ROUNDUPBundesbank-PrÀsident, Tempo

Brauchen endlich Tempo bei Reformen

18.09.2025 - 17:21:52

Bundesbank-PrÀsident Joachim Nagel mahnt zu Tempo bei Reformen in Deutschland und Europa.

"Wir mĂŒssen aus dem Modus Vivendi der Analyse rauskommen", forderte Nagel bei einer Konferenz der Bundesbank in Frankfurt. "Wir mĂŒssen in das Doing kommen. Wir mĂŒssen in der Umsetzung viel, viel schneller werden, wir sind in der Umsetzung zu schwach." Das gelte fĂŒr Deutschland wie fĂŒr Europa.

"Es muss was geschehen", betonte Nagel. Sowohl die KapitalmĂ€rkte als auch die EnergiemĂ€rkte in Europa seien immer noch viel zu stark fragmentiert. "Sie merken: Bei dem Thema werde ich so langsam ungeduldig", sagte der Bundesbank-PrĂ€sident. Es gehe darum, die Köpfe zusammenzustecken, enger zusammenzurĂŒcken, auch in Europa. Die Antwort auf die aktuellen Herausforderungen könne nicht weniger Europa sein, "die Antwort ist mehr Europa, um uns schlagkrĂ€ftiger aufstellen", sagte Nagel.

Die Bundesregierung hat die Weichen dafĂŒr gestellt, dass Deutschland in den nĂ€chsten Jahren Milliarden in Infrastruktur und Verteidigung investieren kann. "Das Geld ist da, jetzt muss Deutschland auch zeigen, dass es den Mut hat, mutige Projekte umzusetzen", sagte Nagel. "Wir sollten darĂŒber nachdenken - jetzt, wo es um Geschwindigkeit geht - ob wir fĂŒr einen bestimmten Teil der Investitionen einen eigenen Rechtsrahmen setzen."

Allianz-Chef: Schluss mit Versprechen, die man nicht einhalten kann

Der Vorstandsvorsitzende des Versicherungskonzerns Allianz DE0008404005, Oliver BĂ€te, appellierte an die Bundesregierung, geplante Vorhaben auch umzusetzen. So fehle zum Beispiel bislang ein klarer Plan, wie die gewaltigen Summen privates Kapital fĂŒr Investitionen in die Infrastruktur nutzbar gemacht werden sollen.

Das gilt nach Ansicht von Deutsche-Bank DE0005140008-Chef Christian Sewing auch fĂŒr die gewaltigen Milliardensummen, die der Staat in den nĂ€chsten Jahren zum Beispiel in die Infrastruktur stecken will: "Es ist enorm wichtig, dass wir den Investoren aus dem Ausland und dem Kapitalmarkt zeigen: Hier tut sich was." Nur dann werde es gelingen, weiteres Kapital aus dem Ausland nach Deutschland zu locken.

Allianz-Chef BĂ€te mahnte: Der Staat könne nicht dauerhaft mehr Geld ausgeben, als er einnehme. "Ich hoffe, dass die Konservativen jetzt verstanden haben, dass Wahlstimmen stĂ€ndig kaufen, mit Versprechen, die man nicht einhalten kann, zumindest fĂŒrs Erste zu Ende ist. Jetzt mĂŒssen wir die Sozialdemokratie ĂŒberzeugen", sagte der Allianz-Chef.

@ dpa.de