Belgien, Betrüger

Belgien: Betrüger nutzen Deepfake von König Philippe

25.01.2026 - 00:10:12

Kriminelle nutzen gefälschte Videoanrufe mit dem Monarchen, um Unternehmer zu betrügen. Behörden warnen vor einer neuen Dimension des Phishings und ermitteln.

Eine neue Betrugswelle erschüttert Belgien. Kriminelle kontaktieren gezielt Unternehmer und Würdenträger, geben sich als Mitglieder des Königshauses aus und setzen dabei auf gefälschte Videoanrufe mit König Philippe. Die belgische Staatsanwaltschaft und das Zentrum für Cybersicherheit (CCB) warnen eindringlich vor der Masche.

So funktioniert der KI-gestützte Betrug

Die Täter nehmen per Telefon, E-Mail oder WhatsApp Kontakt zu ihren Opfern auf – meist belgische Wirtschaftsführer. Sie geben sich als hochrangige Vertreter des Königshauses aus und laden zu Videoanrufen ein. In diesen Gesprächen soll den Opfern suggeriert werden, sie sprächen direkt mit König Philippe. Die Behörden vermuten den Einsatz von Deepfake-Technologie, um das Abbild des Monarchen zu erzeugen.

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Ein weiterer Trick sind gefälschte Einladungen zu einem angeblichen Gala-Dinner der König-Baudouin-Stiftung, angeblich für Februar oder April 2026 geplant. Die Angeschriebenen werden um finanzielle Beiträge oder Sponsoring gebeten. Die Täter wählen ihre Opfer gezielt nach möglichen Verbindungen zum Königshaus aus, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.

Gezielte Opferauswahl und frühere Versuche

Die aktuelle Welle ist eine Eskalation. Bereits Anfang 2025 kontaktierten Betrüger Familien, Unternehmer und ausländische Würdenträger. Damals baten sie unter einem Vorwand um Geld für die angebliche Befreiung belgischer Journalisten in Syrien. In mindestens einem Fall kam es zu einer Geldüberweisung.

Neben der Identität von König Philippe missbrauchen die Kriminellen auch die Namen von Kabinettschef Vincent Houssiau und des Geheimdienstchefs Stéphane Dutron. Die Kommunikation wird so gestaltet, als käme sie direkt vom Königlichen Palast.

Phishing erreicht eine neue Dimension

Der Identitätsmissbrauch ist nicht neu, doch KI-generierte Videos markieren eine gefährliche Stufe. Deepfakes machen es für Laien nahezu unmöglich, Fälschungen zu erkennen. Die Betrüger nutzen gezielt den Respekt vor der Monarchie, um Opfer zu manipulieren.

Die Masche fügt sich in einen besorgniserregenden Trend: Laut Finanzmarktaufsicht FSMA verursachte Finanzbetrug in Belgien 2025 Schäden von über 38 Millionen Euro. Besonders Betrug über WhatsApp-Gruppen mit angeblichen Anlagetipps verzeichnete Millionenschäden.

Ermittlungen laufen – Behörden raten zu Misstrauen

Das Bundeskriminalamt hat mit spezialisierten Cyber-Einheiten Ermittlungen aufgenommen. Wegen der laufenden Verfahren halten sich die Behörden mit Details zurück. Sie appellieren an die Öffentlichkeit, wachsam zu sein.

Das CCB rät zu äußerster Skepsis bei unerwarteten Kontaktaufnahmen, die mit Geldforderungen verbunden sind. Keine persönlichen Daten preisgeben und kein Geld überweisen, ohne die Echtheit des Anliegens über einen unabhängigen, verifizierten Kanal zu prüfen. Verdächtige Nachrichten sollten sofort gemeldet werden.

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