Ergebnisse, Produktion/Absatz

China-SchwÀche lÀsst Gewinn bei BMW einbrechen

07.05.2025 - 07:46:43

BMW DE0005190003 hat einen Fehlstart ins neue Jahr erwischt.

Unter dem Strich verdiente der Konzern nach eigenen Angaben im ersten Quartal 2,2 Milliarden Euro. Das waren 26,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Vor allem ein schwaches China-GeschĂ€ft verdarb den MĂŒnchnern die Bilanz, im weiteren Jahresverlauf dĂŒrften auch die US-Zölle noch stĂ€rker zu Buche schlagen, die sich auf die aktuellen Zahlen noch kaum ausgewirkt hatten. Dennoch hĂ€lt BMW an seiner Prognose fest.

Je anspruchsvoller das Umfeld, umso entscheidender seien Produkte, Strategie und FlexibilitĂ€t, sagte Konzernchef Oliver Zipse. Man bediene "die unterschiedlichen KundenwĂŒnsche weltweit" und könne so "robuste Ergebnisse" erzielen und Kurs auf die Jahresziele halten.

Schon die im April veröffentlichten Absatzzahlen fĂŒr das erste Quartal hatten nichts Gutes erwarten lassen: Der deutliche Absturz in China hatte die weltweiten VerkĂ€ufe des BMW-Konzerns, zu dem auch Mini und Rolls-Royce gehören, ins Minus gezogen. Konkret um 1,4 Prozent auf 586.000 Autos. Das ergab einen Umsatz von 33,8 Milliarden Euro - 7,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Mit den Zahlen aus dem TagesgeschĂ€ft schnitt BMW allerdings besser ab als von Experten befĂŒrchtet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte um 22,5 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro ab. Im Automobilbau sank die am Kapitalmarkt viel beachtete operative Marge (Ebit) um 1,9 Prozentpunkte auf 6,9 Prozent. Das war mehr als von Analysten im Schnitt zuvor geschĂ€tzt.

BMW ist mit seinem Gewinneinbruch nicht alleine - und hat sich im Vergleich zur deutschen Konkurrenz gar nicht mal so schlecht geschlagen: Erzrivale Mercedes DE0007100000 hat fĂŒr das erste Quartal ein heftiges Minus von 43 Prozent auf 1,73 Milliarden Euro vermeldet. Beim anderen großen Premiumkonkurrenten Audi blieben unter dem Strich gar nur 630 Millionen Euro - dass das nur ein Minus von 14,4 Prozent war, lag dabei alleine am bereits sehr schwachen Vergleichsquartal aus dem Vorjahr. Bei der deutschen Nummer eins und Audi-Mutter Volkswagen DE0007664039 waren es 2,2 Milliarden Euro und ein Minus von 41 Prozent.

Die Stimmung in der Branche ist schlecht

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie - inklusive Zulieferern - ist schlecht. Der vom Ifo-Institut erhobene GeschĂ€ftsklimaindex fĂŒr die Branche liegt mit minus 30,7 Punkten tief im negativen Bereich. Vor allem bei den Exporterwartungen ging es jĂŒngst wieder nach unten, zudem schĂ€tzen die Unternehmen ihre Wettbewerbsposition den Wirtschaftsforschern zufolge außerhalb der EU schlechter ein.

Es sind die zwei großen Probleme der fĂŒr Deutschland wichtigen Industrie: In China sind die Autobauer einer immer stĂ€rker werdenden heimischen Konkurrenz und einem scharfen Preiswettbewerb ausgesetzt. Und in den USA drĂŒckt vor allem die Angst, wie es mit den Zöllen von PrĂ€sident Donald Trump weitergehen wird. Selbst das US-Unternehmen Ford US3453708600 hat zuletzt von Milliarden-Belastungen wegen Trumps Handelspolitik gesprochen.

BMW produziert zwar in den USA mit etwas weniger als 400.000 Fahrzeugen pro Jahr ungefĂ€hr so viele Autos, wie es dort verkauft. Mehr als die HĂ€lfte davon werden allerdings auch von dort exportiert. Das bringt den MĂŒnchnern regelmĂ€ĂŸig den ĂŒberraschenden Titel des nach Wert der Fahrzeuge grĂ¶ĂŸten US-Auto-Exporteurs, macht aber den Import anderer Autos und von Teilen in die USA notwendig. Höhere Zölle schmerzen BMW also deutlich. Die Belastungen aus Zöllen und möglichen Gegenzöllen könnten im Milliardenbereich liegen.

Dennoch hat BMW nun seine Prognose aus dem MÀrz bestÀtigt. Auch weil der Konzern davon ausgeht, dass die aktuellen Erhöhungen "teilweise temporÀrer Natur sein werden" und auf die Nachfrage nach seinen Autos vertraut. Die Prognose sieht ein Vorsteuerergebnis auf Vorjahresniveau vorher - das wÀren grob 11 Milliarden Euro. Die operative Marge in der Autosparte soll weiter zwischen 5 und 7 Prozent liegen.

Allerdings warnt BMW auch: "Der tatsĂ€chliche GeschĂ€ftsverlauf kann gegenĂŒber diesen Erwartungen abweichen" - unter anderem durch neue Zölle oder wenn geltende Zölle lĂ€nger als erwartet gelten. Finanzchef Walter Mertl hatte insbesondere fĂŒr den Fall dauerhaft erhöhter US-Zölle auf EU-Importe von weiteren spĂŒrbaren Belastungen gesprochen. Die mittlerweile gestiegenen Zölle gegen die EU waren im Unternehmensausblick nĂ€mlich noch nicht enthalten.

@ dpa.de | DE0005190003 ERGEBNISSE