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Brent bei 113 Dollar: Trump-Ultimatum und Irans Gegenandrohung treiben Ölpreise auf Höchststand

23.03.2026 - 08:03:49 | ad-hoc-news.de

US-Präsident Trump droht mit Angriffen auf iranische Kraftwerke, falls die Straße von Hormus nicht geöffnet wird. Iran kontert mit Zerstörungsandrohungen gegen regionale Energieanlagen. Brent steigt auf 113 Dollar – ein Risikoprämie von über 10 Dollar pro Barrel lastet auf dem Markt.

Rohoel News,  Oelpreis,  Brent Oel - Foto: THN
Rohoel News, Oelpreis, Brent Oel - Foto: THN

US-Präsident Donald Trump hat Iran ein 48-Stunden-Ultimatum gestellt: Die Straße von Hormus muss vollständig wieder geöffnet werden, andernfalls drohen Angriffe auf iranische Kraftwerke. Der Iran kontert scharf – Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf droht mit der unwiderruflichen Zerstörung kritischer Infrastrukturen und Energieanlagen im Nahen Osten.

Der Markt reagiert sofort: Brent-Terminkontrakte kletterten am Montagmorgen auf 113,20 US-Dollar pro Barrel, ein Plus von 1,01 Dollar oder 0,90 Prozent. Das entspricht dem höchsten Stand seit Juli 2022. Die Strasse von Hormus, durch die 20 Prozent des globalen Öls fließen, ist seit Kriegsbeginn am 28. Februar nahezu blockiert.

Stand: 23.03.2026

Dr. Markus Lehmann, Rohöl-Marktanalyst und Energieexperte. Spezialisiert auf geopolitische Risiken im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf europäische Energiemärkte.

Was genau ist passiert?

Am Samstag erteilte Trump das Ultimatum: Bis 23. März muss Hormus frei sein. Dies folgt auf israelische Angriffe auf das South Pars Gasfeld und iranische Vergeltungsschläge gegen Tanker und US-Positionen. Der Schiffsverkehr ist zum Erliegen gekommen. Analysten schätzen den Produktionsausfall im Nahen Osten auf 7 bis 10 Millionen Barrel pro Tag.

Iraks Basra Oil Company drosselte die Förderung von 3,3 auf 0,9 Millionen Barrel täglich. Force Majeure gilt für alle ausländisch erschlossenen Felder. Der irakische Ölminister Hayan Abdel-Ghani bestätigte die Zahlen.

IEA-Chef Fatih Birol warnte: Die Krise ist "sehr ernst" und schlimmer als die Ölschocks der 1970er zusammen. Energy Aspects-Gründerin Amrita Sen sieht klare Eskalation: "Höhere Ölpreise sind unvermeidbar."

Warum eskaliert der Konflikt jetzt?

Der Krieg, nun in der vierten Woche, begann mit einem koordinierten US-israelischen Angriff auf den Iran am 2. März. Iranische Gegenangriffe trafen Energieinfrastruktur am Golf. Trumps Ultimatum markiert einen Wendepunkt: Es geht um die Hormus-Öffnung, nicht nur um Racheakte.

KCM Trade-Analyst Tim Waterer erklärt die Preisstabilisierung trotz Volatilität: Märkte wägen ab, ob das Ultimatum wirkt. Eine Öffnung könnte Preise drücken, eine Eskalation sie explodieren lassen. "Händler greifen nicht zu weit vor", sagt er.

Indische Raffinerien planen Käufe iranischen Öls, asiatische prüfen dasselbe. Dies signalisiert, dass Sanktionen gelockert werden könnten – ein weiterer Unsicherheitsfaktor.

Direkte Auswirkungen auf den Ă–lmarkt

Der Ausfall von 7-10 Millionen Barrel täglich entspricht 7-10 Prozent der globalen Nachfrage. Die Hormus-Blockade trifft Brent stärker als WTI, da Europa und Asien abhängig vom Golf-Öl sind. Brent bei 113 Dollar trägt eine Risikoprämie von geschätzt 10-15 Dollar.

WTI notiert derzeit um 108 Dollar, mit ähnlicher Dynamik. OPEC+ reagiert nicht direkt, aber der Produktionsausfall übersteigt jede Quote. Keine Lagerbestandsdaten der letzten 24 Stunden, aber der Fokus liegt auf Supply-Risiken, nicht Inventaren.

Freight-Kosten für Tanker explodieren durch Umleitungen. Europa importiert mehr Diesel und Flugkraftstoff aus dem Golf als es produziert – Engpässe drohen.

Warum DACH-Investoren betroffen sind

In Deutschland, Österreich und der Schweiz steigen Diesel- und Heizölpreise bereits. Argus Media berichtet von volatilen Importmargen seit Kriegsbeginn. Europa verbraucht mehr Diesel, als es raffiniert – Golf-Lieferungen fehlen.

Die EZB beobachtet Energiepreise genau: Höhere Ölpreise treiben Inflation. ECB-Vertreter warnen vor Stagflationsrisiken. Der starke US-Dollar belastet zusätzlich, da Öl in Dollar gehandelt wird. Eurozone-Industrie leidet unter Kostensteigerungen.

Schweizer Raffinerien wie in Cressier importieren Gulf-Öl; Störungen erhöhen Betriebskosten. Österreichs OMV ist im Irak aktiv – Force Majeure trifft direkt. Deutsche Autobahnraffinerien sehen Margen drücken.

Rosneft Deutschland bleibt unter Treuhand, nun an Sanktionsdauer geknüpft. EU genehmigte Bundeskontrolle – kein direkter Ölpreisdriver, aber Symbol für Unsicherheit.

Risiken und nahe Catalysts

Falls Hormus bis 23. März nicht öffnet, drohen US-Angriffe. Iranische Vergeltung könnte Saudi- oder UAE-Anlagen treffen. Worst-Case: 15+ Millionen Barrel Ausfall, Brent über 130 Dollar.

Best-Case: Ultimatum wirkt, Öffnung folgt, Preise korrigieren um 10-15 Dollar. Wahrscheinlich: Verhandlungen, temporäre Lockerungen. Asiatische Käufe iranischen Öls deuten auf Deals hin.

Keine OPEC+-Reaktion erwartet; der Ausfall ist zu groß. EIA/API-Daten irrelevant, da Supply das Narrativ dominiert. Nächster Trigger: Trumps Statement heute Abend.

Marktpositionierung und Ausblick

Hedgefonds long Öl-Futures; Spekulanten bauen Risikoprämie ein. Kurzfristig volatil: 110-120 Dollar Range für Brent. Mittelfristig hängt alles von Hormus ab.

Für DACH-Portfolios: Öl-ETCs wie Brent-Tracker gewinnen, aber Volatilität hoch. Industrieaktien (Chemie, Transport) unter Druck. Diversifikation ratsam.

Geopolitik dominiert macro-Faktoren. Fed-Zinssenkung unwahrscheinlich bei steigenden Energiepreisen; ECB bleibt dovish.

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und andere Finanzinstrumente sind volatil.

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