Warken, Pflege-PlÀne

Warken verteidigt Pflege-PlÀne gegen breite Kritik

04.06.2026 - 17:41:46 | dpa.de

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken verteidigt ihre PlÀne zur finanziellen Stabilisierung der Pflegeversicherung gegen breite Kritik.

Mit Blick auf die ZuschlĂ€ge fĂŒr Heimbewohnerinnen und Heimbewohner zur Entlastung von Eigenanteilen fĂŒr die Pflege sagte die CDU-Politikerin in Berlin: "Diese ZuschĂŒsse strecken wir zwar, aber wir gewĂ€hren sie auch weiterhin." Mit der geplanten kĂŒnftig jĂ€hrlichen Dynamisierung der Pflegeleistungen werde dies auch einen Beitrag dazu leisten, "den Anstieg etwas abzuflachen".

Nach einem Entwurf des Ministeriums sollen bei den mit der Aufenthaltsdauer im Heim steigenden ZuschlÀgen die höheren Entlastungsstufen jeweils sechs Monate spÀter einsetzen. Dies soll die Pflegekassen im kommenden Jahr um 2,6 Milliarden Euro entlasten - als Teil eines geplanten Gesetzespakets, um ein Milliardendefizit 2027 zu decken und Beitragsanhebungen zu vermeiden.

Verdi warnt vor "sozialem Sprengstoff"

Warken erlĂ€uterte, dass RentenbeitrĂ€ge von pflegenden Angehörigen nicht mehr in voller Höhe durch das System finanziert werden könnten. "Aber trotzdem wird ein weit ĂŒberwiegender Teil auch nach wie vor von der Pflegeversicherung ĂŒbernommen." Pflegende Angehörige sollten außerdem unterstĂŒtzt und entlastet werden, etwa mit einem neuen Notfallbudget. Wenn ein Angehöriger geplant oder ungeplant ausfalle, könne daraus auch kurzfristig ein stationĂ€rer Aufenthalt finanziert werden, sagte die Ministerin.

Von SozialverbĂ€nden kommt scharfe Kritik. Die Gewerkschaft Verdi bezeichnete die zeitliche Streckung bei den EntlastungszuschlĂ€gen fĂŒr Heimbewohner als "sozialen Sprengstoff". Warken betreibe Politik auf Kosten pflegebedĂŒrftiger Menschen, ihrer Angehörigen und der BeschĂ€ftigten, sagte Vorstandsmitglied Sylvia BĂŒhler. Die geplante Aussetzung der Tariflohnpflicht bis Ende 2030 in Heimen sei LohndrĂŒckerei, die den Mangel an PflegekrĂ€ften verschĂ€rfen werde.

Kritik von PatientenschĂŒtzer und privaten Anbietern

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnte davor, dass mehr Betroffene in Sozialhilfe rutschen. "Anstatt die rasant steigenden Eigenanteile zu stoppen und PflegebedĂŒrftige sowie ihre Familien zu entlasten, werden die Belastungen noch gesteigert", sagte Vorstand Eugen Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zu KĂŒrzungen bei RentenansprĂŒchen von Angehörigen sagte er der "Rheinischen Post", der "Pflegedienst Deutschlands" werde abgestraft.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste kritisierte, im Entwurf fĂ€nden sich keinerlei wirksame Impulse, um eine dramatische Zuspitzung des Personalmangels abzufedern. Einrichtungen werde es zudem erschwert, ihre Mitarbeiter fĂŒr deren wichtige Arbeit auch in Zukunft gut zu bezahlen.

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