Bund, LĂ€nder

Bund und LĂ€nder wollen Pflegereform bis Ende 2026

11.12.2025 - 17:27:03 | dpa.de

Bund und LĂ€nder peilen eine grundlegende Finanzreform fĂŒr die Pflegeversicherung bis Ende kommenden Jahres an.

Das System mĂŒsse neu aufgestellt werden, sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) nach der abschließenden Sitzung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe in Berlin. "UntĂ€tigkeit ist keine Option mehr." In einem Ergebnispapier werden Optionen fĂŒr Maßnahmen bei Einnahmen und Ausgaben mit den Finanzfolgen aufgefĂŒhrt.

Warken erlĂ€uterte, Leistungen sollten kritisch ĂŒberprĂŒft werden. Sie betonte zugleich: "Wir werden niemandem Leistungen kĂŒrzen, die nachweislich ihren Nutzen haben." Begrenzte Mittel mĂŒssten zielgerichteter eingesetzt werden. Die Systematik mit fĂŒnf Pflegegraden soll beibehalten werden. Generell soll auch daran festgehalten werden, dass die Pflegeversicherung - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten fĂŒr Pflege und Betreuung trĂ€gt.

Mehr Vorsorge im Fokus

Damit soll es bei Zuzahlungen fĂŒr Versicherte bleiben. Als Stellschraube genannt werden unter anderem Verbesserungen bei der Vorsorge, damit PflegebedĂŒrftigkeit vermieden werden oder spĂ€ter eintreten kann. Warken nannte die VorschlĂ€ge eine gute Grundlage fĂŒr weitere Beratungen. Zu den Finanzierungsfragen ist im Februar eine nĂ€chste Bund-LĂ€nder-Runde geplant. Das vorgesehene Reformgesetz soll "möglichst Ende 2026" in Kraft treten.

Die Finanznöte in der Pflege sind schon chronisch geworden, auch nach einer Beitragsanhebung Anfang 2025. Zur Stabilisierung schießt der Bund in diesem Jahr ein Darlehen von 500 Millionen Euro zu. Im nĂ€chsten Jahr sollen weitere 3,2 Milliarden Euro als Darlehen kommen. Der Beitrag bleibt Anfang 2026 stabil.

Mehr Einnahmen?

Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD) sagte, bei der kĂŒnftigen Finanzierung solle auch ĂŒber eine Einbeziehung aller Einkunftsarten gesprochen werden. Nordrhein-Westfalens Ressortchef Karl-Josef Laumann (CDU) sagte, wenn man die Pflegeversicherung auf solide FĂŒĂŸe stellen wolle, mĂŒsse man vor allem eine Stabilisierung der hĂ€uslichen Pflege hinbekommen.

Von der Opposition im Bundestag kam Kritik. Der GrĂŒnen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen nannte es ernĂŒchternd, dass der Bericht zwar Probleme klar beschreibe, bei Lösungen aber unverbindlich, teilweise sogar widersprĂŒchlich bleibe. "Die Pflege braucht jetzt klare politische Entscheidungen - nicht weitere PrĂŒfauftrĂ€ge." Linke-Fachpolitikerin Evelyn Schötz sprach von einem "mutlosen Papier". Der fast ergebnislose Prozess habe die Reform noch mehr verzögert.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen, der auch die Pflegekassen vertritt, Ă€ußerte sich enttĂ€uscht. Aus angekĂŒndigten Eckpunkten seien unverbindliche Optionen geworden, sagte Verbandschef Oliver Blatt. "Konkrete und abgestimmte LösungsvorschlĂ€ge sucht man vergeblich."

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