Frankfurt-News, Rascheln

Börse Frankfurt-News: Rascheln hinter dem Pausenvorhang (Marktstimmung)

Veröffentlicht am: 01.08.2024 um 09:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Deutsche Bluechips bleiben in ihrer SeitwÀrtsspanne gefangen, auch wenn etlichen Anlegerinnen und Anlegern anscheinend mulmig geworden ist.

Was nach Goldbergs Ansicht dem Markt nĂŒtzt.

1. August 2024. Auch wenn geopolitische UnwĂ€gbarkeiten zu den von vielen internationalen Investoren zuletzt am stĂ€rksten wahrgenommenen Risiken (vgl. Juli-Umfrage der Bank of America) fĂŒr die FinanzmĂ€rkte zĂ€hlen, haben etwa die jĂŒngsten Ereignisse im Mittleren Osten wĂ€hrend der vergangenen Tage an den hiesigen AktienmĂ€rkten kaum eine nachhaltige Rolle gespielt. Vielmehr bewegte sich das Handelsgeschehen beim DAX weiterhin innerhalb der seit Wochen etablierten SeitwĂ€rtsbewegung. So wurde etwa die anfĂ€ngliche SchwĂ€che seit unserer vergangenen Stimmungserhebung nach einem RĂŒckgang von 1,6 Prozent abgefangen und - wenn auch nicht ganz gradlinig - von einem Aufschwung von mittlerweile 2,5 Prozent abgelöst; zum heutigen Stichtag notieren wir per Saldo ein Plus von 0,9 Prozent.

Vielleicht auch weil mit der heute Abend zu Ende gehenden Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank und dem US-Arbeitsmarktbericht, der am Freitag publiziert wird, sowie diverser Quartalszahlen in dieser Woche noch wichtige Ereignisse anstehen, hebt sich die jĂŒngste, leicht positive DAX-Entwicklung nicht von den bisherigen Verlaufsmustern ab.

Nicht nur Risikoaversion

Zumindest scheinen die von uns befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont nicht von einer grĂ¶ĂŸeren AufwĂ€rtsbewegung beim DAX auszugehen. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index hat sich wieder eingetrĂŒbt und ist gegenĂŒber der Vorwoche um 14 Punkte auf einen neuen Stand von -11 gefallen. Dabei hat sich das Bullenlager um 10 Prozentpunkte reduziert, knapp die HĂ€lfte der abgewanderten Optimisten hat sich direkt auf die Short-Seite begeben und somit die Engagements um 180 Grad gedreht. Die Mehrheit ist allerdings zur Seitenlinie gewandert und hat lediglich kleinere Gewinne realisiert.

Bei den Privatanlegern gab es eine Ă€hnliche Tendenz, allerdings mit anderen Verschiebungen als bei den institutionellen Pendants. So ist der Börse Frankfurt Sentiment-Index in diesem Panel um 6 Punkte auf einen neuen Stand von +2 gefallen. Der dahinter stehende Zuwachs im BĂ€renlager von 4 Prozentpunkten speist sich zu gleichen Teilen aus vormals optimistisch bzw. neutral eingestellten Anlegern. Deutlich sichtbar bleibt allerdings die Diskrepanz zu den ĂŒber Social Media befragten Akteuren, die nach wie vor bullisher als die ĂŒbrigen Teilnehmer des Panels eingestellt sind, wenngleich nicht mehr ganz so optimistisch wie in den Wochen zuvor.

Erste Anzeichen fĂŒr eine kleine Rallye

Unter dem Strich wird deutlich, dass vor allem die Optimisten unter den bullishen Investoren frĂŒher als von uns erwartet die Segel gestrichen haben. Und dies vermutlich sogar in einigen FĂ€llen ohne Gewinn. TatsĂ€chlich hat offenbar der Mut gefehlt, an bullishen Engagements festzuhalten, möglicherweise nicht einmal wegen der oben genannten bevorstehenden Ereignisrisiken. Vielmehr dĂŒrfte der zwischenzeitliche Verlust des DAX von 1,6 Prozent seit unserer vergangenen Erhebung den Bullen Probleme bereitet und so den Appetit auf deutlicher steigende Aktienkurse verdorben haben.

Interessanterweise haben die jĂŒngsten Abgaben dem DAX allerdings nicht geschadet, ein Umstand, der als positiv zu bewerten ist. Gut möglich, dass langfristig orientierte Akteure (vielleicht sogar aus dem Ausland) fĂŒr den leichten Anstieg des Börsenbarometers verantwortlich waren. Auch wenn der absolute Pessimismus in der relativen Betrachtung auf drei Monate nicht ganz so stark ausfĂ€llt, hat sich fĂŒr den DAX innerhalb der wochenlangen SeitwĂ€rtsbewegung ein positiver Einfluss etabliert. WĂ€hrend die Nachfrageseite (vermutlich knapp unter 18.000 ZĂ€hlern) durch mögliche Gewinnmitnahmen der heutigen BĂ€ren einen gefestigteren Eindruck als in den Vorwochen macht, hat sich etwaiges Angebot an der Oberseite durch den jĂŒngsten Abbau der bullishen Engagements verringert. Kurzum: Die Indizien fĂŒr eine bevorstehende kleine Rallye haben sich im derzeit unauffĂ€lligen Kursumfeld verstĂ€rkt.

Von Joachim Goldberg

1. August, 2024, © Goldberg & Goldberg fĂŒr boerse-frankfurt.de

(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

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