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Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 10:44 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEine Verdopplung der unverzinsten Mindestreserve von derzeit 1 auf 2 Prozent wĂŒrde die Zinsausgaben der Notenbanken zwar kurzfristig um rund vier Milliarden Euro jĂ€hrlich verringern, die Ertragskraft der Banken aber im gleichen Umfang verringern. "Damit wĂŒrde die MaĂnahme der EZB die aktuelle Zielsetzung der EuropĂ€ischen Kommission entgegenlaufen, die WettbewerbsfĂ€higkeit der Kreditwirtschaft zu stĂ€rken", warnt die PrĂ€sidentin des BVR, Marija Kolak. Zudem wĂŒrde ein geldpolitisches Instrument so zur Entlastung der Notenbankbilanzen und fĂŒr quasifiskalische Zwecke zweckentfremdet, was aus ordnungs- und geldpolitischer Sicht abzulehnen sei.
"Ziel der Geldpolitik ist die GewĂ€hrleistung von PreisstabilitĂ€t, nicht die Deckung von finanziellen Defiziten der Notenbank. Die Mindestreserve ist als Instrument der Geldpolitik kein Reparaturwerkzeug fĂŒr Notenbankbilanzen. Die heutigen Verluste der Notenbanken sind vor allem eine SpĂ€tfolge der auĂergewöhnlichen Geldpolitik der vergangenen Jahre. Es wĂ€re der falsche Weg, diese Kosten nun ĂŒber eine höhere unverzinste Mindestreserve dem Bankensystem aufzubĂŒrden", so die BVR-PrĂ€sidentin weiter.
Hintergrund der aktuellen Debatte sind die hohen Zinsausgaben der Notenbanken seit dem Ende der Niedrigzinsphase. Derzeit verzinsen die EZB und die 21 nationalen Zentralbanken des Euroraums ĂberschussliquiditĂ€t von rund 2,12 Billionen Euro mit 2,25 Prozent. Daraus ergeben sich jĂ€hrliche Zinsausgaben von etwa 48 Milliarden Euro. WĂŒrde die unverzinste Mindestreserve von 1 auf 2 Prozent erhöht, könnten die Notenbanken ihre Zinsausgaben nach Berechnungen des BVR um rund vier Milliarden Euro jĂ€hrlich verringern. Zu diesem Ergebnis kommt der BVR in seiner aktuellen Analyse.
Bereits seit September 2023 wird die Mindestreserve der Banken nicht mehr verzinst. Eine Verdopplung des Mindestreservesatzes wĂŒrde diese Belastung weiter erhöhen. Hohe MindestreservesĂ€tze können nach EinschĂ€tzung des BVR zudem das Risiko von Wettbewerbsverzerrungen und einer Verlagerung von Einlagen an FinanzplĂ€tze auĂerhalb des Euroraums verstĂ€rken. Der sachgerechtere Weg zur Verringerung der Notenbankverluste liegt aus Sicht des BVR im weiteren strukturierten Abbau der AnleihebestĂ€nde und damit perspektivisch auch der ĂberschussliquiditĂ€t.
Die vollstÀndige Analyse zur Mindestreserve ist in der aktuellen Ausgabe des "BVR Volkswirtschaft Kompakt" veröffentlicht.
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Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und Ăffentlichkeitsarbeit / Pressesprecherin Telefon: (030) 20 21-13 00, mailto:presse@bvr.de, http://www.bvr.de
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