Cerebras: 20-Prozent-Einbruch am 24. Juni
27.06.2026 - 03:59:35 | boerse-global.de
Cerebras Systems wollte Nvidia den Thron streitig machen. Stattdessen kämpft der KI-Spezialist nun mit einem massiven Vertrauensverlust an der Börse. Mehrere US-Kanzleien prüfen derzeit Vorwürfe wegen Wertpapierbetrugs.
Enttäuschende Prognosen belasten
Der Auslöser für die Untersuchungen sind die Ergebnisse des ersten Quartals 2026. Cerebras meldete einen Verlust von 0,22 US-Dollar je Aktie. Damit verfehlte das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Besonders kritisch sahen Investoren die Prognose für die Bruttomarge im Kerngeschäft.
Die Reaktion am Markt war heftig. Am 24. Juni brach der Kurs um fast 20 Prozent ein. Innerhalb einer Woche verlor das Papier über 28 Prozent an Wert.
Der Abverkauf setzte sich zuletzt fort. Mit einem Schlusskurs von 168,52 US-Dollar notiert die Aktie weit unter ihrem Jahreshoch vom Mai.
Rekordumsatz und Milliarden-Deals
Operativ meldete Cerebras deutliche Fortschritte. Der Quartalsumsatz stieg auf 193,4 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Kerngeschäft trug mit 191,3 Millionen US-Dollar den Großteil bei.
Hinzu kommen prominente Partner. Ein Vertrag mit OpenAI umfasst ein Volumen von mehr als 20 Milliarden US-Dollar. Cerebras stellt dafür Rechenleistung für KI-Anwendungen bereit. Eine weitere Kooperation mit Amazon soll die Chips in den Cloud-Dienst AWS integrieren.
Unruhe durch Aktienbewegungen
Zusätzliche Fragen warfen Transaktionen einer Direktorin auf. Susan Lior schichtete über zwei Millionen Aktien innerhalb verbundener Unternehmen um. Laut offiziellen Angaben handelte es sich um eine interne Restrukturierung zur Nachlassplanung. Offene Verkäufe am Markt gab es nicht.
Die juristischen Prüfungen belasten die Stimmung dennoch nachhaltig. Die Volatilität der Aktie liegt aktuell bei extremen 237 Prozent. Am 25. Juni markierte das Papier bei 161,26 US-Dollar ein neues Jahrestief.
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