Ministerin, Reiche

Ministerin Reiche warnt vor Abschottung Europas im Wettbewerb

08.02.2026 - 10:37:33

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt den Vorschlag eines EU-Kommissars ab, die Vergabe europĂ€ischer öffentlicher Gelder an Unternehmen "Made in Europe" zu knĂŒpfen.

"Die europÀische Antwort auf die globalen Wettbewerbsherausforderungen kann nicht Abschottung sein", sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.

"Europa braucht einfache Regeln, mehr Tempo bei Investitionen und spĂŒrbaren BĂŒrokratieabbau", sagte Reiche. Zugleich seien starke internationale Partnerschaften nötig: "Unser Ansatz heißt "Made with Europe" - wir bauen auf unsere eigenen StĂ€rken und verbinden sie mit verlĂ€sslichen Handelspartnern weltweit. So machen wir Europa wettbewerbsfĂ€hig."

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Armand Zorn, sieht das anders. "Deutschland und Europa brauchen eine aktive Industriepolitik fĂŒr eine zukunftsfĂ€hige, wettbewerbsfĂ€hige Wirtschaft. Dazu gehören auch gezielte staatliche UnterstĂŒtzungen fĂŒr unsere SchlĂŒsselindustrien, damit sie sich in einem internationalen Wettbewerb behaupten können, der etwa durch China vielfach nicht fair gefĂŒhrt wird", sagte Zorn.

EU-Industriekommissar StĂ©phane SĂ©journĂ© hatte gefordert, "wann immer europĂ€ische öffentliche Gelder eingesetzt werden, mĂŒssen sie zur europĂ€ischen Produktion und zu hochwertigen ArbeitsplĂ€tzen beitragen".

Unternehmen, die von einer öffentlichen Ausschreibung, direkten staatlichen Beihilfen oder einer anderen Form der finanziellen UnterstĂŒtzung profitieren wollen, mĂŒssten einen wesentlichen Teil ihrer Produktion "auf europĂ€ischem Boden erbringen", schrieb er in einem Gastbeitrag, der in mehreren europĂ€ischen Medien erschien. Die gleiche Logik solle auf auslĂ€ndische Direktinvestitionen angewendet werden. "Wir mĂŒssen ein fĂŒr alle Mal eine echte europĂ€ische PrĂ€ferenz in unseren strategisch wichtigsten Branchen etablieren."

Die EU will die WettbewerbsfÀhigkeit ihrer Mitgliedsstaaten stÀrken. Darum soll es auch bei einem Sondergipfel am 12. Februar gehen.

@ dpa.de