Agrarministerin: Wieder mehr DorflÀden ermöglichen
12.09.2024 - 06:42:11"In den vergangenen 30 Jahren sind etwa drei Viertel der zumeist kleinen GeschĂ€fte in den Dörfern verschwunden. Dem mĂŒssen wir etwas entgegensetzen", sagte Karawanskij der Deutschen Presse Agentur.
Mehrere BundeslĂ€nder haben nach Angaben der ThĂŒringer Ressortchefin eine sichere Nahversorgung in lĂ€ndlichen Regionen auf die Tagesordnung der Agrarministerkonferenz von Bund und LĂ€ndern heute und am Freitag im thĂŒringischen Oberhof gesetzt. Sie sehen den Bund stĂ€rker in der Pflicht.
DorflÀden nicht nur zum Einkaufen
"Wir setzen uns fĂŒr eine stabile Bundesförderung fĂŒr DorflĂ€den ein", sagte Karawanskij. ThĂŒringen habe zwar seit 2015 ein Förderprogramm, mit dem seitdem auch 60 DorflĂ€den unterstĂŒtzt wurden. Das reiche aber wie in anderen BundeslĂ€ndern nicht aus.
Laut Karawanskji geht es beispielsweise um Investitionshilfen fĂŒr die LĂ€den, die oft keinen hohen Ertrag abwerfen. Viele von ihnen seien aber auch ein Treffpunkt fĂŒr die Menschen in kleinen Orten, manche mit BĂ€ckerei und Tischen, oder Anlaufstelle fĂŒr Postdienst- und Bankdienstleistungen: "Da geht es auch um Daseinsvorsorge."
Nach den Bauernprotesten im Winter und FrĂŒhjahr beschĂ€ftigen sich die Minister auch mit weiteren Schritten zum BĂŒrokratieabbau in der Landwirtschaft sowie mit der Förderung alternativer Antriebe fĂŒr landwirtschaftliche Maschinen und GerĂ€te. "Man wird auf Agrardiesel nicht auf weiteres verzichten können. Aber es mĂŒssen staatliche Anreize zum Umstieg auf andere Antriebstechniken gesetzt werden", sagte die Vorsitzende der Agrarministerkonferenz.
VerlĂ€sslichkeit fĂŒr Betreibe wichtig
Nach EinschĂ€tzung von Karawanskij geht es in der Landwirtschaft um Tempo beim nötigen Strukturwandel, aber auch um VerlĂ€sslichkeit fĂŒr die Investitionsplanung der Betriebe. "Wenn VerlĂ€sslichkeit fehlt, sorgt das fĂŒr Unmut. Und das kann ich verstehen", sagte die Linke-Politikerin.
Vor dem Tagungshotel in Oberhof hat der ThĂŒringer Bauernverband Aktionen angekĂŒndigt. Der Deutsche Bauernverband verlangt vor allem, dass in den kommenden Jahren der Finanzrahmen fĂŒr die Landwirtschaft erhöht wird, um ihre WettbewerbsfĂ€higkeit zu sichern.

