Philippinen: Soldat schwer verletzt bei aggressivem Vorgehen chinesischer KrÀfte
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 11:53 Uhr | dpa.deAngehörige der chinesischen KĂŒstenwache schlugen den Soldaten mit einem Schlagstock, nachdem es nahe der Second-Thomas-Untiefe zu einem Zwischenfall gekommen war, wie das MilitĂ€r des sĂŒdostasiatischen Inselstaats mitteilte.
Bei der Untiefe handelt es sich um ein Korallenriff in den Spratly-Inseln im SĂŒdchinesischen Meer. Sie liegt knapp 200 Kilometer westlich der philippinischen Insel Palawan, wird aber von China beansprucht. Philippinische Truppen sind seit 1999 in der Region auf dem gestrandeten Schiff "BRP Sierra Madre" stationiert. Bei Versorgungsmissionen fĂŒr das Schiff kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Konfrontationen mit chinesischen Schiffen.
Was ist passiert?
Dem philippinischen MilitĂ€r zufolge hatte sich am Morgen (Ortszeit) ein Schlauchboot der chinesischen KĂŒstenwache mit acht EinsatzkrĂ€ften dem Schiff "unrechtmĂ€Ăig" bis auf kurze Distanz genĂ€hert. Die Besatzung habe Fotos und Videos aufgenommen.
Zwei philippinische Schlauchboote hÀtten versucht, das chinesische Boot "ruhig und nicht konfrontativ" aus dem Gebiet zu begleiten. Die chinesischen EinsatzkrÀfte hÀtten darauf "gewaltsam und aggressiv" reagiert, einen Marinesoldaten mit einem Holzstock am Kopf verletzt und zudem eines der philippinischen Boote beschÀdigt. Weitere Details zum Gesundheitszustand des Mannes wurden zunÀchst nicht bekannt.
Das philippinische AuĂenministerium verurteilte den Vorfall scharf und kĂŒndigte diplomatische Schritte an. Aus Peking gab es zunĂ€chst keine Reaktion.
Rohstoffreiche Region
Im umstrittenen SĂŒdchinesischen Meer kommt es immer wieder zu ZwischenfĂ€llen, speziell zwischen der chinesischen KĂŒstenwache und philippinischen Schiffen. Die Chinesen setzen dabei regelmĂ€Ăig Wasserwerfer ein; auch zu Kollisionen ist es bereits gekommen.
China reklamiert praktisch das gesamte SĂŒdchinesische Meer fĂŒr sich. Die Philippinen, Vietnam, Malaysia und andere LĂ€nder weisen die AnsprĂŒche zurĂŒck und berufen sich dabei auf ein Urteil des UN-Schiedsgerichts von 2016. China erkennt das Urteil aber nicht an. Das rohstoffreiche Gebiet gilt auch als wichtige globale Handelsroute.
