Berlin und Freiburg starten neue Wohnquartiere
13.03.2026 - 00:00:15 | boerse-global.deIn Berlin-Spandau beginnen die Bauarbeiten fĂŒr ein neues Eigentumsquartier, wĂ€hrend in Freiburg ein soziales Wohnungsbauprojekt fertig wird. Die Projekte zeigen zwei Wege im Kampf gegen den Wohnraummangel.
Havellichter: Autofrei wohnen an der Havel
Auf einer zwei Hektar groĂen BrachflĂ€che in Berlin-Spandau entstehen 284 Wohneinheiten. Das Projekt âHavellichterâ setzt auf Eigentum: 267 Wohnungen und 17 bootshausĂ€hnliche DoppelhaushĂ€lften. Letztere richten sich mit etwa 126 Quadratmetern und Preisen ab 234.000 Euro an Familien.
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Das Quartier wird weitgehend autofrei. Der Verkehr lĂ€uft ĂŒber eine zentrale Tiefgarage mit mehr als 160 StellplĂ€tzen. Energie kommt aus FernwĂ€rme und Photovoltaik, begrĂŒnte DĂ€cher fördern die Regenwasserversickerung. Der Bezug der ersten GebĂ€ude ist etappenweise ab 2028 geplant.
Freiburg setzt auf sozialen Mix
Gleichzeitig meldet Freiburg die Fertigstellung von 76 geförderten Mietwohnungen. Das Projekt âGĂŒterbahnareal Nordâ bietet Einzimmerwohnungen bis hin zu sechs Zimmern fĂŒr GroĂfamilien. Zehn Kleinstwohnungen sind gezielt fĂŒr von Obdachlosigkeit bedrohte Personen konzipiert.
âBezahlbarer Wohnraum ist zentral fĂŒr moderne Stadtentwicklungâ, sagt OberbĂŒrgermeister Martin Horn. Das Ensemble gruppiert sich um einen begrĂŒnten Innenhof mit neuer Kita. Ein MobilitĂ€tskonzept mit 190 FahrradstellplĂ€tzen und Nahverkehrs-ZuschĂŒssen soll vom eigenen Auto abhalten.
MIPIM: Berlin wirbt als Zukunftslabor
Auf der Immobilienmesse MIPIM in Cannes prĂ€sentiert sich Berlin derweil als urbanes Zukunftslabor. Senator Christian Gaebler wirbt fĂŒr politische Reformen, um Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. Internationale Investoren zeigen laut Fachbesuchern weiter groĂes Interesse an deutschen Metropolen â wenn die Rahmenbedingungen stimmen.
Die vorgestellten Konzepte folgen einem klaren Trend: Multifunktionale Quartiere, die Wohnen, Arbeiten und Freizeit an einem Ort bĂŒndeln. Das verkĂŒrzt die Wege im Alltag.
Baugenehmigungen steigen erstmals wieder
Die Projekte fallen in eine phase der leichten Erholung. Die Zahl der Baugenehmigungen stieg 2025 erstmals seit 2021 wieder â um 10,8 Prozent auf rund 238.500 Wohnungen. Bundesbauministerin Verena Hubertz spricht von einer Trendwende.
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Doch die Herausforderungen bleiben groĂ. Eine Analyse der Investitionsbank Berlin zeigt die Schere: WĂ€hrend sich ein Berliner Haushalt im Schnitt 13 Euro Kaltmiete leisten kann, kostet freifinanzierter Neubau oft 20 Euro. Experten betonen: Neben Eigentumsprojekten wie in Spandau braucht es weiter massive Investitionen in geförderte Miete wie in Freiburg. Nur so bleibt der soziale Mix gewahrt.
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