ROUNDUPSteinmeier, Europa

Europa muss Potenzial als Wirtschaftsmacht nutzen

27.11.2025 - 13:54:11

BundesprÀsident Frank-Walter Steinmeier hat Europa zu ökonomischem Selbstbewusstsein aufgerufen.

"Die EuropĂ€ische Union ist ein mĂ€chtiger Wirtschaftsraum", sagte er bei einem deutsch-spanischen Wirtschaftsforum in Madrid. "Wir sind ein Markt mit mehr als 450 Millionen Menschen. Und als solcher haben wir Gewicht und Einfluss, und diesen Einfluss können wir nutzen." Er ließe sich noch besser nutzen, wenn die Politik dafĂŒr sorge, dass Europa schneller und entscheidungsfĂ€higer werde.

Steinmeier wies auf den Druck hin, der auf Europa durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und durch das Infragestellen der Werte einer globalen Ordnung durch die USA ausgeht. "Europa muss diesem Druck standhalten", sagte er. "Mehr noch: Nicht nur standhalten, sondern wir mĂŒssen ihm etwas entgegensetzen."

Deshalb sei es entscheidend, dass Europa selbstbewusst, wettbewerbsfĂ€hig und widerstandsfĂ€hig sei. "Dass wir innovativ sind und gleichzeitig schĂŒtzen, was uns an demokratischen Werten wichtig ist: Fairness, offener Wettbewerb, ZuverlĂ€ssigkeit, Vertrauen."

Felipe bietet Zusammenarbeit bei Infrastruktur und RĂŒstung an

Der BundesprĂ€sident eröffnete das Forum zusammen mit Spaniens König Felipe VI.. Er bot Deutschland eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit etwa beim Ausbau der Infrastruktur wie der Bahn oder im RĂŒstungsbereich an. Hier gebe es in Spanien hervorragende Unternehmen. Zudem habe Spanien bereits in den vergangenen Jahren Deutschland dabei geholfen, RohstoffengpĂ€sse zu ĂŒberbrĂŒcken, etwa fĂŒr den Maschinenbau. Dies lasse sich in Zukunft auch auf die Automobilbranche und die ElektromobilitĂ€t ausweiten.

Steinmeier berÀt mit Regierungschef Sånchez

Steinmeier traf sich anschließend mit dem spanischen MinisterprĂ€sidenten Pedro SĂĄnchez zu einem ausfĂŒhrlichen GesprĂ€ch. In Statements vor den Beratungen betonten beide die engen und vertrauensvollen Beziehungen zwischen Deutschland und Spanien. "Das ist meiner Meinung nach eine sehr gute Nachricht fĂŒr Europa. Denn wenn Spanien und Deutschland in Europa zusammenarbeiten, kommt Europa voran", sagte SĂĄnchez.

Man habe keine Probleme aus dem Weg zu rĂ€umen, sagte Steinmeier. Beide Staaten seien politisch, wirtschaftlich und kulturell sehr eng miteinander verbunden. Aber angesichts der massiv verĂ€nderten geopolitischen Rahmenbedingungen mĂŒsse man dafĂŒr sorgen, "dass unsere Kooperation auf all diesen Feldern noch dichter wird".

Staatsbesuch endet im Baskenland

Steinmeier, der von seiner Frau Elke BĂŒdenbender begleitet wird, beendet seinen dreitĂ€gigen Staatsbesuch in Spanien mit einem Abstecher ins Baskenland. Dabei wird er auch die Stadt Gernika besuchen und dort der Opfer des deutschen Bombenangriffes vom 26. April 1937 gedenken. Im spanischen BĂŒrgerkrieg bombardierten Flugzeuge der deutschen "Legion Condor" die Kleinstadt und zerstörten sie weitgehend. Hunderte Menschen starben.

@ dpa.de