CDU-GeneralsekretÀr: Politischer Diskurs darf nicht verrohen
16.05.2026 - 10:28:23 | dpa.de"FrĂŒher hĂ€tte meine Oma gesagt: So etwas macht man nicht", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".
"Man kann zu den Themen unterschiedlicher Meinung sein, aber wir haben die gemeinsame Aufgabe, dass der politische Diskurs nicht völlig verroht. Wenn allein eine Debatte ĂŒber mögliche Reformen als respektlos bezeichnet wird, können wir einpacken", erklĂ€rte Linnemann. "Wir mĂŒssen aufpassen, dass sich die Fronten in Deutschland nicht betonieren. Wir werden und wollen diese Debatten fĂŒhren, auch mit den Gewerkschaften und ArbeitgeberverbĂ€nden."
Auf dem Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbunds in Berlin hatte der CDU-Vorsitzende Merz am Dienstag fĂŒr tiefgreifende Sozialreformen geworben - und dafĂŒr Pfiffe und Buhrufe kassiert.
Reformpakete geplant
Die Bundesregierung will bis zur Sommerpause ein Reformpaket schnĂŒren - zu den zentralen Themen Steuern, Arbeitsmarkt, Rente und BĂŒrokratieabbau. Arbeitgeber und Gewerkschaften sollen eingebunden werden, wie es von der Unionfraktionsspitze hieĂ. In den vergangenen Wochen gab es wiederholt Auseinandersetzungen in der schwarz-roten Koalition.
Linnemann mahnte eine bessere Kommunikation fĂŒr die anstehenden Reformprojekte an. Mit Blick auf geplante Milliarden-Einsparungen bei den Gesundheitsausgaben sagte er: "Wenn die Menschen nicht sehen, warum wir das machen, sondern nur die höhere Zuzahlung fĂŒr Medikamente, dann gewinnen wir die Herzen nicht."
Vorbild Schröder?
Als Vorbild nannte Linnemann den frĂŒheren Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD): "Was Schröder gut gemacht hat: Er hat den Menschen eine Geschichte erzĂ€hlt, warum er das macht. Nicht nur den GĂŒrtel enger schnallen. Sondern auch, dass die Wirtschaft wieder wĂ€chst, wenn mehr Menschen in Arbeit sind. Fördern und Fordern. Das hat er mit einem klugen Narrativ verbunden."
Mit der "Agenda 2010" setzte der damalige Kanzler Schröder vor mehr als zwanzig Jahren tiefgreifende Reformen in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik durch. Diese waren allerdings heftig umstritten.
Merz hatte am Freitag auf dem Katholikentag in WĂŒrzburg Kommunikationsprobleme eingerĂ€umt: "Ich weiĂ, dass ich in meiner Kommunikation etwas verbessern muss, damit diese Botschaft besser verstanden wird."
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