BSI warnt vor gefÀlschten Browser-Erweiterungen
27.03.2026 - 00:00:27 | boerse-global.deSicherheitsbehörden schlagen Alarm: Eine neue Welle gefĂ€lschter Browser-Erweiterungen zielt auf die Ăberwachung von Nutzern und den Diebstahl sensibler KI-Daten ab. Das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gab zeitgleich eine dringende Warnung fĂŒr Millionen Chrome- und Edge-Nutzer heraus. Besonders besorgniserregend sind die âGlassWormâ-Kampagne und das neue PhĂ€nomen des âPrompt Poachingâ.
Diese Programme agieren nicht mehr als lĂ€stige Werbetools, sondern als vollwertige Spionagewerkzeuge. Sie lesen Passwörter mit, fangen Zwei-Faktor-Codes ab und ĂŒberwachen GesprĂ€che mit KI-Assistenten. Da sich Browser-Daten oft nahtlos mit Smartphones synchronisieren, ist auch die mobile Sicherheit unmittelbar gefĂ€hrdet.
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âGlassWormâ: Der getarnte Spion im Browser
Die Kampagne âGlassWormâ nutzt tĂ€uschend echte Erweiterungen, die sich als offizielle Tools wie âGoogle Docs Offlineâ tarnen. Laut Sicherheitsanalysten verbirgt sich dahinter ein mehrstufiges Framework, das den Fernzugriff auf das gesamte System ermöglichen kann.
Die Angreifer gehen Ă€uĂerst subtil vor. Die Erweiterungen funktionieren zunĂ€chst wochenlang einwandfrei und sammeln positive Bewertungen. Erst nach einer Verzögerung aktiviert ein Update den bösartigen Code. Diese âSleeper-Agentenâ erschweren die Entdeckung erheblich. Ist die Ăberwachung einmal aktiv, werden URLs, Formulardaten und sogar Screenshots an externe Server ĂŒbertragen.
Prompt Poaching: Wenn die KI zum Spion wird
Ein völlig neues Bedrohungsszenario ist das âPrompt Poachingâ. Cyberkriminelle haben entdeckt, dass Browser-Erweiterungen eine lukrative Datenquelle sein können. Sicherheitsforscher beobachteten dutzende VorfĂ€lle, bei denen bösartige Add-ons gezielt Eingaben und Antworten in KI-Chats wie ChatGPT oder Claude abfangen.
In diesen Chats werden oft sensible Unternehmensinterna oder privater Code verarbeitet â der potenzielle Schaden ist immens. TĂŒckisch: Viele dieser Erweiterungen werben offensiv mit Zugriff auf neueste KI-Modelle wie âGPT-5â, um Nutzer zu ködern. In Wirklichkeit dienen sie nur als Abhöreinrichtung.
Kritische LĂŒcken: BSI drĂ€ngt zu sofortigem Update
Flankierend zu den Kampagnen hat das BSI eine dringende Sicherheitswarnung aktualisiert. In den aktuellen Desktop-Versionen von Chrome und Edge wurden 26 Schwachstellen identifiziert, viele davon âhochriskantâ. Diese LĂŒcken ermöglichen es Angreifern, Schadcode direkt im Browser auszufĂŒhren.
Das BSI fordert alle Nutzer auf, ihre Browser umgehend auf Version 146.0.7680.153 oder höher zu aktualisieren. Die Dringlichkeit wird durch eine Anordnung der US-Behörde CISA unterstrichen, die eine Frist bis morgen fĂŒr das SchlieĂen einer spezifischen Zero-Day-LĂŒcke setzte. Diese wird bereits aktiv ausgenutzt.
Mobile GerÀte in Gefahr: Synchronisation als Einfallstor
Die Infektion beginnt meist am Desktop, trifft aber auch Smartphones hart. Durch die Konten-Synchronisation gelangen gestohlene Anmeldedaten sofort in die HĂ€nde der Angreifer. Diese erhalten damit Zugriff auf mobile Banking-Apps, soziale Netzwerke und Messenger.
Ein weiteres Risiko ist der Missbrauch von Berechtigungen. Viele schĂ€dliche Erweiterungen verlangen Zugriff auf die Zwischenablage. So können Einmal-Passwörter fĂŒr die Zwei-Faktor-Authentifizierung abgefangen werden, noch bevor der Nutzer sie eingibt. Ein zentrales Sicherheitsmerkmal wird damit ausgehebelt.
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So schĂŒtzen Sie sich: Browser-Hygiene ist das A und O
Experten raten angesichts der komplexen Angriffe zu einer strikten âHygiene-Strategieâ. Da selbst der offizielle Chrome Web Store keinen hundertprozentigen Schutz bietet, sollten Nutzer diese Schritte unternehmen:
- Bestandsaufnahme: PrĂŒfen Sie alle installierten Erweiterungen kritisch. Löschen Sie Add-ons, die nicht tĂ€glich benötigt werden oder deren Herkunft unklar ist.
- Berechtigungen prĂŒfen: In den Browser-Einstellungen lĂ€sst sich einsehen, welche Erweiterung auf welche Daten zugreift. Ein einfaches Tool braucht keinen Zugriff auf âalle Webseiten-Datenâ.
- Updates forcieren: Suchen Sie manuell nach Browser-Updates ĂŒber âHilfe -> Ăber Google Chromeâ, um kritische Patches sofort zu installieren.
- 2FA via App nutzen: Verwenden Sie hardwarebasierte SicherheitsschlĂŒssel oder Authentifizierungs-Apps statt SMS-Codes. Diese sind fĂŒr Browser-Malware schwerer abzufangen.
- Separate Profile einrichten: FĂŒr sensibles Online-Banking oder Firmenzugriff sollte ein separates Browser-Profil ohne jegliche Erweiterungen genutzt werden.
Der Webbrowser ist zum primĂ€ren Schlachtfeld fĂŒr Spionage geworden. FĂŒr Privatnutzer bleibt Wachsamkeit das wichtigste Werkzeug: Blindes Vertrauen in Helfer-Tools aus dem Web-Store könnte den Verlust der digitalen IdentitĂ€t bedeuten.
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