Carrefour kappt wegen Unruhen in Frankreich Prognosen - Kursrutsch
Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 13:38 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Unruhen halten aus Sicht des Konzerns Kunden fern, untergraben das Verbrauchervertrauen und erhöhen die Kosten. Die Aktien von Carrefour brachen am Mittwoch im frühen Handel ein.
Das Management um Konzernchef Alexandre Bompard geht nun davon aus, dass der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) in diesem Jahr nur stabil bleiben oder leicht wachsen wird, wie der Konzern bereits am Dienstagabend in Paris mitteilte. Bisher hatte die Handelskette mit einem "hohen einstelligen Wachstum" gerechnet. Zudem kappte Carrefour seine Jahresziele mit Blick auf die Marge gemessen am wiederkehrenden Betriebsergebnis sowie für den freien Netto-Barmittelzufluss und die Investitionsausgaben.
An der Pariser Börse rutschte die Aktie zur Wochenmitte um zuletzt mehr als 14 Prozent auf 13,94 Euro ab. Die Aktie sank damit auf den tiefsten Stand seit Februar. Die Analysten von Jefferies sprachen von einem überraschend gesenkten Ausblick des französischen Einzelhändlers. Das schwächere Geschäft in Frankreich und die gedämpfte Konsumlaune in Brasilien weckten Sorgen über die geschäftliche Entwicklung des Unternehmens, hieß es.
"Unsere Unternehmensgruppe sieht sich in Frankreich mit einer beispiellosen Situation konfrontiert", sagte Konzernchef Bompard laut Mitteilung. Es herrsche "große Unsicherheit" hinsichtlich der Entwicklung der Konsumausgaben und der Bedingungen, unter denen die eigenen Filialen wieder öffnen könnten, mahnte er. "Da wir nun in die entscheidende Jahresendphase für den Einzelhandel eintreten, hat diese Situation erhebliche Auswirkungen auf die Konsumausgaben - die ohnehin schon durch steigende Energiekosten unter Druck stehen", sagte er. Im dritten Quartal hatte die Gruppe ihren Umsatz auf vergleichbarer Fläche noch um 2,3 Prozent steigern können.
Am Wochenende waren landesweite Proteste gegen hohe Lebenshaltungskosten in Frankreich von schweren Ausschreitungen und Plünderungen begleitet worden. Auch in der Nacht zu Montag blieb die Lage, etwa in Paris, angespannt. Nach den schweren Ausschreitungen wurden örtlich begrenzte Ausgangssperren verhängt. Die Protestbewegung der Gelbwesten rief zu neuen Demonstrationen für diesen Samstag auf. Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu kündigte eine umfangreiche Mobilisierung der Polizei an.
