Botschaft an Trump: EU baut Zusammenarbeit mit Grönland aus
Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 14:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen unterzeichnete am Montag bei einem Besuch auf der rohstoffreichen Arktisinsel eine ErklĂ€rung zur Vertiefung der wirtschaftlichen und politischen Beziehungen zwischen der EuropĂ€ischen Union und Grönland. Zudem kĂŒndigte sie ein neues 200 Millionen Euro schweres Investitionspaket an.
Das Geld soll in diesem und im nĂ€chsten Jahr investiert werden und unter anderem die ErschlieĂung kritischer Rohstoffe sowie den Ausbau von sicheren Internetverbindungen ĂŒber Satelliten und Unterseekabel voranbringen. Einen Teil der Mittel soll die grönlĂ€ndische Regierung zudem nutzen können, um ihre VerwaltungskapazitĂ€ten auszubauen. Ăberdies ist die Vorbereitung von Programmen fĂŒr nachhaltigen Tourismus und Wohnungsbau vorgesehen.
Laut der ErklĂ€rung soll auĂerdem kĂŒnftig auch bei der Cybersicherheit, dem Schutz kritischer Infrastruktur und dem Kampf gegen hybride Bedrohungen enger zusammengearbeitet werden. Zu letzteren werden etwa auch Desinformationskampagnen und andere Versuche der Einflussnahme von auĂen gerechnet. Der grönlĂ€ndische MinisterprĂ€sident Jens-Frederik Nielsen sagte in einer Pressekonferenz, Grönland brauche die EuropĂ€ische Union, und die EU brauche Grönland.
Trump will Grönland fĂŒr die USA
Brisant ist der Besuch von der Leyens, weil die USA unter Verweis auf Sicherheitsinteressen AnsprĂŒche auf Grönland erheben und einen Verkauf der riesigen Insel an die Vereinigten Staaten erzwingen wollen. Schon 2019 hatte US-PrĂ€sident Donald Trump von einem Kauf der Insel gesprochen - damals hatten das in DĂ€nemark und Grönland viele fĂŒr einen Scherz gehalten. Doch noch vor Beginn seiner zweiten Amtszeit hatte Trump das Thema wieder auf den Tisch gebracht und den Druck seitdem stetig erhöht.
PrĂ€sident Trump argumentiert dabei, dass DĂ€nemark die gröĂte Insel der Welt nicht vor Russland und China schĂŒtzen könne. Zudem ist das Territorium mit gerade einmal knapp 57.000 Einwohnern auch wegen seiner umfassenden Vorkommen an kritischen Rohstoffen interessant.
