Deutschland, Norwegen

Deutschland und Norwegen vertiefen Raumfahrt-Kooperation

28.04.2026 - 14:46:28 | dpa.de

Bundesraumfahrtministerin Dorothee BĂ€r (CSU) und Norwegens Handels- und Industrieministerin Cecilie Myrseth haben in TromsĂž formell eine engere Kooperation im Bereich Raumfahrt vereinbart.

Die Ministerinnen unterzeichneten in der Arktis-Stadt rund 350 Kilometer nördlich des Polarkreises eine Vereinbarung zu den Aufgaben und Zielen einer gemeinsamen Arbeitsgruppe.

SouverÀnitÀt bei Satelliten

BĂ€r sprach von einem wichtigen Schritt fĂŒr mehr SouverĂ€nitĂ€t. Es geht unter anderem um mehr UnabhĂ€ngigkeit von den USA im Bereich Satellitenkommunikation und -Technik. Die norwegische Insel AndĂžya mit ihrem Raketenstartplatz, die BĂ€r ebenfalls besucht, soll Deutschlands Zugang zum Weltraum sichern. Europa ist derzeit vor allem auf das US-Unternehmen Space X des MilliardĂ€rs Elon Musk angewiesen, um Satelliten ins All befördern zu können. Das berĂŒhrt nicht nur Forschung und Wissenschaft, sondern mit Blick auf Lagebilder und AufklĂ€rung zunehmend auch das Thema Verteidigung.

Im vergangenen Jahr hatte das deutsche Start-up Isar Aerospace von AndĂžya aus die Orbitalrakete "Spectrum" in den Himmel geschossen, die fĂŒr den Transport erdnaher Satelliten in die Umlaufbahn gedacht ist. Nach nur 30 Sekunden stĂŒrzte sie ab. Ein weiterer Testflug war Anfang des Monats wegen technischer Probleme vor dem Start abgebrochen worden.

Arktis im Scheinwerferlicht

BĂ€r hatte erst vor einem Monat zusammen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Nato-Partner und nicht EU-Mitglied Norwegen besucht, wo neben einer Nato-Übung auch die intensivierte Kooperation im Raumfahrtbereich initiiert wurde.

Die Arktis sei ins Scheinwerferlicht gerĂŒckt, nicht nur aus wirtschaftlichen und wissenschaftlichen, sondern auch aus sicherheitspolitischen GrĂŒnden, sagte BĂ€r bei einem Besuch im Norwegischen Polarinstitut in TromsĂž. Dabei verwies sie auch auf die Schlagzeilen rund um Grönland zu Beginn des Jahres. US-PrĂ€sident Donald Trump hatte AnsprĂŒche auf die zu DĂ€nemark gehörende Insel angemeldet.

Thema des Norwegen-Besuchs ist auch die Forschung zum Klimawandel. In der Arktis zeigt er sich Forschern zufolge durch Eisschmelze und wÀrmer werdende Sommer besonders stark.

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