Boeing, Aktie

Boeing Aktie: Gewinn ist nur Illusion

27.01.2026 - 22:27:33

Boeing verzeichnete 2025 einen Jahresgewinn, der ausschließlich auf einen milliardenschweren Verkauf zurückgeht. Das operative Kerngeschäft bleibt mit hohen Verlusten belastet.

Erster Jahresgewinn seit 2018 – klingt erstmal gut. Doch die Wahrheit hinter den Zahlen ist ernüchternd: Ohne einen milliardenschweren Spartenverkauf hätte Boeing den siebten Verlust in Folge eingefahren. Die Anleger ließen sich nicht täuschen und schickten die Aktie kurz nach Handelsstart um knapp zwei Prozent nach unten.

Der Trick mit den schwarzen Zahlen

Im Gesamtjahr 2025 verzeichnete Boeing einen Nettogewinn von 2,2 Milliarden US-Dollar – nach einem Minus von 11,8 Milliarden im Vorjahr. Verantwortlich dafür war jedoch ausschließlich der Verkauf des Digitalgeschäfts an die Investmentfirma Thoma Bravo. Dieser Deal, angekündigt im April, spülte im vierten Quartal einen Sondergewinn von 9,6 Milliarden Dollar in die Kasse. Das operative Kerngeschäft mit Passagier- und Frachtjets? Weiterhin tief in den roten Zahlen mit einem Verlust von 7,1 Milliarden Dollar.

Der Umsatz legte zwar um ein Drittel auf 89,5 Milliarden Dollar zu und übertraf damit die Analystenerwartungen. Die Zahl der ausgelieferten Maschinen verdoppelte sich nahezu von 348 auf 600 Jets. Doch von einer echten Trendwende kann keine Rede sein – die operativen Verluste bleiben massiv.

Dauerkrise seit 2018

Seit den beiden tödlichen Abstürzen der 737 Max in den Jahren 2018 und 2019 mit insgesamt 346 Toten steckt Boeing in einer Abwärtsspirale. Das mehr als 20-monatige Flugverbot war erst der Anfang. Immer wieder tauchten Produktions- und Qualitätsmängel auf, auch bei anderen Modellen. Bereits 2019 musste Boeing die Führungsposition an Airbus abgeben – und der Abstand wächst seitdem kontinuierlich.

Anfang 2024 verschärfte sich die Situation dramatisch: Eine 737 Max verlor im Flug ein türgroßes Rumpfteil. Die Folge: Die US-Luftfahrtbehörde FAA stellte den Hersteller unter verschärfte Aufsicht. Die Lieferzahlen brachen ein.

Auch die Erstauslieferung des modernisierten Großraumjets 777X musste immer wieder verschoben werden – mittlerweile liegt das Programm sieben Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Die Verzögerungen kosteten Milliarden.

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Lichtblick beim Cashflow

Einen positiven Aspekt gab es dennoch: Der freie Cashflow erreichte im vierten Quartal 375 Millionen Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 271,9 Millionen. Zurückzuführen war dies auf höhere kommerzielle Auslieferungen und günstige Effekte beim Working Capital. Die Sparte Commercial Airplanes erzielte einen Umsatz von 11,4 Milliarden Dollar – mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr.

Im Dezember schloss Boeing zudem die 4,7 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Spirit AeroSystems ab und sicherte sich damit wieder einen bedeutenden Teil des weltgrößten unabhängigen Herstellers von Flügeln und Rümpfen.

CEO Kelly Ortberg zeigte sich vorsichtig optimistisch: „Wir machen gute Fortschritte.“ Gleichzeitig machte er klar, dass die Erwartungen steigen: „Unsere Kunden und Stakeholder werden in diesem Jahr mehr von uns erwarten.“

Bleibt die Frage: Kann Boeing diese Erwartungen ohne Bilanzierungstricks erfüllen? Die Aktie steht seit Jahresbeginn zwar rund zwölf Prozent im Plus, doch die jüngste Reaktion zeigt: Die Investoren bleiben skeptisch.

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