Besserer Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen geplant
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 10:43 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDas haben Justizministerin Stefanie Hubig und Finanzminister Lars Klingbeil (beide SPD) in Eckpunkten fĂŒr einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt und ĂŒber den zuvor der "Kölner Stadt-Anzeiger"berichtet hatte. Demnach sollen neu abgeschlossene WohngebĂ€udeversicherungen auch weitere Naturgefahren - also ElementarschĂ€den - abdecken, was bisher nicht der Standard ist.
"Fachleute erwarten, dass Extremwetter durch den Klimawandel noch hĂ€ufiger fĂŒr groĂe SchĂ€den an HĂ€usern sorgen werden. Wir brauchen deshalb einen flĂ€chendeckenden Versicherungsschutz fĂŒr ElementarschĂ€den", sagte Hubig dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Zugleich mĂŒsse der Schutz fĂŒr EigentĂŒmer und Mieter bezahlbar bleiben, so die Ministerin. Dem Papier zufolge mĂŒssten im Schadensfall EigentĂŒmerinnen und EigentĂŒmer fĂŒr höchstens 20.000 Euro selbst aufkommen.
Versicherungsbranche fĂŒr mehr PrĂ€vention
ElementarschÀden sind SchÀden an GebÀuden oder Hausrat, die durch bestimmte Naturgefahren wie etwa Hochwasser, Starkregen oder Erdbeben entstehen. Sie sind in der Regel nicht automatisch durch eine WohngebÀude- oder Hausratversicherung abgedeckt, sondern erfordern einen zusÀtzlichen Versicherungsbaustein, die sogenannte Elementarschadenversicherung.
"Es ist richtig, dafĂŒr zu sorgen, dass mehr GebĂ€ude gegen Naturgefahren versichert sind", sagte Jörg Asmussen, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Eine Pflichtversicherung verhindere aber keinen einzigen Schaden. "Damit Elementarschutz auch in 20 Jahren noch bezahlbar bleibt, brauchen wir deshalb gleichzeitig verbindliche PrĂ€vention und eine staatliche RĂŒckversicherung fĂŒr extreme Naturkatastrophen, wie sie der Koalitionsvertrag ausdrĂŒcklich vorsieht."
Viele WohngebÀude nicht gegen ElementarschÀden versichert
Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal Mitte Juli 2021 war nur ein Teil der massiven SchĂ€den an GebĂ€uden durch Versicherungspolicen abgedeckt. Die Bundesregierung strebt deshalb bereits seit lĂ€ngerem eine Reform an. Bundesweit sind derzeit ĂŒber 40 Prozent der WohngebĂ€ude nicht gegen Ăberflutung und andere ElementarschĂ€den versichert.
Bereits bestehende GebĂ€udeversicherungen sollen dem Vorhaben nach auf ElementarschĂ€den erweitert werden können. Dieser Schutz soll nach einem Jahr automatisch greifen, wenn EigentĂŒmer auf ein entsprechendes Angebot von Versicherungsunternehmen nicht reagieren.
