Brandenburgs Agrarministerin macht Tierhaltungslogo von Nachbesserung abhÀngig
Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 06:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWSSollten die angestrebten Nachbesserungen des Gesetzes nicht kommen, sollte man aus ihrer Sicht besser auf das Logo verzichten.
Bedenken in BrĂŒssel
Die bereits mehrmals verschobene Kennzeichnung auf Fleisch soll angeben, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten werden und mehr Klarheit fĂŒr den Verbraucher schaffen. Der Start ist Anfang 2027 geplant - zunĂ€chst fĂŒr Schweinefleisch. Die von der schwarz-roten Koalition im Bund geplante Einbeziehung auslĂ€ndischer Ware in das verpflichtende Tierhaltungslogo fĂŒr Fleisch auf dem deutschen Markt stöĂt auf EinwĂ€nde der EU-Kommission. Bislang gibt es bereits freiwillige Haltungskennzeichen auf Waren im Handel.
Ministerin: Muss auch fĂŒr Fleisch aus Ausland gelten
Die Ministerin sagte, der Gesetzesentwurf sei ein Schritt in die richtige Richtung - aber nur, wenn er alle Produktgruppen umfasst und keine LĂŒcken fĂŒr Importware und AuĂer-Haus-Verpflegung offenlasse. "Bleiben diese Ănderungen aus, insbesondere die Einbeziehung auslĂ€ndischer Ware, hilft die Regelung den Tierhaltern nicht. FĂŒr mich gilt: Wir brauchen Wettbewerbsgerechtigkeit, echte Marktchancen und eine StĂ€rkung unserer regionalen Landwirtschaft." Lasse sich das nicht erreichen, wĂ€re es konsequenter, auf das Gesetz ganz zu verzichten, so MittelstĂ€dt.
Brandenburg ĂŒbernimmt Vorsitz der Agrarministerkonferenz
Die Agrarminister des Bundes und der 16 BundeslĂ€nder treffen sich am Donnerstag und Freitag in WĂŒrzburg. Brandenburg ĂŒbernimmt 2027 den Vorsitz der Agrarministerkonferenz, den derzeit Bayern innehat.
Die bayerische Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) hatte sich Anfang des Jahres bereits kritisch zu PlĂ€nen der schwarz-roten Koalition im Bund geĂ€uĂert, das staatliche Tierhaltungslogo mit Nachbesserungen 2027 als verpflichtende Kennzeichnung einzufĂŒhren. "Ich prophezeie, dass es wieder nicht gelingen wird", hatte sie gesagt.
Welche HĂŒrden gibt es?
Union und SPD planen mehrere Ănderungen an der 2023 noch von der Ampel-Koalition per Gesetz beschlossenen staatlichen Kennzeichnung. Danach soll das Logo nicht nur in SupermĂ€rkten, sondern auch in Restaurants zum Einsatz kommen. Zudem soll Fleisch aus dem Ausland in die bisher nur fĂŒr inlĂ€ndische Erzeugnisse vorgesehene Kennzeichnungspflicht einbezogen werden. Dieser Aspekt wurde wie bei solchen Vorhaben ĂŒblich zur PrĂŒfung an die EU-Kommission ĂŒbermittelt.
BauernprĂ€sident befĂŒrchtet Wettbewerbsnachteile
Brandenburgs BauernprĂ€sident Henrik Wendorff sagte, solange auslĂ€ndische Waren nicht einbezogen werde, mĂŒsse man von dem Gesetz Abstand nehmen. Es fĂŒhre zu Wettbewerbsnachteilen deutscher Landwirte.
FĂŒnf Kategorien
Das Kennzeichnungssystem soll fĂŒnf Kategorien umfassen - von der Stufe "Stall" mit den gesetzlichen Mindestanforderungen bis zu "Bio". Eine freiwillige Kennzeichnung der Supermarktketten gibt es bereits seit 2019. Sie umfasst inzwischen Fleisch von Schweinen, Rindern und GeflĂŒgel und verwendet die gleichen Stufen.
