Chevron Aktie: Expansion treibt
28.01.2026 - 15:18:32Chevron setzt derzeit gleich an mehreren Fronten an, um seine Produktion auszubauen – und der Markt honoriert das. Im Fokus stehen ein kräftiger Ausbau der Öl-Exporte aus Venezuela und zähe Verhandlungen um ein Großfeld im Irak. Dazu kommt eine strategisch besetzte Verstärkung im Aufsichtsrat. Wie stützen diese Schritte den aktuellen Aufwärtstrend der Aktie?
Rückenwind vom Markt
Die Chevron-Aktie hat in den vergangenen Wochen deutlich zugelegt und notiert aktuell bei 169,48 US‑Dollar, damit exakt auf ihrem 52‑Wochen-Hoch. Der Titel liegt rund 42 % über dem Tief der vergangenen zwölf Monate – ein klarer Hinweis darauf, dass Anleger die jüngsten Expansionsschritte als Werttreiber einpreisen.
Deutlich höhere Exporte aus Venezuela
Der wichtigste kurzfristige Impuls kommt aus Venezuela. Chevron hat dort seine Aktivitäten spürbar hochgefahren und die größte eigene maritime Flotte seit fast einem Jahr zusammengestellt, um Rohöl in die USA zu verschiffen.
- 15 Schiffe allein in diesem Monat im Einsatz
- Mindestens 200.000 Barrel pro Tag für US‑Raffinerien wie Valero Energy und Phillips 66
Diese Ausweitung nutzt das veränderte politische Umfeld nach den jüngsten Führungswechseln in Venezuela und der Anpassung der US‑Sanktionspolitik. Chevron profitiert besonders von der gelockerten Sanktionspraxis und nimmt faktisch eine dominante Rolle beim Export von schwerem venezolanischem Rohöl an die US‑Golfküste ein. Das sorgt für unmittelbar steigende Volumina und besser sichtbare Cashflows.
Verhandlungen um West Qurna 2 im Irak
Parallel dazu arbeitet Chevron an einem bedeutenden Schritt im Irak. Das Unternehmen befindet sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit dem irakischen Ölministerium zur Übernahme des gigantischen Ölfelds West Qurna 2, das bislang vom russischen Konzern Lukoil betrieben wurde.
West Qurna 2 steht für knapp 10 % der gesamten irakischen Ölproduktion und wurde nach US‑Sanktionen gegen Lukoil verstaatlicht. Chevron will das Feld nur zu verbesserten Konditionen übernehmen und drängt auf Vertragsbedingungen, die höhere Renditen ermöglichen als die bisherigen Serviceverträge.
Diese Haltung unterstreicht eine disziplinierte Kapitalallokation: Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis. Gelingt die Einigung, würde Chevron seine Reserven deutlich ausbauen und seine Präsenz in einem der ergiebigsten Ölbecken der Welt vertiefen.
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Governance und Strategie: Neuer Mann im Board
Neben den operativen Projekten schärft Chevron auch die Unternehmensführung. Mit Thomas W. Horton zieht ein Partner von Global Infrastructure Partners und ehemaliger CEO von American Airlines in den Verwaltungsrat und den Prüfungsausschuss ein.
Horton bringt Erfahrung in komplexen Infrastruktur- und Logistikstrukturen mit. Die Besetzung signalisiert, dass Chevron Effizienz in der globalen Lieferkette und finanzielle Steuerung noch stärker in den Mittelpunkt rückt – passend zu den wachsenden Exportströmen und neuen Großprojekten.
Analysten und institutionelle Anleger
Die Kombination aus steigender Produktion und möglichen neuen Assets bleibt auch bei Analysten und Großinvestoren nicht unbemerkt. Barclays hat das Kursziel von 158 auf 166 US‑Dollar angehoben und bestätigt seine Einstufung mit „Equal Weight“.
Hinzu kommt: Große Adressen wie BlackRock und Vanguard haben ihre Positionen in den vergangenen Quartalen deutlich ausgebaut. Das stützt die Interpretation, dass institutionelle Investoren den Expansionskurs mittragen und sich von den Projekten in Venezuela und im Irak zusätzliche Ertragsquellen versprechen.
Fazit: Wachstum mit Risikoaufschlag
Chevron befindet sich in einem klaren Aufwärtstrend, getragen von realem Produktionswachstum in Venezuela und der Option auf ein Großprojekt im Irak. Die Exporte aus Venezuela liefern bereits kurzfristig zusätzliche Einnahmen, während West Qurna 2 vor allem ein Hebel für die mittelfristige Reservebasis wäre. Entscheidend für die nächsten Monate wird sein, zu welchen Bedingungen Chevron das irakische Feld übernimmt – je näher die Vertragskonditionen an den eigenen Renditeansprüchen liegen, desto nachhaltiger könnte der aktuelle Kursanstieg untermauert werden.
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