Chery Aktie: Produktion in Barcelona gestartet
24.06.2026 - 07:45:02 | boerse-global.de
Chery Automobile schaltet einen Gang höher. Mit dem Produktionsstart in Barcelona und einer neuen Fabrik in Thailand vollzieht der chinesische Autobauer den Schritt vom reinen Exporteur zum globalen Produktionsnetzwerk. Wichtigste Neuerung: die M1-Fertigungslinie im spanischen Werk, betrieben gemeinsam mit der Ebro Automotive Group.
Die Anlage ist 696 Meter lang und umfasst 97 Arbeitsstationen. Die Taktzeit liegt bei rund 75 Minuten pro Fahrzeug. Aktuell fertigt die Linie die Modelle Ebro S400 und S700. Sie ist aber flexibel ausgelegt und kann bis zu fünf verschiedene Modelle gleichzeitig bauen. Kapazität für reine Elektroautos ist bereits reserviert – sie sollen 2027 in die Serie gehen.
Über 200 Roboter arbeiten in der Fabrik. Der Umbau und die Modernisierung kosten mehr als 150 Millionen Euro.
Ausbau in Thailand und Nordamerika
Parallel dazu läuft in Thailand die Produktion hoch. Das Joint Venture in Rayong hat den Serienbetrieb aufgenommen. Das Werk baut Elektrofahrzeuge der Marken Omoda und Jaecoo. Geplant ist eine Jahreskapazität von 40.000 Einheiten. Damit will Chery in der Region eine Spitzenposition im E-Markt erreichen.
Auch Nordamerika bleibt im Visier. Kanadische Regierungsvertreter bestätigten Gespräche über mögliche Joint Ventures zur Fahrzeugmontage vor Ort. Chery-Manager hätten Bereitschaft signalisiert, stand es in einer Mitteilung. Zuvor hatte eine Wirtschaftsmission das Produktionspotenzial in der kanadischen Lieferkette geprüft.
In Südafrika empfiehlt die Regulierungsbehörde die Übernahme eines großen Autowerks. Auch dort würde Chery dann selbst fertigen.
Chery Aktie: Technische Signale
An der Börse läuft es derzeit ruhiger. Die Aktie notiert bei 2,84 Euro. Das sind 9,55 Prozent weniger als vor 30 Tagen und gut 10 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 3,16 Euro. Der RSI liegt bei 36,9 – nah an der Schwelle zu überverkauften Niveaus.
Das 52-Wochen-Tief von 2,70 Euro ist nur 5 Prozent entfernt. Das Hoch steht bei 3,62 Euro. Klar ist: Die jüngsten Produktionserfolge haben den Kurs noch nicht erreicht.
Ausblick: Lokale Produktion als neuer Hebel
Cherys Strategie lautet „In somewhere, For somewhere". Statt nur nach China zu exportieren, will der Konzern vor Ort produzieren – und so Zollrisiken und Lieferkettenprobleme umgehen. Das Ziel: bis 2030 weltweit mehr als zehn Millionen Familien beliefern.
Die Integration lokaler Lieferanten – etwa bulgarischer Zulieferer im Ebro-Netzwerk – gilt als entscheidender Hebel für künftige Margen.
Die Zahlen für das zweite Quartal 2026 werden im Oktober erwartet. Ob die operative Wende in Spanien und Thailand dann auch die Aktie bewegt, ist die offene Frage.
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