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Brics-Gruppe fordert maximale ZurĂŒckhaltung im Nahost-Konflikt

Veröffentlicht am: 13.09.2026 um 10:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

NEU-DELHI - Die LĂ€nder der Brics-Gruppe haben bei ihrem Gipfeltreffen in Indien die Akteure im sich ausweitenden Nahost-Konflikt zur grĂ¶ĂŸten ZurĂŒckhaltung aufgerufen.

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NEU-DELHI (dpa-AFX) - Die LĂ€nder der Brics-Gruppe haben bei ihrem Gipfeltreffen in Indien die Akteure im sich ausweitenden Nahost-Konflikt zur grĂ¶ĂŸten ZurĂŒckhaltung aufgerufen. Die Staatengruppe sei "tief besorgt ĂŒber die Eskalation der Spannungen im Nahen Osten/Westasien", hieß es in einer 140 Punkte umfassenden sogenannten ErklĂ€rung von Neu-Delhi. Hinter den Appell, maximale ZurĂŒckhaltung zu ĂŒben und Maßnahmen zur VerschĂ€rfung der Lage zu vermeiden, stellte sich auch der Iran, der dem BĂŒndnis mittlerweile angehört.

Indiens Premierminister Narendra Modi sprach sich zum Auftakt des zweitĂ€gigen Treffens der Staats- und Regierungschefs fĂŒr eine stĂ€rkere Rolle des BĂŒndnisses bei den BemĂŒhungen um globale Reformen aus. Die AbkĂŒrzung Brics steht fĂŒr die Anfangsbuchstaben der ersten fĂŒnf Mitglieder Brasilien, Russland, Indien, China und SĂŒdafrika. Mittlerweile gehören auch Saudi-Arabien, Ägypten, Äthiopien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Indonesien und der Iran zu der Gruppe. Das Zustandekommen einer gemeinsamen ErklĂ€rung der Staats- und Regierungschefs wurde auch als Zeichen der KonsensfĂ€higkeit unter den sehr unterschiedlichen Mitgliedern gewertet.

Dabei sind Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate direkt vom Iran-Krieg betroffen. Nicht nur sind die beiden Golfstaaten insbesondere in der frĂŒhen Phase des Konflikts vom Iran angegriffen worden. Im Zuge des Iran-Kriegs ist auch der Konflikt im Jemen erneut entflammt. Dort kĂ€mpfen die vom Iran unterstĂŒtzten Huthi gegen die von Saudi-Arabien unterstĂŒtzte jemenitische Regierung. Die aktuellen KĂ€mpfe sind die schwersten Gefechte seit Jahren.

Iran und Emirate sprechen ĂŒber Deeskalation

Am Rande des Gipfels kamen der StaatsprĂ€sident der Emirate, Mohammed bin Sajid, und sein iranischer Kollege Massud Peseschkian zusammen. Seit Beginn des Konflikts Ende Februar hat es so ein hochrangiges GesprĂ€ch zwischen den beiden LĂ€ndern noch nicht gegeben. Das MedienbĂŒro von Abu Dhabi teilte dazu auf X mit, es sei um Deeskalation, StabilitĂ€t und BemĂŒhungen zur Förderung von Frieden und Entwicklung in der Region gegangen.

Dialog und Diplomatie

Eines der Ziele der Brics-Gruppe, die sich auch als Gegengewicht zum Westen versteht, ist es, sich enger in geopolitischen Fragen abzusprechen. Mit Blick auf die Situation im Nahen Osten Ă€ußerten die Teilnehmer ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die laufenden Anstrengungen um eine VerstĂ€ndigung. Die Akteure im Iran-Krieg werden in der ErklĂ€rung allerdings nicht benannt.

Anders ist es beim israelisch-palĂ€stinensischen Konflikt, fĂŒr den die Teilnehmer eine dauerhafte Lösung forderten. Besonders deutlich lehnten sie eine zwangsweise Vertreibung von PalĂ€stinensern aus Gaza sowie VerĂ€nderungen der geografischen Struktur des Gazastreifens ab.

Am Gipfel in Neu-Delhi nahmen auch der russische PrĂ€sident Wladimir Putin und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping teil. Xi forderte mehr Einsatz der Mitgliedstaaten fĂŒr Frieden im Nahen Osten und in der Golfregion. China sei bereit, gemeinsam mit den Brics-Mitgliedern seinen Teil zur Herstellung von Frieden und StabilitĂ€t beizutragen, sagte er in Neu-Delhi.

Ablehnung einseitiger Sanktionen

Die Teilnehmer kritisierten zudem einseitige Sanktionen, die außerhalb des UN-Sicherheitsrats verhĂ€ngt werden. Die VerhĂ€ngung "einseitiger Zwangsmaßnahmen" widersprĂ€chen dem internationalen Recht, hieß es in der ErklĂ€rung. LĂ€nder, die davon betroffen sind, wurden nicht genannt. Die USA hatten zuletzt weitere Sanktionen gegen den Iran verhĂ€ngt, um ihn wirtschaftlich weiter zu schwĂ€chen. Zudem gelten zahlreiche Sanktionen gegen Brics-Mitglied Russland wegen des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Angriffskriegs gegen die Ukraine.

StĂ€rkung des Globalen SĂŒdens

Indiens Premier Modi schlug vor, dass die Brics-Gruppe bis zum nĂ€chsten Gipfeltreffen zehn VorschlĂ€ge zur Erneuerung der Weltordnungspolitik vorlegt. Dazu zĂ€hlte er auch eine Reform des UN-Sicherheitsrats. Diese Reform lasse sich nicht lĂ€nger aufschieben, es mĂŒsse dafĂŒr einen verbindlichen Zeitplan geben.

Auch forderte Modi ein stĂ€rkeres Gewicht der LĂ€nder des "Globalen SĂŒdens". "Wir mĂŒssen uns darum bemĂŒhen, den Globalen SĂŒden von einem bloßen EmpfĂ€nger von Regeln zu einem Mitgestalter von Regeln zu machen."

Die Brics-Gruppe versteht sich zunehmend als Stimme des Globalen SĂŒdens. In der ErklĂ€rung wurde eine wachsende Bedeutung der Entwicklungs- und SchwellenlĂ€nder als Chance fĂŒr eine gerechtere Weltwirtschaft bezeichnet.

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