deren Assets vor allem aus spezialisierten Industrieanlagen bestehen, spielt auch die Frage eine Rolle, wie realistisch Wiederbeschaffungswerte und Restwerte eingeschÀtzt werden.

Im Branchenvergleich ist zudem zu beachten, dass Befesa mit seinem Fokus auf gefÀhrliche Reststoffe und Zinkstaubrecycling in einem spezialisierten Nischenmarkt unterwegs ist. Klassische Metallrecycler, die stÀrker im SchrottgeschÀft oder im End-of-Life-Fahrzeugrecycling tÀtig sind, haben andere Treiber und Margenstrukturen. Ein direkter Vergleich der Bewertungskennziffern ist deshalb nur eingeschrÀnkt möglich und erfordert eine qualitative Einordnung des GeschÀftsmodells.

Nachhaltigkeit, Regulierung und ESG-Aspekte

Ein wichtiger Treiber der Investmentstory von Befesa sind Nachhaltigkeit und Umweltregulierung. Das Unternehmen operiert in einem Bereich, der von strengeren Umweltauflagen in vielen IndustrielĂ€ndern begĂŒnstigt wird. Stahl- und Aluminiumproduzenten mĂŒssen gefĂ€hrliche AbfĂ€lle fachgerecht entsorgen, und der politische Druck zur Reduzierung von Deponierung und Umweltbelastungen nimmt zu. Befesa positioniert sich als Partner, der diese Anforderungen technisch und regulatorisch erfĂŒllt.

FĂŒr Investoren werden ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) zunehmend zu einem integralen Bestandteil der Fundamentalanalyse. Auf der Umweltseite kann Befesa punkten, indem es Kreislaufwirtschaft ermöglicht und PrimĂ€rrohstoffe durch SekundĂ€rrohstoffe ersetzt. Dadurch können CO2-Emissionen und Ressourcenverbrauch potenziell reduziert werden, sofern die Recyclingprozesse effizient ausgestaltet sind. Kennzahlen zu eingesparten Emissionen oder zur Menge recycelter Materialien werden hĂ€ufig in Nachhaltigkeitsberichten dargestellt und von institutionellen Anlegern aufmerksam verfolgt.

Gleichzeitig sind Recyclinganlagen selbst mit Umwelt- und Sicherheitsrisiken verbunden. Der Umgang mit gefĂ€hrlichen Stoffen erfordert strikte Sicherheitsstandards, Genehmigungsverfahren und laufende Kontrollen. FĂŒr die Fundamentalanalyse ist relevant, inwieweit Befesa investiert, um regulatorische Anforderungen zu erfĂŒllen oder zu ĂŒbertreffen, und wie das Unternehmen etwaige Umwelt- oder SicherheitsvorfĂ€lle managt. Hohe Compliance-Standards können kurzfristig Kosten erhöhen, langfristig aber Risiken begrenzen.

Auf der Governance-Seite spielen die Zusammensetzung von Vorstand und Aufsichtsorganen, VergĂŒtungsstrukturen und Transparenz eine Rolle. Unternehmen mit klar kommunizierten Strategien, nachvollziehbaren Investitionsentscheidungen und einer aktiven Kapitalmarktkommunikation werden von vielen institutionellen Investoren bevorzugt. FĂŒr Befesa ist die regelmĂ€ĂŸige Veröffentlichung von Berichten, PrĂ€sentationen und Kennzahlen ĂŒber den Investor-Relations-Bereich ein wichtiges Instrument, um das Vertrauen der KapitalmĂ€rkte zu stĂ€rken.

Strategische Schwerpunkte und Wachstumshebel

Abseits der laufenden Berichterstattung zu einzelnen Quartalen ist fĂŒr eine fundamentale Betrachtung relevant, welche strategischen Schwerpunkte Befesa setzt. Dazu gehören etwa KapazitĂ€tserweiterungen in bestehenden Anlagen, der Bau neuer Standorte in Wachstumsregionen oder der Einstieg in angrenzende Recyclingsegmente. Ziel solcher Maßnahmen ist in der Regel, das Volumen der verarbeiteten Reststoffe zu erhöhen, Skaleneffekte zu nutzen und das Portfolio an recycelten Produkten zu verbreitern.

Ein strategischer Hebel ist die Ausweitung von langfristigen VertrĂ€gen mit großen Stahl- und Aluminiumproduzenten. Solche Vereinbarungen können Befesa eine Grundauslastung ĂŒber mehrere Jahre sichern und zugleich die Planbarkeit fĂŒr beide Seiten erhöhen. FĂŒr Investoren ist interessant, ob das Unternehmen in der Lage ist, neue Großkunden zu gewinnen oder bestehende Partnerschaften zu verlĂ€ngern. Die Verhandlungsmacht hĂ€ngt dabei auch von der regionalen Wettbewerbssituation und der VerfĂŒgbarkeit alternativer Entsorgungslösungen ab.

DarĂŒber hinaus kann technologische Innovation ein Differenzierungsmerkmal sein. Verbesserte Prozesse zur RĂŒckgewinnung von Metallen, höhere Ausbeuten oder effizientere Energieverwertung können die Margen steigern und das Angebot fĂŒr Kunden attraktiver machen. Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Kooperationen mit Technologiepartnern oder Hochschulen sind Indikatoren dafĂŒr, wie stark Befesa auf Innovation setzt.

Auch anorganisches Wachstum durch Übernahmen oder Joint Ventures ist in der Recyclingbranche ein mögliches Instrument. Unternehmen können so in neue MĂ€rkte eintreten, ergĂ€nzende Technologien erwerben oder regionale Cluster stĂ€rken. Aus fundamentaler Sicht ist wichtig, wie integriert solche Transaktionen werden, ob Synergien tatsĂ€chlich gehoben werden können und welche Auswirkungen sie auf Verschuldung und Kapitalstruktur haben.

Kurs im Blick: Fundamentaldaten als Orientierungsrahmen

Da am heutigen Tag keine außergewöhnlichen KurssprĂŒnge oder neuen Unternehmensmeldungen zur Befesa-Aktie vorliegen, dient der Blick auf die fundamentale Ausgangslage als Orientierungsrahmen fĂŒr die Bewertung. Auf Basis der zuletzt veröffentlichten GeschĂ€ftsberichte und ZwischenabschlĂŒsse können Anleger einschĂ€tzen, wie sich Umsatz, Ergebnis und Cashflows entwickelt haben und welche Kennziffern die aktuelle Marktpreisbildung beeinflussen.

Eine nĂŒchterne Fundamentalanalyse umfasst dabei immer den Abgleich zwischen Chancen und Risiken. Auf der Chancen-Seite stehen Megatrends wie Dekarbonisierung, strengere Umweltauflagen und Kreislaufwirtschaft, die den Bedarf an professionellen Recyclinglösungen erhöhen. Auf der Risiko-Seite stehen KonjunkturabhĂ€ngigkeit, MetallpreisvolatilitĂ€t, Energiepreise und mögliche regulatorische VerĂ€nderungen. Wie der Markt diese Faktoren zum aktuellen Kurs gewichtet, spiegelt sich in den gĂ€ngigen Bewertungskennziffern wider.

Wer den Wert beobachtet, wird daher typischerweise nicht nur auf den kurzfristigen Kursverlauf schauen, sondern Bilanzstruktur, Margenentwicklung, Dividendenprofil und strategische Weichenstellungen als Gesamtpaket betrachten. Damit ist der Rahmen gesteckt, in dem Privatanleger und institutionelle Investoren die Befesa-Aktie derzeit insbesondere ĂŒber ihre Fundamentaldaten einordnen.

Befesa im Kurzprofil

  • Name: Befesa S.A.
  • Branche: Industrielles Recycling von Stahl- und Aluminiumreststoffen
  • Hauptsitz: Luxemburg (Land per Unternehmensangaben)
  • KernmĂ€rkte: Europa, Asien, Nordamerika (Stahl- und Aluminiumindustrie)
  • Umsatztreiber: Recycling zinkhaltiger StahlstĂ€ube, Aluminiumreststoffe, Entsorgungs- und Verwertungsentgelte
  • Heimatbörse / Notierung: Börsennotiert in Europa; Handel auch an deutschen BörsenplĂ€tzen, ISIN LU1704650164 (WKN ĂŒber deutsche HandelsplĂ€tze abrufbar)
  • HandelswĂ€hrung: Euro

Mehr HintergrĂŒnde zur Befesa-Aktie

Weitere aktuelle Meldungen und ArchivbeitrĂ€ge zur Befesa S.A.-Aktie finden Sie gesammelt im ThemenĂŒberblick.

Mehr Befesa S.A.-News Investor Relations

Stimmungsbild zur Befesa-Aktie in sozialen Medien

YouTube X TikTok Instagram

Dieser Artikel wurde a.i.-gestĂŒtzt erstellt und redaktionell geprĂŒft. Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. BörsengeschĂ€fte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

de | LU1704650164 | BEFESA | boerse | 69559233 | bgmi