Merz, EU-Mitgliedschaft

Merz: EU-Mitgliedschaft der Schweiz nicht auf Tagesordnung

02.09.2025 - 15:23:50

Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich vor dem Hintergrund des Zollkonflikts mit den USA fĂŒr eine verstĂ€rkte Kooperation zwischen Deutschland und der Schweiz ausgesprochen.

"Ich wĂŒnsche mir eine Zusammenarbeit mit der Schweiz, die so eng wie möglich zwischen der EuropĂ€ischen Union und der Schweiz ausgestaltet wird", sagte Merz in Berlin nach einem Treffen mit der Schweizer BundesprĂ€sidentin Karin Keller-Sutter. Das Thema eine Mitgliedschaft der Schweiz in der EuropĂ€ischen Union stehe im Augenblick nicht auf der Tagesordnung.

Merz sagte, die Schweiz sei ganz besonders betroffen durch sehr hohe US-Zölle. "Umso enger mĂŒssen wir in Europa zusammenrĂŒcken und zusammenarbeiten." Die Beziehungen Deutschlands zur Schweiz seien exzellent.

BundestagsvizeprĂ€sident Omid Nouripour hatte eine Mitgliedschaft der Schweiz in der EuropĂ€ischen Union ins Spiel gebracht. Zuvor hatte der europapolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Markus Töns, offen dafĂŒr gezeigt, die Schweiz als 28. Mitglied der EuropĂ€ischen Union aufzunehmen.

Hintergrund ist, dass US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr Importe aus der Schweiz einen Zollsatz von 39 Prozent verhĂ€ngt, der seit dem 7. August gilt. FĂŒr die meisten Produkte aus der EU gilt ein Zollsatz von 15 Prozent. Schweizer WirtschaftsverbĂ€nde hatten von einem Horrorszenario gesprochen, Zehntausende ArbeitsplĂ€tzen seien in Gefahr.

Keller-Sutter: NeutralitÀt ist IdentitÀt der Schweiz

Die Schweizer BundesprĂ€sidentin sagte, die NeutralitĂ€t sei in der Schweizer Bevölkerung stark verankert. "Das ist ein IdentitĂ€tsmerkmal der Schweizer Bevölkerung." Die Schweiz mĂŒsse das Problem der Zölle selber lösen. Sie sagte weiter, in Zeiten, in denen StabilitĂ€t und Rechtssicherheit nicht mehr selbstverstĂ€ndlich seien, sei es wichtig, dass man sich unter gleichgesinnten Partnern treffe - Partner, die fĂŒr eine regelbasierte und wertebasierte Ordnung und fĂŒr offene MĂ€rkte einstehen.

Merz sagte, er hoffe sehr, dass es gelinge, dass die exorbitant hohen US-ZollsĂ€tze fĂŒr die Schweiz gesenkt werden könnten. Die EU mĂŒsse fĂŒr Bereiche wie Stahl und Aluminium noch 50 Prozent Zölle bezahlen. Die EU versuche, dies zu lösen. "Und selbstverstĂ€ndlich bin ich gerne bereit, auch hier die Schweiz mit einzubeziehen. Sie gehört zum EuropĂ€ischen Wirtschaftsraum dazu und insofern haben wir hier auch gemeinsame Interessen, die wir gemeinsam vertreten."

@ dpa.de