Minister wollen bei Treffen Winzer in Weinbaukrise stÀrken
19.11.2025 - 12:16:44Am Donnerstag und Freitag (20./21.11.) wollen die Ressortchefs aus acht LĂ€ndern im hessischen Rheingau ĂŒber rechtliche und wirtschaftliche Verbesserungen fĂŒr Winzerinnen und Winzer beraten. Steigende Kosten, weniger Konsum, Ăberproduktion und internationale Konkurrenz setzen den Weinbau unter Druck.
Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur geht es im Kloster Eberbach bei Eltville unter anderem um Reformen des Weinrechts und eine verstĂ€ndlichere Kennzeichnung der Flaschen. Ziel ist es, die Orientierung fĂŒr Verbraucher und damit die Vermarktung fĂŒr Winzer zu verbessern.
Die HÀlfte aller BundeslÀnder betroffen
Eingeladen sind - abgesehen von Hessen - Ministerinnen und Minister aus Rheinland-Pfalz, Baden-WĂŒrttemberg, Bayern, dem Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen.
Zudem geht es bei dem Treffen um BĂŒrokratieabbau. Aktuell machen Staat und Weinbranche umfangreiche Vorschriften, wie ein Wein sein muss, um eine bestimmte Bezeichnung zu bekommen. Hessischer Wunsch ist es nach dpa-Informationen, dass die Branche sich mehr Profil gibt und die Anbaugebiete zunehmend selbst definieren, welche Eigenarten ihre Weine haben sollen.
Befristeter Stopp der Neuausweisung von RebflÀchen?
Ăberdies könnten Weinbaubetriebe perspektivisch auch bei der Werbung sowie bei Kontrollen mehr Eigenverantwortung ĂŒbernehmen, hieĂ es vor dem Ministertreffen. Aufgabe von Bund und LĂ€ndern sei es, diesen Systemwechsel zu mehr Selbstverwaltung zu unterstĂŒtzen und tragfĂ€hige Finanzierungskonzepte mit der Weinbranche zu entwickeln.
Vom Bund wĂŒnschen sich die LĂ€nder nach dpa-Informationen auch, er möge sich bei der EU fĂŒr einen regionalisierten, befristeten Stopp der Neuausweisung zusĂ€tzlicher RebflĂ€chen einsetzen.
Der einladende hessische Weinbauminister Ingmar Jung (CDU) betont immer wieder, dass von zehn in Deutschland getrunkenen Flaschen Wein nur vier aus heimischer Produktion stammen - mehr als die HĂ€lfte wird aus anderen Staaten importiert. Nach Jungs Worten muss der deutsche Weinbau sichtbarer werden. Mit einer verbesserten Vermarktung wĂŒrden die Kulturlandschaften der Weinbauregionen und damit letztlich auch der Tourismus gestĂ€rkt.
"EigenstĂ€ndige Plattform ĂŒber die Agrarministerkonferenz hinaus"
Bei dem Ministertreffen am Donnerstag und Freitag sollen weinbaupolitische Leitlinien erarbeitet werden. Die Zusammenkunft ist laut Hessens Weinbauministerium eine neue "eigenstĂ€ndige Plattform ĂŒber die Agrarministerkonferenz hinaus". Das fast 900-jĂ€hrige Kloster Eberbach ist ein Touristenmagnet und zugleich das hessische, derzeit defizitĂ€re Staatsweingut. Es will sein Profil schĂ€rfen.

