Celonis, Aktie

Celonis Aktie: Everest Group kürt zum siebten Mal Marktführer

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 03:27 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Celonis erhält zum siebten Mal die Top-Bewertung im Process Mining. Mercedes-Benz setzt die Plattform für KI-Transformationen ein.

Celonis: Erneute Marktführerschaft und Mercedes-Partnerschaft
Abstrakte Darstellung moderner Unternehmensarchitektur und digitaler Prozessoptimierung in einem Bürogebäude. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Münchener Technologieunternehmen Celonis hat seine Position im globalen Markt für Process Mining weiter ausgebaut. Aktuelle Branchenanalysen und neue Partnerschaften im Automobilsektor unterstreichen die wachsende Bedeutung der Process-Intelligence-Plattform für die industrielle Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI).

Siebte Auszeichnung in Folge durch Everest Group

Die Analysten der Everest Group haben Celonis im „PEAK Matrix Assessment 2026“ zum siebten Mal in Folge als Marktführer im Bereich Process Mining eingestuft. Das Unternehmen erzielte dabei die höchsten Bewertungen in allen untersuchten Kategorien, darunter Marktakzeptanz, Portfolio, Prozessintelligenz sowie Implementierung und Support. Laut Amardeep Modi von der Everest Group überzeugt der Anbieter insbesondere durch seine Vision und ein starkes Partner-Ökosystem.

Die Bedeutung dieses Segments wächst stetig. Das weltweite Marktvolumen für Process Mining belief sich im Jahr 2025 auf 1,5 bis 1,6 Milliarden US-Dollar, was einem Wachstum von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Für die kommenden Jahre wird eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von 20 bis 25 Prozent erwartet. Kunden von Celonis konnten nach Unternehmensangaben bereits einen Gesamtwert von 11,3 Milliarden US-Dollar durch die Optimierung ihrer Prozesse realisieren. Eugenio Cassiano, Manager bei Celonis, sieht die „relationale Tiefe“ der Datenverarbeitung als entscheidendes Differenzierungsmerkmal gegenüber klassischen Analysewerkzeugen.

Mercedes-Benz setzt auf Process Intelligence für KI-Transformation

Parallel zur Anerkennung durch Analysten vertieft der Automobilhersteller Mercedes-Benz seine Zusammenarbeit mit den Münchenern. Der Konzern nutzt die Plattform, um die Liefertreue zu verbessern und Entscheidungsprozesse in der Produktion zu beschleunigen. Zum Einsatz kommen dabei KI-Copiloten, die Lieferzeiten prognostizieren und die Fertigungssequenzierung optimieren.

Dr. Jörg Burzer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG für Produktion, bezeichnet Celonis als einen Schlüsselfaktor für die digitale Transformation des Autobauers. Bastian Nominacher, Co-CEO von Celonis, betonte in diesem Zusammenhang, dass Process Intelligence die notwendige Grundlage für den effizienten Einsatz von KI-Systemen in komplexen Unternehmensstrukturen bilde.

Technologische Basis für autonome KI-Agenten

Im Rahmen der Plattform-Erweiterungen stellte das Unternehmen Innovationen wie den „Process Intelligence Graph“ und die „Orchestration Engine“ vor. Diese Werkzeuge dienen als multimodaler digitaler Zwilling von Geschäftsprozessen und ermöglichen die Koordination von KI-Agenten. Zudem wurde der „Data Core“ für die allgemeine Verfügbarkeit freigegeben, der eine Zero-Copy-Integration für Plattformen wie Databricks und Microsoft bietet.

Auch Investoren bewerten diese Entwicklung positiv. Harry Nelis, Partner beim Wagniskapitalgeber Accel, sieht derzeit den Beginn eines neuen, massiven Investitionszyklus im Tech-Sektor. In diesem Umfeld spiele Celonis eine zentrale Rolle, da die Plattform den notwendigen Kontext liefere, ohne den moderne KI-Agenten in Unternehmen nicht präzise agieren könnten. Accel verwaltet derzeit ein Vermögen von rund 31 Milliarden US-Dollar und legte zuletzt im April 2026 einen neuen Fonds über 4 Milliarden US-Dollar auf, der verstärkt in KI-Infrastruktur investiert.

Während sich der Markt konsolidiert, gewinnen offene Standards an Bedeutung. Die Integration von Frameworks wie BPMN und OCEL 2.0 soll sicherstellen, dass Process Intelligence von einer Spezialanalyse zur Kerninfrastruktur moderner Unternehmen heranwächst. Neben der Prozessoptimierung rückt dabei zunehmend die Governance von automatisierten Systemen in den Fokus der strategischen Entwicklung.

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