BMG investiert zehn Millionen Euro in Frauengesundheitsforschung
09.02.2026 - 17:00:12Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) stellt bis zu zehn Millionen Euro für neue Forschungsprojekte zur Frauengesundheit bereit. Die Initiative soll Wissenslücken zu geschlechtsspezifischen Erkrankungen schließen und die medizinische Versorgung von Frauen verbessern. Wissenschaftler können aktuell Projektvorschläge einreichen.
Zwei Förderlinien mit klarem Fokus
Das Programm basiert auf zwei Säulen, die jeweils mit bis zu fünf Millionen Euro ausgestattet sind:
* Versorgungsforschung: Diese Linie fördert konkrete Projekte, die den Behandlungsalltag von Patientinnen analysieren und optimieren sollen. Die Erkenntnisse fließen direkt in die medizinische Praxis.
* Nachwuchsgruppen: Hier erhalten herausragende Wissenschaftler die Chance, eigene Forschungsgruppen an Hochschulen oder Instituten zu leiten. Ziel ist der langfristige Aufbau von Expertise.
Die regulären Projekte laufen bis zu drei Jahre, die Nachwuchsgruppen bis zu fünf Jahre. Alle Vorhaben sollen spätestens Anfang 2027 starten.
Diese Krankheitsbilder stehen im Mittelpunkt
Ein besonderes Förderinteresse besteht bei klar definierten Schwerpunkten. Dazu zählen:
* Frauenspezifische Erkrankungen wie Endometriose oder das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS).
* Krankheiten mit geschlechtsspezifischem Verlauf, etwa Autoimmunerkrankungen, Migräne oder Depressionen, die bei Frauen häufiger oder anders auftreten.
* Die Versorgung in besonderen Lebensphasen wie den Wechseljahren, bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und Geburt.
Explizit nicht gefördert werden reine Ernährungsstudien, klinische Arzneimittelstudien sowie Forschungen zu Long COVID oder ME/CFS.
Kampf gegen die „Gender Data Gap“
Hintergrund der Offensive ist die seit langem kritisierte Forschungslücke. Viele medizinische Standards basieren primär auf Daten von Männern. Symptome bei Frauen werden daher oft fehlgedeutet oder als psychosomatisch abgetan. Der weibliche Lebenszyklus mit Menstruation, Schwangerschaft und Menopause wurde in der Forschung bisher stiefmütterlich behandelt.
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Die Initiative zielt darauf ab, diese strukturelle Schieflage zu korrigieren. Fachverbände wie der Berufsverband der Frauenärzte (BVF) fordern seit Jahren eine stärkere Beachtung dieser Themen.
Wann kommen die ersten Ergebnisse?
Mit der laufenden Antragsphase ist der Grundstein gelegt. Nach der Auswahl der Projekte werden ab 2027 die ersten Ergebnisse erwartet. Langfristig sollen die Erkenntnisse in bessere Leitlinien und Versorgungsstandards münden. Der Aufbau der Nachwuchsgruppen verspricht zudem, das Thema Frauengesundheit dauerhaft in der deutschen Forschungslandschaft zu verankern.


