BSI warnt vor dramatischer Zunahme von QR-Code-Betrug
24.02.2026 - 22:48:19 | boerse-global.deEine neue Welle von Cyberangriffen, bekannt als âQuishingâ, alarmiert Sicherheitsexperten. Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt eindringlich vor einer Professionalisierung und dramatischen Zunahme dieser Betrugsmasche. Kriminelle nutzen dabei manipulierte QR-Codes, um an Passwörter und Bankdaten zu gelangen. Die Angriffe zielen gezielt auf Smartphone-Nutzer und machen alltĂ€gliche Situationen zur Falle.
Die unsichtbare Gefahr im Quadrat
Quishing kombiniert âQR-Codeâ mit âPhishingâ. Opfer werden durch das Scannen eines manipulierten Codes auf gefĂ€lschte Webseiten gelockt. Der Trick: Viele Sicherheitsprogramme behandeln einen QR-Code nur als harmlose Bilddatei. So umgehen Angreifer klassische Filter und dringen direkt in E-Mail-PostfĂ€cher oder den physischen Raum vor.
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Die Masche nutzt unsere Gewohnheit aus. Seit der Pandemie scannen wir fast gedankenlos QR-Codes â im Restaurant, am Parkscheinautomat oder fĂŒrs WLAN. Kriminelle kleben ihre gefĂ€lschten Codes genau dort an: an E-LadesĂ€ulen, Parkscheinautomaten oder in Bussen und Bahnen. Das BSI stuft Quishing als eine der akutesten digitalen Bedrohungen ein. Smartphones sind oft schlechter geschĂŒtzt als Desktop-Computer, und auf dem kleinen Display fĂ€llt eine gefĂ€lschte URL weniger schnell auf.
GefÀlschte Bankbriefe und manipulierte Automaten
Die KreativitĂ€t der BetrĂŒger kennt kaum Grenzen. Eine verbreitete Taktik ist das physische Ăberkleben von legitimen Codes. In deutschen StĂ€dten ersetzten TĂ€ter die Original-Codes an Parkscheinautomaten. Wer scannte, um zu bezahlen, landete auf einer nachgebauten Bezahlseite und gab seine Kreditkartendaten preis.
Eine weitere, perfide Methode sind gefĂ€lschte Bankbriefe. Diese Schreiben, angeblich von Instituten wie den Volksbanken Raiffeisenbanken, fordern unter einem Vorwand zum Scannen eines QR-Codes auf. Dieser fĂŒhrt zu einer nachgebauten Online-Banking-Login-Seite. Die TĂ€ter lernen schnell: Nach einer ersten Welle mit fehlerhaften Codes folgte eine zweite, verbesserte Version mit funktionierender Phishing-Seite. Experten fĂŒhren diese rasante Professionalisierung auf den Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz zurĂŒck.
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So schĂŒtzen Sie sich vor Quishing
Obwohl die Angriffe ausgeklĂŒgelter werden, gibt es wirksame SchutzmaĂnahmen. Die wichtigste Regel: Seien Sie misstrauisch gegenĂŒber unaufgefordert erhaltenen QR-Codes.
- Quelle prĂŒfen: Scannen Sie keine Codes aus unbekannten E-Mails, Briefen oder von Flyern. Misstrauen ist angebracht, wenn Sie unter Zeitdruck gesetzt werden.
- Manipulation erkennen: ĂberprĂŒfen Sie Codes an öffentlichen Automaten. Wirken sie wie aufgeklebte Sticker? Dann ist Vorsicht geboten.
- Link-Vorschau nutzen: Verwenden Sie eine Scanner-App, die die Ziel-URL anzeigt, bevor die Seite öffnet. PrĂŒfen Sie die Adresse auf verdĂ€chtige Domains.
- Keine sensiblen Daten eingeben: Seriöse Unternehmen fordern Sie nie per QR-Code auf einem Zettel zur Eingabe von Passwörtern oder vollstÀndigen Kreditkartendaten auf.
- Direkten Weg wĂ€hlen: Nutzen Sie fĂŒr Dienstleistungen wie Parken die offizielle App direkt, anstatt einen Code am Automaten zu scannen.
Eine andauernde Bedrohung fĂŒr die mobile Gesellschaft
Die Quishing-Welle zeigt die Verlagerung der CyberkriminalitĂ€t auf mobile EndgerĂ€te. Sicherheitsexperten verzeichneten bereits Ende 2025 einen fĂŒnffachen Anstieg schĂ€dlicher QR-Codes in E-Mails. Das offenbart eine kritische LĂŒcke: WĂ€hrend das Bewusstsein fĂŒr Phishing auf dem PC gewachsen ist, wird das Smartphone oft als sicherer wahrgenommen â obwohl es das primĂ€re Ziel ist.
FĂŒr Unternehmen bedeutet das, ihre Sicherheitsrichtlinien zwingend auf mobile GerĂ€te auszuweiten und Mitarbeiter regelmĂ€Ăig aufzuklĂ€ren. Experten sind sich einig: Die Bedrohung wird weiter zunehmen. KI-Werkzeuge ermöglichen Kriminellen noch ĂŒberzeugendere und personalisiertere Angriffe. Verbraucher mĂŒssen lernen, QR-Codes mit der gleichen kritischen Haltung zu begegnen wie verdĂ€chtige E-Mail-AnhĂ€nge.
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