Bund bezahlt Asylzentren - LÀnder bauen KapazitÀten auf
05.12.2025 - 11:04:36Nach Angaben aus Teilnehmerkreisen wird der Bund die dauerhafte Finanzierung ĂŒbernehmen. Insgesamt sechs BundeslĂ€nder, in denen groĂe internationale FlughĂ€fen liegen, haben demnach zugesagt, sich um den Aufbau entsprechender KapazitĂ€ten zu kĂŒmmern. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um Bayern, Baden-WĂŒrttemberg, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Hessen. Eine weitere Einrichtung soll am Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg entstehen.
Deutschland ist nur an FlughÀfen und SeehÀfen betroffen
Die Reform des Gemeinsamen EuropĂ€ischen Asylsystems (GEAS) war am 14. Mai 2024 beschlossen worden und wird Mitte kommenden Jahres anwendbar. Die EU-Mitgliedstaaten mĂŒssen entsprechend ihr nationales Recht anpassen. Danach sollen etwa Verfahren beschleunigt werden, in denen Schutzsuchende bereits in einem anderen Mitgliedstaat einen Asylantrag gestellt haben. Auch sollen Ăberstellungen in den fĂŒr das jeweilige Verfahren zustĂ€ndigen Staat lĂ€nger möglich sein, beispielsweise wenn jemand zwischenzeitlich untertaucht.
Die neuen EU-Regelungen zu AuĂengrenzverfahren betreffen Deutschland als Staat mitten in Europa nur, was Einreisen ĂŒber FlughĂ€fen und SeehĂ€fen angeht. Diese Verfahren an der AuĂengrenze durchlaufen Menschen, die die Behörden etwa ĂŒber ihre IdentitĂ€t getĂ€uscht haben, Personen, die die nationale Sicherheit oder öffentliche Ordnung gefĂ€hrden sowie Schutzsuchende aus Herkunftsstaaten, bei denen die durchschnittliche EU-weite Schutzquote bei maximal 20 Prozent liegt.
Hessen erwartet mehr Kontrolle
"Wir wollen uns auf das neue Verfahren einstellen, auch als Land Hessen - werden hier gemeinsam mit dem Bund vorgehen", sagt Hessens Innenminister, Roman Poseck (CDU). Er verspreche sich von der EU-Reform "eine bessere Kontrolle ĂŒber das Migrationsgeschehen". Es sei gut, dass Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) angekĂŒndigt habe, dass der Bund fĂŒr die Zentren Kosten tragen werde. "Das ist eine groĂe Erleichterung fĂŒr uns, und das steht auch beispielhaft fĂŒr das neue Klima, das wir zwischen Bund und LĂ€ndern jetzt bei diesen Themen haben".

