BundID: Deutschlands digitale IdentitÀt im Umbruch
28.01.2026 - 06:54:12Deutschlands zentrale digitale Identitätsplattform BundID steht vor einer doppelten Herausforderung. Während eine neue Bürgerinitiative digitale Lösungen für Bürokratie sucht, fordert eine Regierungskommission den „digitalen Reboot“ des Sozialstaats. Beide Vorhaben machen die Plattform zum Schlüssel für den digitalen Staat.
Die BundID dient als einheitliches Login für fast 1.800 Online-Dienste der Verwaltung – von Elterngeld bis Steuererklärung. Nutzer können sich damit sicher ausweisen, Daten für Anträge hinterlegen und behördliche Post im digitalen Postfach empfangen. Doch trotz dieser Möglichkeiten bleibt die Akzeptanz eine Hürde. Millionen Logins monatlich stehen nur 4,9 Millionen aktiven Konten (Stand August 2025) gegenüber.
Bürger sollen digitale Lösungen selbst entwickeln
Unter dem Motto „Deutschland, was nervt? Deutschland, was geht?“ startet die Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIND) im April ein ungewöhnliches Projekt. Bürger können Vorschläge für Open-Source-Software einreichen, die Bürokratie abbaut. Die besten fünf Ideen sollen noch 2026 umgesetzt werden.
Inspiriert ist die Aktion von Taiwans erfolgreichen „Präsidenten-Hackathons“. Die entwickelten Dienste werden später höchstwahrscheinlich auf die BundID als Identitätsnachweis zurückgreifen. So sollen echte Bedürfnisse der Nutzer in den Mittelpunkt rücken.
Viele Bürger misstrauen digitalen Identitäten, weil sie Sicherheitsbedenken haben. Studien zeigen, dass mangelnde IT‑Sicherheit das Vertrauen in Online‑Dienste bremst — ein wichtiger Grund, warum die BundID bislang nur begrenzt genutzt wird. Ein kostenloses E‑Book erklärt praxisnahe Schutzmaßnahmen, aktuelle Bedrohungen und wie Sie Ihre digitalen Ausweise sicher verwenden — ohne Technik‑Expertise. Enthalten sind Checklisten für Smartphone‑Sicherheit, Passwortschutz und Phishing‑Abwehr sowie direkte Handlungstipps für den Alltag. Jetzt kostenlosen Cyber-Security-Guide anfordern
Kommission fordert „digitalen Reboot“ des Sozialstaats
Parallel dazu hat eine Regierungskommission radikale Vorschläge vorgelegt. Sie will einen zentralen Online-Zugang für alle Sozialleistungen schaffen. Kern ist das „Once-only“-Prinzip: Bürger müssen ihre Daten nur einmal angeben, alle Behörden greifen darauf zu.
Genau hierfür ist die BundID konzipiert. Sie könnte zur zentralen Datenspeicherung werden und Anträge massiv vereinfachen. Die Umsetzung wäre ein Quantensprung für die digitale Verwaltung – und würde die Plattform unverzichtbar machen.
Warum nutzen so wenige Menschen die BundID?
Die Initiativen kommen zur rechten Zeit. Denn die Akzeptanz der digitalen Identität läuft schleppend. Das Bundesdigitalministerium führt den Rückgang der Konten auf automatische Löschungen inaktiver Accounts zurück. Studien sehen andere Gründe: zu wenige überzeugende Anwendungen und ein umständlicher Aktivierungsprozess für den elektronischen Personalausweis (eID).
Geplant ist ohnehin ein Systemwechsel: Aus der BundID soll die „DeutschlandID“ werden. Der Zeitplan für diese Ablösung im Zuge der OZG-Reform ist jedoch noch unklar. Der IT-Planungsrat des Bundes steuert den dreijährigen Übergang.
Europäische Zukunft: Die EUDI-Wallet kommt
Die langfristige Perspektive ist europäisch. Die BundID soll eine Schnittstelle für die EU Digital Identity (EUDI) Wallet erhalten. Diese digitale Brieftasche für Identitätsdokumente müssen alle Mitgliedstaaten bis Ende 2026 anbieten.
Deutschland treibt die Einführung voran. Ende 2025 unterzeichneten Regierung und über 75 Unternehmen eine Absichtserklärung zur raschen Umsetzung. Die Wallet soll den sicheren Datenaustausch in der gesamten EU ermöglichen.
Die aktuellen Vorstöße zeigen: Die Bundesregierung setzt auf eine Doppelstrategie. Sie will einerseits mit praktischen, bürgernahen Diensten Vertrauen schaffen. Andererseits treibt sie die technische Infrastruktur mit der BundID im Kern voran. Der Erfolg hängt davon ab, ob die Digitalisierung für die Bürger spürbar einfacher wird.
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