Bitzero Aktie: 110-MW-Campus für 2,6 Milliarden
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 06:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Goldrausch der Künstlichen Intelligenz stößt an eine physische Grenze: den Strom. Während die Branche bisher vor allem auf knappe Chips starrte, wird der Netzzugang zum eigentlichen Nadelöhr. Bitzero Holdings positioniert sich genau hier als spezialisierter Infrastruktur-Partner.
Das Unternehmen operiert in Norwegen als lizenzierter Netzbetreiber auf der 132-kV-Ebene. Durch den Besitz eigener Hochspannungsleitungen und Umspannwerke umgeht der Konzern teure Gebühren an Drittanbieter. Die Folge sind Stromkosten von etwa 4,3 Cent pro Kilowattstunde. Im Vergleich zu großen Rechenzentren in den USA oder Kontenteleuropa entspricht das einer Ersparnis von rund 50 Prozent.
Großprojekte in Skandinavien
In Namsskogan bereitet Bitzero derzeit den Bau eines 110-Megawatt-Campus vor. Die Fundamente entstehen bereits, im September sollen die Haupttransformatoren geliefert werden. Für diesen Standort existiert eine Vereinbarung mit dem Mieter OneQode über eine Laufzeit von 15 Jahren. Das Management kalkuliert hier mit Gesamterlösen von rund 2,6 Milliarden Dollar.
Parallel dazu expandiert das Unternehmen nach Finnland. Dort sicherte sich Bitzero eine Fläche von 33 Hektar. Die Vorstudien für eine Leistung von bis zu 520 Megawatt sind an diesem Standort bereits abgeschlossen. Langfristig peilt der Konzern in der Region eine Gesamtkapazität von einem Gigawatt an.
Kurssprung nach Nasdaq-Listing
Die Börse reagierte am Freitag mit deutlichen Käufen auf die operative Entwicklung. Das Papier kletterte um elf Prozent auf 7,10 Euro. Innerhalb der letzten 30 Tage summieren sich die Kursgewinne damit auf fast 40 Prozent. Trotz dieser Dynamik notiert der Titel weiterhin unter seinem bisherigen Jahreshoch.
Der Höchststand von 9,25 Euro liegt knapp 23 Prozent über dem aktuellen Niveau. Mit einem RSI von 55,8 gilt die Aktie momentan als moderat bewertet. Eine technische Überhitzung lässt sich aus den aktuellen Daten nicht ableiten.
In den nächsten Wochen steht der Abschluss des definitiven Mietvertrags mit OneQode im Fokus. Dieser Schritt würde die prognostizierten Milliarden-Umsätze formal absichern. Das Unternehmen nutzt den Juli zudem für eine Kampagne zur Investorengewinnung, um die Sichtbarkeit nach dem Börsengang an der Nasdaq zu erhöhen.
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