Ăzdemir will mehr Staatshilfe fĂŒr Bauern ermöglichen
29.04.2024 - 15:18:02 | dpa.deDer GrĂŒnen-Politiker sagte am Montag in Luxemburg, sogenannte De-minimis-Beihilfen - das ist finanzielle UnterstĂŒtzung, die unter bestimmten Voraussetzungen nicht weiter durch die EU-Kommission genehmigt werden muss - sollten mehr als verdoppelt werden. Derzeit liege die Höchstgrenze dieser Beihilfen bei 20 000 Euro, Ăzdemir und andere EU-Agrarminister wollen diese Grenze auf 50 000 Euro anheben.
Die Beihilfen sollen Landwirten flexibel und gezielt bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Unwettern oder DĂŒrren helfen. "Das ist ein ganz praktischer Beitrag", sagte der Agrarminister. Dies helfe Landwirten unbĂŒrokratisch und baue keine Umweltschutzvorgaben ab. Wenn der Staat ein Unternehmen etwa mit Geld oder Steuervorteilen unterstĂŒtzen will, gelten in der EU eigentlich sehr strenge Regeln. Das soll verhindern, dass der Wettbewerb verzerrt wird und ein EU-Land durch seine Hilfe an ein Unternehmen dafĂŒr sorgt, dass ein Konkurrent aus einem anderen EU-Land aus dem Markt gedrĂ€ngt wird.
Mit Blick auf eine mögliche Lockerung von EU-Umweltauflagen fĂŒr BĂ€uerinnen und Bauern in Deutschland zeigte sich Ăzdemir offen dafĂŒr, BrachflĂ€chenregeln flexibler anzuwenden. Vorgaben zur Fruchtfolge sieht der Minister hingegen als deutlich wichtiger. "Die brauchen wir, damit die Böden eben nicht nur heute, sondern auch morgen, ĂŒbermorgen noch fruchtbar sind", erklĂ€rte der GrĂŒnen-Politiker.
Albert Stegemann, agrarpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, forderte hingegen, dass alle auf EU-Ebene ermöglichten Lockerungen eins zu eins in Deutschland umgesetzt werden sollten. Ansonsten lege Ăzdemir Landwirten Steine in den Weg und es drohten Wettbewerbsnachteile fĂŒr BĂ€uerinnen und Bauern in Deutschland.
