Bundesbank: Weniger Falschgeld in Deutschland
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 10:06 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRund 30.000 gefÀlschte Euro-Banknoten zogen Polizei, Handel und Banken aus dem Verkehr, wie die Bundesbank mitteilte. Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 36.610, in der zweiten JahreshÀlfte des vergangenen Jahres 31.353. Im Gesamtjahr 2025 waren die Falschgeldzahlen in Deutschland nach zuvor drei Jahren mit teils sprunghaftem Anstieg erstmals wieder gesunken.
"Es gibt in Deutschland wenig Falschgeld", bilanzierte Bundesbank-Vorstand Lutz LienenkĂ€mper. Hierzulande Falschgeld untergejubelt zu bekommen, ist vergleichsweise unwahrscheinlich, rein rechnerisch entfallen auf Basis der jĂŒngsten Zahlen im Jahr sieben falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner.
Vermehrt falsche 100-Euro-Banknoten im Umlauf
Doch es gelingt es Kriminellen immer wieder, BlĂŒten unters Volk zu bringen. Im ersten Halbjahr entstand dadurch ein Schaden von 1,75 Millionen Euro. Zuletzt waren nach Angaben der Bundesbank vermehrt falsche 100-Euro-Banknoten im Umlauf: 5.043 wurden im ersten Halbjahr entdeckt und damit 61 Prozent mehr als in den sechs Monaten zuvor.
Weil viele GeschĂ€fte 100- und 200-Euro-Scheine gar nicht annehmen oder diese zumindest genau prĂŒfen, bevor sie in der Kasse landen, setzen FĂ€lscher vor allem auf 20- und 50-Euro-Scheine. Denn diese Scheine wechseln hĂ€ufig den Besitzer, da wird erfahrungsgemÀà nicht immer genau hingeschaut.
Der FĂŒnfziger war im ersten Halbjahr erneut der mit Abstand am hĂ€ufigsten gefĂ€lschte Schein, der in Deutschland auftauchte, mit rund 47 Prozent Anteil an allen FĂ€lschungen. Der Zwanziger macht ein Viertel aller BlĂŒten aus.
FĂŒhlen - Sehen - Kippen: GefĂ€lschte Scheine leicht erkennen
GefÀlschte Geldscheine sind nach EinschÀtzung von Experten in der Regel leicht zu erkennen:
* Weil sie sich ganz anders anfĂŒhlen als echte Scheine.
* Weil es FÀlschern nicht gelingt, Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten wie das durchsichtige PortrÀtfenster oder die schimmernde Smaragdzahl auch nur annÀhernd zu kopieren.
* Weil es sich manche Kriminelle besonders leicht machen und Scheine mit Aufdrucken wie "MovieMoney" oder "Prop copy" in Umlauf bringen, die im Internet als Spielgeld oder Filmrequisite angeboten werden. Zunehmend tauchen nach Beobachtung der Bundesbank auch andere Varianten mit SchriftzĂŒgen wie "Facsimile" oder "Geçersiz" auf.
Euro-WĂ€hrungshĂŒter entwickeln neue Euro-Banknoten
Um es GeldfÀlschern schwerer zu machen, Euro-Banknoten nachzumachen, entwickelt die EuropÀische Zentralbank (EZB) derzeit eine neue Banknotenserie. Diese soll auch vom Design her anders gestaltet werden als die aktuellen Scheine. Bis zum 21. September können EuropÀerinnen und EuropÀer per Online-Umfrage abstimmen. Ende 2026 will der EZB-Rat einen Vorschlag auswÀhlen. Bis die Menschen die neuen Euro-Banknoten in HÀnden halten, wird dann noch einige Zeit vergehen.
Falschgeld wird nicht ersetzt
Wer trotz aller Vorsicht doch einen gefĂ€lschten Schein untergejubelt bekommt, hat Pech gehabt: Falschgeld wird nicht ersetzt, wer es annimmt, bleibt auf dem Schaden sitzen. Man sollte allerdings auch nicht versuchen, die BlĂŒten schnell jemand anderem anzudrehen. Denn dies ist eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe bis zu fĂŒnf Jahren oder Geldstrafe geahndet wird. GefĂ€lschte Banknoten sollten bei Polizei oder Banken abgegeben werden.
Das gilt auch fĂŒr gefĂ€lschte MĂŒnzen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden im Zahlungsverkehr in Deutschland nach Angaben der Bundesbank fast 64.900 falsche Euro-MĂŒnzen festgestellt, ĂŒberwiegend Zwei-Euro-StĂŒcke. Nach dem RĂŒckgang auf etwa 59.700 FalschmĂŒnzen im zweiten Halbjahr 2025 stieg deren Zahl nun wieder um 8,6 Prozent.
