NĂ€chster Pilotenstreik bei Lufthansa-Tochter Discover
15.02.2024 - 18:14:30Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat ihre Mitglieder zu einem dreitĂ€gigen Streik aufgerufen, der am Samstag beginnen soll. Das Ende des Ausstands ist fĂŒr den Montag um 23.59 Uhr geplant. Ziel sei weiter ein zeitnaher und fairer Abschluss zu VergĂŒtung und Manteltarif, teilte die VC am Donnerstag mit.
Die Piloten haben seit Dezember bereits einen fĂŒnfstĂŒndigen Warnstreik und zwei regulĂ€re Streiks veranstaltet, um bei der vor zweieinhalb Jahren gegrĂŒndeten Gesellschaft einen ersten Tarifvertrag zu erzwingen. Mit zunĂ€chst 24 Flugzeugen und rund 420 Piloten will die Lufthansa unter anderem dem Ferienflieger Condor Konkurrenz machen.
Das Unternehmen zahlt nach eigenen Angaben höhere PilotengehĂ€lter, die sie mit dem Betriebsrat vereinbart hat. Die neuen GehĂ€lter entsprechen exakt der Forderungslage der VC, wie beide Seiten bestĂ€tigt haben. Die Gewerkschaft will den Arbeitskampf weiterfĂŒhren, obwohl ihre materiellen Forderungen damit zunĂ€chst weitgehend umgesetzt scheinen.
"Kollektives Betteln"
Eine Betriebsvereinbarung erreiche nicht die RechtsqualitĂ€t und Sicherheit eines Tarifvertrags mit der Gewerkschaft, hatte die VC kritisiert. KĂŒnftige GesprĂ€che ĂŒber Gehaltssteigerungen wĂŒrden zum "kollektiven Betteln". Es sei erkennbar, dass das Unternehmen lieber mit dem Betriebsrat verhandele und die Höhe der Forderung nicht ausschlaggebend fĂŒr die Ablehnung des angestrebten Tarifvertrags gewesen sei.
Das Unternehmen hÀlt hingegen nach Angaben einer Sprecherin am Ziel eines Tarifvertrags fest. Bei den Streiks waren zahlreiche Flugzeuge am Boden geblieben. Die Airline hatte berichtet, aber nahezu alle Passagiere ans Ziel gebracht zu haben.
Die VC-Tarifkommission warnte die Kollegen auch vor der vom Lufthansa-Konzern angestrebten "Sozialpartnerschaftscharta". Mit VorankĂŒndigungsfristen, festgelegten Eskalationsstufen, verpflichtender Mediation, Zwangsschlichtung und Begrenzung möglicher Forderungen werde alleine die EinschrĂ€nkung des bestehenden Streikrechts angestrebt. Das werde man nicht akzeptieren.

