Entwurf: 1,5 Milliarden Einsparung beim Wohngeld 2027
25.06.2026 - 14:28:55 | dpa.deAb 2028 soll die KĂŒrzung insgesamt jĂ€hrlich gut zwei Milliarden Euro betragen. Dies geht aus einem Gesetzentwurf des Bauministeriums von Verena Hubertz (SPD) hervor, aus dem der "Tagesspiegel" berichtete. Der Entwurf ist inzwischen veröffentlicht.
Bund und LĂ€nder zahlten 2024 nach Angaben des Statistischen Bundesamts je zur HĂ€lfte rund 4,7 Milliarden Euro Wohngeld an gut 1,2 Millionen Haushalte. Anfang 2023 war mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz der Kreis der Berechtigten deutlich erweitert worden. Nach Angaben des Wohnungsministeriums sind 44 Prozent der Bezieher Familien, in 52 Prozent der Wohngeldhaushalte leben Rentnerinnen und Rentner.
Hubertz soll sparen
Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) fordert von Hubertz Einsparungen von rund einer Milliarde Euro im Bundeshaushalt. Laut Entwurf soll beim Wohngeld an drei Stellen gekĂŒrzt werden: Die Heizkostenpauschale wĂŒrde halbiert; eine geplante Erhöhung des Wohngeldes am 1. Januar 2027 soll ausfallen; und die Berechnungsformel fĂŒr das Wohngeld soll verĂ€ndert werden. Damit wĂŒrde laut "Tagesspiegel" den betroffenen Haushalten ein gröĂerer Teil ihres Einkommens angerechnet, so dass sie weniger Wohngeld bekĂ€men.
Hubertz hatte die KĂŒrzungsplĂ€ne vergangene Woche in der "Rheinischen Post" angekĂŒndigt. Demnach sollen rund ein Drittel der bisher Anspruchsberechtigten kĂŒnftig kein Wohngeld mehr erhalten. In bestehende Bescheide werde aber nicht eingegriffen. Wohngeld wird nach Angaben des Bauministeriums in der Regel fĂŒr zwölf Monate bewilligt, unter bestimmten UmstĂ€nden auch fĂŒr 24 Monate. Danach muss es neu beantragt werden.
Mehrkosten an anderer Stelle
Laut Gesetzentwurf werden wegen der WohngeldkĂŒrzung absehbar mehr Menschen Grundsicherung oder Sozialhilfe beziehen mĂŒssen. Im Jahr 2029 wĂ€ren dies laut Entwurf insgesamt 164.000 Haushalte. FĂŒr diese Sozialleistungen fielen dann Mehrkosten von insgesamt rund 680 Millionen Euro beim Bund an und 74 Millionen Euro fĂŒr die Kommunen, wie aus dem Entwurf hervorgeht.
Die Berichterstatterin der GrĂŒnen fĂŒr das Wohngeld, Mayra Vriesema, kritisierte die PlĂ€ne als eine der gröĂten SozialkĂŒrzungen der vergangenen Jahre. "Unter dem Deckmantel der Haushaltskonsolidierung plant die schwarz-rote Koalition einen massiven Angriff auf die soziale Sicherheit von ĂŒber einer Million Haushalten", meinte die GrĂŒnen-Politikerin. Die SchwĂ€chsten der Gesellschaft wĂŒrden mit Wucht getroffen.
