Weniger befristete Jobs - Junge trifft es hÀufiger
Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 11:09 Uhr | dpa.deIn der Altersgruppe zwischen 15 und 25 Jahren waren vergangenes Jahr 18,3 Prozent der Erwerbspersonen befristet beschÀftigt, wie das Statistische Bundesamt auf Grundlage des Mikrozensus 2025 berichtet. Das ist mehr als dreimal so viel wie bei sÀmtlichen BeschÀftigten mit einem Anteil von 6 Prozent befristeter Jobs. Das entspricht rund 2,2 Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.
Damit sind die Jobs auf Zeit am deutschen Arbeitsmarkt insgesamt rĂŒcklĂ€ufig. 2015 hatte ihr Anteil noch 7 Prozent betragen. Insgesamt arbeiteten laut Bundesamt 2025 rund 6,4 Millionen Menschen in sogenannten "atypischen" BeschĂ€ftigungsformen wie Befristung, Minijob, kurzer Teilzeit oder Zeitarbeit. Das entsprach wie schon im Vorjahr 17,2 Prozent der KernerwerbstĂ€tigen. Langfristig ist dieser Anteil nach Destatis-Angaben rĂŒcklĂ€ufig. 2015 hatte er noch 20,8 Prozent betragen.
Freiwillig macht das kaum wer
Freiwillig geht kaum jemand einen befristeten Job ein. Lediglich 2,7 Prozent der befristet BeschĂ€ftigten gaben an, sich bewusst fĂŒr diese Vertragsform entschieden zu haben. Mehr als die HĂ€lfte der Befristungen hatte zudem eine Laufzeit von weniger als einem Jahr. Besonders weit verbreitet sind Befristungen im Bildungssektor mit einem Anteil von 11,2 Prozent. Auch im Gastgewerbe gibt es mit 8,8 Prozent mehr ZeitvertrĂ€ge als in der Gesamtwirtschaft.
Der Vize-Vorsitzende des DGB, Stefan Körzell, macht auf mögliche Nachteile befristeter ArbeitsverhĂ€ltnisse aufmerksam. Er sagt: "Wer befristet arbeitet, lebt mit groĂer Unsicherheit: Es fĂ€llt schwer, das eigene Leben zu gestalten und die eigenen Interessen im ArbeitsverhĂ€ltnis durchzusetzen." Ein unbefristeter Vertrag sei fĂŒr viele die Voraussetzung, einen Mietvertrag abzuschlieĂen, eine Familie zu grĂŒnden oder sich weiterzubilden und langfristig an ihr Unternehmen zu binden.
Gegen lÀngere Befristungen ohne Sachgrund
Körzell wandte sich erneut gegen PlĂ€ne der Regierungskoalition, die sogenannten sachgrundlosen Befristungen auf bis zu 48 Monate zu verlĂ€ngern. Sie mĂŒssten stattdessen ersatzlos gestrichen werden, verlangt der Gewerkschafter. "Nur wer sicher im Job ist, kann sich mit der eigenen Arbeit und dem Unternehmen identifizieren. Das ist ein Standortvorteil - kein Hindernis."
