Merz wirbt fĂŒr 'Moment des Aufbruchs' 2026
31.12.2025 - 15:36:57 | dpa.deSo könne 2026 "ein Moment des Aufbruchs werden", sagte der CDU-Vorsitzende laut vorab verbreitetem Redetext in seiner ersten Neujahrsansprache als Regierungschef. "DafĂŒr mĂŒssen wir uns selbst vertrauen, unserem Mut und unserer Tatkraft", sagte Merz und fĂŒgte hinzu: "Hören wir nicht auf die Angstmacher und auf die Schwarzmaler."
Mit Blick auf den Ukraine-Krieg, auf Bedrohungen durch Russland und das schwierigere VerhĂ€ltnis zu den USA betonte der Kanzler, ihm sei bewusst, dass viele angesichts der unsicheren Welt in Sorge um den Frieden lebten. "Ich sage Ihnen: Wir sorgen fĂŒr unsere Sicherheit. Wir leben in einem sicheren Land." Damit das so bleibe, mĂŒsse die AbschreckungsfĂ€higkeit verbessert werden, sagte er in der Ansprache, die am Silvesterabend ausgestrahlt werden soll.
"Kein weit entfernter Krieg"
Merz nannte als Arbeitsauftrag der schwarz-roten Regierung "die Erneuerung der Fundamente unserer Freiheit, unserer Sicherheit und unseres Wohlstandes fĂŒr die nĂ€chsten Jahre und vielleicht Jahrzehnte". Dies werde nur möglich sein, wenn Europa den Frieden in Freiheit sichere. Russland setze den Krieg gegen die Ukraine aber mit unverminderter HĂ€rte fort, viele dort seien zu Neujahr wieder "ohne Strom, im Raketenhagel, in Angst um Freunde und Familien".
Merz unterstrich: "Es ist kein weit entfernter Krieg, der uns nicht betrifft. Denn wir sehen immer deutlicher: Russlands Angriff war und ist Teil eines Plans, der sich gegen ganz Europa richtet. TĂ€glich wird auch Deutschland von Sabotage, Spionage und Cyber-Angriffen ĂŒberzogen." Zugleich wandele sich die Partnerschaft zu den USA, die lange der verlĂ€sslichste Sicherheitsgarant gewesen seien. "FĂŒr uns EuropĂ€er heiĂt das: Wir mĂŒssen unsere Interessen noch viel stĂ€rker aus eigener Kraft verteidigen und behaupten."
"Neue Balance" in Sozialsystemen
Mit Blick auf die Innenpolitik sprach Merz vor allem Impulse fĂŒr die Wirtschaft und Sozialreformen an. Ein "hausgemachter Reformstau" lĂ€hme das Potenzial deutscher Firmen auch auf ExportmĂ€rkten. Da die Gesellschaft Ă€lter werde und geburtenstarke JahrgĂ€nge in Rente gingen, werde es 2026 darauf ankommen, "eine neue Balance in unseren sozialen Sicherheitssystemen zu schaffen, mit der die Anliegen aller Generationen fair in Einklang gebracht werden".
Der Kanzler sagte: "Wir werden im nĂ€chsten Jahr grundlegende Reformen beschlieĂen mĂŒssen, damit unsere Sozialsysteme auf Dauer finanzierbar bleiben." Akute Probleme wegen steigender Milliardenkosten gibt es bei der gesetzlichen Krankenversicherung und der Pflegeversicherung. Nach internem Widerstand junger Unionsabgeordneter gegen ein erstes Rentenpaket mit einer lĂ€ngeren Absicherung des Rentenniveaus soll eine weitere groĂe Reform der Altersvorsorge folgen.
"Sind kein Spielball von GroĂmĂ€chten"
Merz warb um UnterstĂŒtzung fĂŒr wichtige Vorhaben. Nicht wenige sagten, es sei noch zu wenig und man spĂŒre es auch noch nicht, rĂ€umte er ein. Er sei aber sicher: "Deutschland wird den Ertrag der Reformen ernten, auch wenn das eine gewisse Zeit benötigt." Generell gelte: "Wir haben es selbst in der Hand, jede dieser Herausforderungen aus eigener Kraft zu bewĂ€ltigen. Wir sind nicht Opfer von Ă€uĂeren UmstĂ€nden. Wir sind kein Spielball von GroĂmĂ€chten."
Der Kanzler formulierte als Aussicht fĂŒr 2026: "Es kann ein Jahr werden, in dem Deutschland und in dem Europa in neuer StĂ€rke wieder anknĂŒpfen an Jahrzehnte von Frieden, Freiheit und Wohlstand." Die demokratischen Prozesse seien manchmal zĂ€h und streitig. "Aber nur so kommen wir zu Ergebnissen, die von einer breiten Mehrheit unseres Landes auch getragen werden."
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