Bio mit Rekordumsatz - doch AgrarflÀche wÀchst nur langsam
11.02.2025 - 12:45:22Im vergangenen Jahr konnte die Branche ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 5,7 Prozent auf fast 17 Milliarden Euro steigern. Diesem Rekordwachstum stehe jedoch eine gebremste Umstellung auf Bio-Landwirtschaft gegenĂŒber, sagte die Vorsitzende des Bunds Ăkologische Lebensmittelwirtschaft (BĂLW), Tina Andres, zum Start der Naturkostmesse Biofach in NĂŒrnberg. Das Angebot auf dem weltweit zweitgröĂten Bio-Markt drohe hinter der Nachfrage hinterherzuhinken.
Auf der Weltleitmesse fĂŒr Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik werden bis Freitag rund 2.300 Ausstellende aus mehr als 90 LĂ€ndern dem Fachpublikum ihre Neuheiten prĂ€sentieren. Zu den Trends gehören nach Angaben der Veranstaltenden in diesem Jahr innovative vegane Lebensmittel, schnell verfĂŒgbare Sattmacher wie GemĂŒse-Riegel, Snacks und GetrĂ€nke wie fermentierter Kaffee aus der Flasche.
EngpÀsse bei Schweinefleisch und Eiern
Das Umsatzplus im vergangenen Jahr sei anders als 2023 vor allem von einer gröĂeren Absatzmenge getragen, erlĂ€uterte Marktanalystin Diana Schaack von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft. Dabei landeten insbesondere Mehl, Speiseöl und Milchprodukte hĂ€ufiger im Einkaufswagen. Bei Obst, GemĂŒse und Kartoffeln ging der Absatz in Folge wetterbedingter ErnteeinbuĂen dagegen zurĂŒck. EngpĂ€sse angesichts hoher Nachfrage zeichneten sich inzwischen unter anderem bei Schweinefleisch, Eiern und Milch ab, sagte Schaack.
Dass sich Bio-Lebensmittel wachsender Beliebtheit erfreuen, bestĂ€tigt auch Petra SĂŒptitz vom Marktforschungsunternehmen NIQ in NĂŒrnberg. "Bio-Produkte haben sich als fester Bestandteil des Einkaufsverhaltens etabliert", teilte die Nachhaltigkeitsexpertin mit. AuffĂ€llig sei, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher bereit seien, mehr fĂŒr Bio-Produkte zu zahlen. Diese greifen nach einer NIQ-Analyse vor allem zu Bio, um regionale Produzenten zu unterstĂŒtzen oder um etwas fĂŒr den Natur- und Klimaschutz zu tun.
Noch weit vom Ziel entfernt
Deutlich mehr Bio-Kundinnen und -Kunden konnten laut Schaack die DrogeriemĂ€rkte im vergangenen Jahr mit Trockenprodukten wie Ăl, Mehl oder Nudeln anlocken. Auch die Discounter und der Naturkosthandel konnten steigende UmsĂ€tze verbuchen.
Die ökologisch bewirtschafte AgrarflÀche sei im vergangenen Jahr mit 0,4 Prozent dagegen deutlich langsamer gewachsen, sagte Andres. Mit nun 1,89 Millionen Hektar macht diese demnach gut 11 Prozent aller landwirtschaftlichen FlÀchen aus. ErklÀrtes Ziel der Bundesregierung waren 30 Prozent bis 2030.
Weltweit stieg die Bio-FlÀche nach den aktuellsten Zahlen der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen bis Ende 2023 um 2,6 Prozent auf 98,9 Millionen Hektar. Das waren rund 2 Prozent der landwirtschaftlichen FlÀchen weltweit.

