BP Aktie: Zweite Chance genutzt?
11.05.2026 - 17:23:00 | boerse-global.deRBC Capital Markets hat BP heute von „Sector Perform" auf „Outperform" hochgestuft — das Kursziel bleibt bei 700 Pence. Bei einem aktuellen Kurs von rund 535,90 Pence an der Londoner Börse ergibt sich damit ein Aufwärtspotenzial von gut 31 Prozent. Der entscheidende Treiber hinter der neuen Einschätzung: das aktuelle Ölpreisumfeld bietet BP eine erneute Gelegenheit, die Schuldenlast spürbar zu drücken.
Schuldenabbau als zentrales Argument
Die Analysten von RBC legen ihrer Berechnung einen Brent-Preis von 91 Dollar je Barrel für 2026 zugrunde. Unter dieser Annahme würde das bereinigte Nettoverschuldungsverhältnis von 2,2x im laufenden Jahr auf 0,9x bis Ende 2026 sinken — und weiter auf 0,5x bis 2027. Zum Vergleich: TotalEnergies liegt nach dieser Projektion bei 1,1x, ExxonMobil bei 0,8x für 2027. BP würde damit erstmals seit Jahren auf Augenhöhe mit seinen Konkurrenten ankommen.
Selbst im pessimistischeren Szenario mit 70 Dollar je Barrel käme der Konzern bis 2027 auf eine Leverage-Ratio von 1,3x — ein Niveau, das die Bilanz merklich stabilisieren würde. Ratingagentur S&P hatte BP bereits Anfang April auf einen positiven Ausblick gesetzt, was die Einschätzung von RBC unterstreicht.
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Die konkreten Zahlen: RBC schätzt BPs bereinigtes Nettoverschuldungsvolumen nach S&P-Definition — inklusive Leasing-Verbindlichkeiten, Hybridanleihen und Macondo-Haftungen — auf rund 58 Milliarden Dollar zum Jahresende 2026, fallend auf etwa 42 Milliarden Dollar und bis Ende 2027 auf rund 33 Milliarden Dollar. Dabei ist ein Aktienrückkauf von 2,5 Milliarden Dollar im Jahr 2027 bereits eingerechnet.
Bewertung und Risiken
Gemessen am EV/DACF-Verhältnis erscheint BP mit einem Wert von 3,5x für 2026 deutlich günstiger als europäische Branchenvergleichswerte von 4,8x. Die prognostizierte Dividendenrendite liegt bei 4,7 Prozent für 2026 und soll bis 2028 auf 5,1 Prozent steigen. Auch beim Free-Cashflow-Verhältnis zum Unternehmenswert sticht BP heraus: 12,9 Prozent für 2026 gegenüber einem europäischen Durchschnitt von 8,2 Prozent.
RBC hob seine Gewinnschätzungen leicht an — für 2026 auf 1,02 Dollar je Aktie, für 2027 auf 0,84 Dollar. Beide Werte liegen deutlich über dem Marktkonsens: 13 Prozent beziehungsweise 21 Prozent.
Vier Risikofaktoren begleiten die positive Einschätzung. Ein kürzerer Hochpreiszyklus beim Öl würde die Kalkulationen kippen. Dazu kommt die mögliche Neuverhandlung des im Dezember angekündigten Castrol-Verkaufs an Stonepeak — ein Deal, der rund 6 Milliarden Dollar in die Kasse spülen soll. Enttäuschende Ergebnisse aus der Explorationsbohrung Bumerangue in Brasilien könnten ebenfalls belasten. Und schließlich warnen die Analysten davor, dass das Management zu früh wieder Aktienrückkäufe aufnimmt, bevor der Schuldenabbau wirklich abgeschlossen ist — ein Reflex, den RBC treffend als „FOMO" bezeichnet. Denn auch bei null berichteten Nettopulden nach BPs eigener Definition bleiben Hybridverbindlichkeiten, Leasingverpflichtungen und Macondo-Zahlungen als reale Belastungen bestehen.
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