ROUNDUP, Grippewelle

Grippewelle in Deutschland hat begonnen - RKI rÀt zur Impfung

04.01.2024 - 05:59:59

Bereits im Dezember meldete das Robert Koch-Institut einen deutlichen Anstieg an Grippenachweisen - nun haben die Experten Gewissheit: Die Grippewelle in Deutschland hat begonnen.

Der Definition des RKI zufolge wird der Beginn rĂŒckblickend auf die Woche bis 16. Dezember 2023 datiert, wie aus einem am Mittwochabend veröffentlichten Bericht hervorgeht. Im Nationalen Referenzzentrum fĂŒr Influenzaviren im RKI werden regelmĂ€ĂŸig Proben von Patienten mit Symptomen einer akuten Atemwegsinfektion untersucht. Laut den Experten spricht man vereinfacht gesagt dann vom Beginn der Grippewelle, wenn in jeder fĂŒnften Patientenprobe Influenzaviren nachgewiesen werden.

FĂŒr die Wochen zwischen dem 18. und dem 31. Dezember seien bislang knapp 9000 durch Laboranalysen bestĂ€tigte GrippefĂ€lle an das RKI ĂŒbermittelt worden, heißt es im Bericht. Wegen der Feiertage seien die Zahlen fĂŒr die letzte Dezemberwoche allerdings nur eingeschrĂ€nkt bewertbar, da in der Zeit unter anderem weniger getestet werde. Insgesamt wurden dem Institut seit Oktober rund 16 600 GrippefĂ€lle gemeldet.

Dem aktuellen Bericht zufolge wurden zuletzt am hÀufigsten Influenza A(H1N1)pdm09-Viren festgestellt. Vor allem Kinder im Schulalter und junge Erwachsene seien betroffen. Zu diesem Subtyp schreibt das RKI auf seiner Website, er sei wÀhrend der Grippe-Pandemie 2009 erstmals aufgetreten: als sogenannte Schweinegrippe. Er zirkuliere seitdem auch saisonal in Deutschland, zuletzt deutlich in der Saison 2018/19.

Bei Grippewellen, in denen dieser Erreger dominierte, sei bislang zu beobachten gewesen, dass es auch bei jĂŒngeren Erwachsenen und Kindern zu sehr schweren Erkrankungen und TodesfĂ€llen gekommen sei, insbesondere wenn Grundkrankheiten vorlagen. "Insgesamt sind solche schweren VerlĂ€ufe bei jungen Menschen aber selten."

Allgemein tragen laut RKI vor allem Ă€ltere Menschen das Risiko, schwer an einer Grippe zu erkranken oder zu sterben. "Die Zahl der TodesfĂ€lle kann bei den einzelnen Grippewellen stark schwanken, von mehreren hundert bis ĂŒber 25 000 in der Saison 2017/18."

Eine Grippe macht sich oft durch einen plötzlichen Erkrankungsbeginn mit Fieber, Muskel- oder Kopfschmerzen bemerkbar, wie das RKI informiert. "HĂ€ufig kommt etwas spĂ€ter ein trockener Reizhusten dazu." Ein Drittel der Erkrankten habe nur milde, ein weiterer Drittel gar keine Symptome. Betroffene seien in der Regel fĂŒnf bis sieben Tage krank.

Im Jahr 2022 hatte die Grippewelle bereits im November und damit ungewöhnlich frĂŒh begonnen. In den Jahren vor Corona begann sie laut RKI meist im Januar und dauerte drei bis vier Monate.

"Alle Personen, fĂŒr die die Stiko die Grippeschutzimpfung empfiehlt, sollten sich möglichst bald noch impfen lassen, falls dies noch nicht geschehen ist", heißt es im aktuellen Bericht. Dazu zĂ€hlen unter anderem alle Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, chronisch Kranke, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und Menschen mit erhöhtem beruflichen Risiko.

@ dpa.de