Behörde zu Vorfall mit Lufthansa-Airbus: Schwere Störung
Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 14:17 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDemnach setzte die Maschine 18,8 Meter vor der Schwelle der Landebahn 26L auf und ĂŒberrollte dabei drei Lampen. Auch sieben Reifen des Hauptfahrwerks wurden beschĂ€digt. Verletzte gab es nicht.
Die Bundesstelle stuft das Ereignis als schwere Störung ein. Das charakterisiert laut Flugunfall-Untersuchungs-Gesetz (FlUUG) ein Ereignis, dessen UmstĂ€nde darauf hindeuten, dass sich beinahe ein Unfall ereignet hĂ€tte. Eine konkrete Ursache fĂŒr den Vorfall nennt der Bericht nicht. Ein Abschlussbericht soll voraussichtlich im nĂ€chsten Jahr vorliegen.
Gewitter und schlechte Sicht
Der Airbus war am 17. August aus San Francisco gekommen und hatte dem Bericht zufolge 352 Passagiere sowie 24 Besatzungsmitglieder an Bord. Zum Zeitpunkt des Anflugs herrschten am Flughafen MĂŒnchen schwierige Wetterbedingungen mit Gewitter und Regen. Nach Angaben der Besatzung verschlechterte sich die Sicht im Endanflug erheblich. Die Anflug- und Landebahnbeleuchtung war demnach nur eingeschrĂ€nkt zu erkennen. Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes lag die Sicht an der Landebahn bei 800 Metern. Die Besatzung schĂ€tzte die Sicht auf höchstens 500 Meter.
Weil an der Bahn das klassische ILS-System (Instrument Landing System) nicht zur VerfĂŒgung stand, bei dem Signale vom Boden aus das Flugzeug zur Piste leiten, wurde ein sogenannter RNP-Anflug beschlossen, der ĂŒber GPS-Satelliten lĂ€uft. Hier unterstĂŒtzt ein Computer-System die Piloten und rechnet die GPS-Daten um.
Flugzeug zu tief
Nach den Aufzeichnungen des Flugdatenschreibers wich das Flugzeug dennoch im Endanflug zunehmend von der berechneten Flugbahn nach unten ab. In etwa 30 FuĂ Höhe - rund neun Meter ĂŒber dem Boden - bemerkte der KapitĂ€n, dass das Flugzeug zu tief war. Zwei Sekunden spĂ€ter setzte es vor der Schwelle auf.
Die Besatzung erfuhr erst nach der Landung, dass Lichter an der Schwelle beschÀdigt worden waren. Erst auf der Parkposition entdeckte einer der Piloten SchÀden an Reifen des Hauptfahrwerks und meldete sie.
Zwei VorfÀlle binnen zwei Tagen
Nur zwei Tage zuvor hatte sich auf derselben Bahn ein Beinahe-Unfall ereignet. Eine Maschine der Vietnam Airlines war beim Start zu langsam. Der Pilot zog die Flugzeugnase hoch, das Flugzeug hob gerade noch ab und landete etwa zwei Stunden spĂ€ter wieder in MĂŒnchen. Dabei war am Fahrwerk Qualm zu sehen, Reifen waren geplatzt.
Passagiere und Besatzung blieben unverletzt. Bei dem Vorfall waren die rund 270 Passagiere und die Crew nach Ansicht von Fachleuten nur knapp einer Katastrophe entgangen. Warum der Flieger nicht ausreichend beschleunigen konnte, ist weiter unklar. Die Airline sprach bereits kurz nach dem Vorfall von einem technischen Problem. Auch diesen Vorfall untersucht die BFU noch.
